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Mirage F.1 EQ/ED

(Special Hobby - Nr. SH72386)

Special Hobby - Mirage F.1 EQ/ED

Produktinfo

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:SH72386 - Mirage F.1 EQ/ED
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2018
Preis:ca. 21,70 €
Inhalt:
  • 8 Gussrahmen in Grau
  • 1 klarer Rahmen
  • 12 Resinteile
  • 1 kleiner PE-Bogen
  • 1 Abziehbilderbogen
  • Anleitung

Besprechung

zum Vorbild:

Die Dassault Mirage F.1 entwickelte sich insbesondere mit den Exportvarianten zu einem wichtigen Kampfflugzeug zahlreicher arabischer und nordafrikanischer Luftstreitkräfte. Für den Nahen Osten besonders interessant waren dabei die irakischen Mirage F.1EQ, die gegenüber der französischen F.1C erheblich an die irakischen Anforderungen angepasst wurden. Neben der klassischen Jagdrolle konnten die Maschinen für Bodenangriffe, Aufklärung und vor allem für den Einsatz gegen Schiffsziele ausgerüstet werden. Auch Kuwait und Katar setzten auf die Mirage F.1: Kuwait erhielt F.1CK und F.1BK, während Katar die zweisitzige F.1DDA sowie die einsitzige F.1EDA beschaffte. 

Ihre wohl bedeutendste Einsatzgeschichte schrieb die Mirage F.1EQ im Iran-Irak-Krieg. Ab 1981 setzte der Irak die französischen Maschinen intensiv gegen den Iran ein. Dabei übernahmen sie sowohl Abfang- und Jagdaufgaben als auch weitreichende Boden- und Schiffsangriffe. Besonders durch die Integration französischer AM39 Exocet-Seezielflugkörper wurde die F.1EQ zu einem wichtigen Bestandteil der irakischen Strike Force. Im Luftkampf konnten irakische Mirage F.1 auch Erfolge gegen iranische F-4 und F-5 sowie gegen F-14 Tomcats erzielen, mussten allerdings selbst erhebliche Verluste hinnehmen. Damit wurde die Mirage F.1 zu einem der prägendsten Kampfflugzeuge der irakischen Luftwaffe während des Ersten Golfkriegs. 

Auch während des Zweiten Golfkriegs 1991 spielte die Mirage F.1 eine bemerkenswerte Rolle. Die irakische Luftwaffe verfügte zu Kriegsbeginn über rund 88 Mirage F.1EQ; zahlreiche Maschinen wurden bei Angriffen der Koalition zerstört oder beschädigt, weitere 24 flüchteten nach Iran und wurden dort anschließend interniert. Gleichzeitig standen Mirage F.1 auf der Seite der Koalition: Kuwait setzte seine F.1CK nach der Besetzung des Landes von Saudi-Arabien aus ein, während Katar seine F.1EDA ebenfalls von Doha aus im Rahmen der Koalition operierte. Damit fanden sich während Desert Storm Mirage F.1 auf beiden Seiten des Konflikts, ein ziemlich bemerkenswertes Kapitel in der Geschichte dieses französischen Jagdbombers.

Special Hobby - Mirage F.1 EQ/ED

Mirage F.1 im Modellbau:

Im Modellbau ist die Dassault Mirage F.1 kein unbeschriebenes Blatt. Esci, Airfix, Hasegawa und Heller entwickelten eigene Formen des Musters. Jedoch stammten all diese Formen schon aus den späten 70er bzw. 80er Jahren, also jener Zeit in der die F.1 noch alltäglich am Himmel zu sehen war. Ebenso gibt es eine 1:48 Form von Esci und eine 1:144 bei Crown, welche aber auch schon um die 40 Jahre alt sind. Zwar gab es einige Wiederauflagen bei verschiedenen Herstellern, doch erst 2016 gab es etwas wirklich neues, als Special Hobby seine neue und moderne Bausatzform auflegte. Mittlerweile sind 9 verschiedene Versionen bei Special Hobby und je eine bei Revell und Heller erschienen, weiter Varianten sind angekündigt, zuletzt kam Anfang des Jahres die Jagdbombervariante, welche wir hier vor kurzem gezeigt haben. Unsere heute vorgestellte Version stammt von 2018 und stellt die Ausführung Mirage F.1 ED/EQ im Einsatz verschiedener arabischer Länder dar. Dieser Bausatz wurde im Februar 2021 und zuletzt im Mai 2023 erneut aufgelegt. 

Special Hobby - Mirage F.1 EQ/ED

Zum Bausatz:

Special Hobbys Mirage F.1 gehört wohl zu einem der besten Bausätze des Herstellers und wurde bereits viel gelobt. Einige Variant wurde auch hier auf Modellversium schon umfangreich vorgestellt.

Das schöne Boxart stammt wieder aus der Feder von Standa Hajek und zeigt einen Luftkampf zwischen einer irakischen Mirage und einer iranischen Phantom II. während des ersten Golfkriegs. Dabei kommen bereits die vielen Details, welche später auch auf dem Modell zu finden sein sollten, sehr gut zur Geltung. Auf der Seite sind auch wieder die Profile der vier bzw. fünf Bemalvorschläge zu sehen. Es handelt sich hier um einen Stülpkarton, innen erwartet uns dann acht graue Gussrahmen, ein Rahmen mit Klarteilen, sechs kleine Blöcke mit Resinteilen, ein winziger PE-Bogen und ein umfangreiches Blatt mit Abziehbildern. Der Bausatz ist modular aufgebaut, das heißt für die spezifische Version werden nicht alle Teile benötigt. Die Qualität ist sehr gut und zeigt uns einen modernen Bausatz mit moderner Fertigungsqualität und das trotz mehrfachen Wiederauflagen. Bereits dieser erste Blick zeigt uns ein außergewöhnlich hohes Detailreichtum.

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Mirage F.1 EQ/ED

 

Wie bereits erwähnt liegen umfangreiche Alternativen bei, wie verschiedene Sitze oder Instrumentenpanels, was aber an den verschiedenen Versionen liegt und daher auch nicht alle benötigt werden, wenn man denn die EQ/ED-Version bauen möchte. Generell bietet das Cockpit viele Details und auch das Triebwerk macht bereits einiges her, wobei natürlich Alternativen aus Resin vom Aftermarket noch mehr Details bietet dürften. Interessant ist, dass der Pilotensitz erst ziemlich zum Schluss eingesetzt wird. Dieser besteht aus vier Teilen und je nachdem welche Version man baut, werden auch unterschiedliche Sitze eingebracht. PE-Teile oder Decals für die Darstellung der Gurte liegen leider keine bei.

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Mirage F.1 EQ/ED

 

Auch der Rumpf bietet großartige Details, wie z. B. die seitlich liegenden Fahrwerksschächte mit angedeuteten Kabelschächten. Außerdem müssen die Bremsklappen eingesetzt werden, diese sind aber leider nur geschlossen darstellbar. Die Flügel sind in Ober- und Unterseite geteilt, wobei ein Großteil der Unterseite bereits am Teil der Oberseite sitzt. Es gibt zwei schöne, im Slide-Mold-Verfahren hergestellte Lufteinläufe. Hier wird auch eine Positionsleuchte an der Seite eingesetzt. Alternativ kann man auch Resinteile von CMK verwenden, die aber meiner Meinung nach nicht wesentlich besser sind als die Bausatzteile. Die Flugzeugnase ist zweiteilig und auch hier gibt es die Option mit Tankfüllstutzen oder eben ohne, je nachdem, welchen Bemalvorschlag man umsetzen möchte. Auch beim Seitenleitwerk gibt es zwei Varianten, wobei für die iranische Maschine ein Teil abgetrennt und am vorderen, ebenfalls abgetrennten Teil des zweiten Leitwerks angebracht werden soll. Generell sind die Gravuren sehr gut gesetzt. Eine kleine Sinkstelle findet sich an den Flügelwurzeln.

Special Hobby - Mirage F.1 EQ/ED

Der Flieger bietet auch unzählige Kleinteile und ein recht filigranes Fahrwerk. Hier befindet sich bei mir aber einiges an Flash. Vor ein paar Monaten erschien dazu auch ein gedrucktes Fahrwerk. Generell gibt es ein paar wenige Formentrennähte, aber das haben wir auch schon schlimmer gesehen. Es liegt zudem ein Rahmen mit diversen Außenlasten bei, wovon aber nicht alle benötigt werden. Auch der sogenannte Irakien-Zusatztank liegt auf einem separaten Gussrahmen bei. Special Hobby legt auch eine Eduard-Brassin-Exocet-Rakete bei, welche hervorragend gegossen wurde. Vorgesehen ist des Weiteren die Verwendung der Matra R.550 Magic und Matra Super 530F Luft-Luft-Raketen. Die wenigen PE-Teile sind für die Antennen unten am Rumpf vorgesehen.

Die Klarteile sind gut umgesetzt. Man kann das Cockpit auch geöffnet darstellen, was sich bei dem gebotenen Cockpit durchaus lohnt. Weiterhin sind auch Scheinwerfer und Positionsleuchten vorgesehen.

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Mirage F.1 EQ/ED

 

Bemalung und Abziehbilder:

Der Decalbogen beinhaltet umfangreiche kleine Wartungshinweise und natürlich die Hoheitszeichen der arabischen Flugzeuge. Dabei sind alle drei Nationen vermutlich ziemliche Ausnahmen in den heimischen Vitrinen (außer man hat sich auf eine der Luftwaffen spezialisiert, wie Modellbaufreund Saeed Ezadi, der uns zuletzt einige iranische Maschinen vorgestellt hat). Wie immer sind die Abziehbilder auf einem sehr hohen Niveau, ohne Versatz und mit kräftigen Farben. Special Hobby macht es uns bei der Vorbildauswahl wieder dankbar schwer und bietet fünf Vorbilder aus arabischen Ländern.

  1. Die auf dem Cover dargestellte Mirage F.1 EQ zeigt die recht erfolgreiche Maschine 4014 der 79. Al-Sarb (79. Staffel) der irakischen Luftwaffe. Sie wurde so im September 1981 während des Ersten Golfkriegs auf dem Flugfeld Wahda eingesetzt. Die Maschine wurde von Major Moukhalad Abdul Karim geflogen, der seinen Angaben zufolge 14 iranische Flugzeuge abgeschossen haben soll. Allerdings wurden nur fünf Abschüsse tatsächlich nachgewiesen. 2003 wurde die Maschine von US-Truppen erbeutet.
  2. Die zweite Maschine ist eine Mirage F.1 EQ-5 und stellt die 4577 der 81. Al-Sarb der irakischen Luftwaffe im Juni 1985 auf dem Flugplatz Qayyarah dar. Bei der EQ-5 handelte es sich um die fortschrittlichste Mirage-Version des Irak, die nun dank des Agave-Radars auch in der Lage war, Exocet-Raketen zu verschießen und Seeziele anzugreifen. Entsprechend war der Verband auch auf den Angriff auf strategische Ziele im iranischen Hinterland spezialisiert. 1986 beteiligte sich diese Maschine am Angriff auf die Qotur-Brücke im Nordiran.
  3. Die dritte beschriebene Maschine ist die 3-6211 des Gord?n 102 (102. Taktische Jägerstaffel) der iranischen Luftwaffe auf dem Flugfeld Chabahar im Jahr 2011. Während Desert Storm befahl Hussein großen Teilen seiner Luftwaffe, sich in den Iran zurückzuziehen. Dieser behielt jedoch die geflohenen Flugzeuge als Reparationszahlung ein. Jahrelang wurden die Maschinen eingelagert. Auch aufgrund fehlender Ersatzteile gelang es jedoch erst 2011, die Flugzeuge wieder flugfähig zu bekommen. Passend zu ihrer Stationierung am Meer erhielt sie einen blau-grauen Tarnanstrich. Ob die Maschine im Zuge des aktuell laufenden Krieges zerstört wurde, lässt sich derzeit nicht sicher sagen, es ist aber davon auszugehen.
  4. Die vierte Mirage F.1 ED mit der Nummer 502 gehörte zum 1002. Al-Sarab Qadhifat al-Muqatilah (1002. Jagdbomberstaffel) der libyschen Luftstreitkräfte auf der Al-Watiya Air Base. Im Februar 2011 befahl Muammar al-Gaddafi einen Luftangriff auf unbewaffnete Zivilisten. Der Pilot Col. Alial Rabti verweigerte zusammen mit dem Piloten der 508, Col. Abdullah al-Salheen, den Befehl. Beide flohen über das Mittelmeer nach Malta, wo sie am internationalen Flughafen landeten und um Asyl suchten. Beide Maschinen kamen danach zur freien libyschen Luftwaffe. Da die ehemalige Struktur der Luftwaffe in einzelnen Verbänden zusammengebrochen war, wurden sie in flexiblen, zweckmäßigen Einsatzgruppen verwendet. Mit Ausbruch des zweiten libyschen Bürgerkriegs gingen beide Maschinen an die Luftwaffe der Regierungstruppen. 2016 stürzte die 502 aufgrund eines technischen Defekts ab.
  5. Für die fünfte Maschine mit der Nummer 508 gilt im Prinzip das Gleiche wie für die 502, mit dem Unterschied, dass sie noch etwas länger im Einsatz war. Bei einem Angriff auf den von der Nationalarmee gehaltenen Luftwaffenstützpunkt Al-Watiya wurde die Maschine abgeschossen.

Special Hobby - Mirage F.1 EQ/ED

Anleitung:

Es handelt sich hier wieder um die übliche A5-formatige Anleitung des Herstellers, beginnend mit einer kurzen historischen Einleitung und dem Überblick über die Bauteile. Danach startet der Bau in zwölf Schritten. Allerdings finde ich die Anleitung dieses Mal weniger gelungen. Die Seiten wirken auch aufgrund des kleinen Formats überladen und die Alternativteile bzw. die Zuordnung der Teile zu den jeweiligen Varianten gehen aufgrund der Unübersichtlichkeit schnell unter. Ich sehe vor allem die Gefahr, einige Teile zu übersehen. Man muss also sehr konzentriert arbeiten. Ansonsten haben wir aber wieder sehr gut recherchierte Vorbilder. Eine eigene Seite für Stencils wäre dabei aber sicher auch sinnvoll gewesen.

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Mirage F.1 EQ/ED

 

Darstellbare Maschinen:
  1. Mirage F.1 EQ, 4014, 79. Al-Sarab (79. Staffel), irakische Luftwaffe, AB Wahda (Irak), Juni 1982
  2. Mirage F1. EQ-5, 4577, 81. Al-Sarab (81. Staffel), irakische Luftwaffe, AB Qayyarah AB (Irak), Juni 1985
  3. Mirage F1- EQ-6, 3-6211, Gordan 102 (102. taktische Jagdstaffel), iranische Luftwaffe, Chabahar AB (Iran), 2011
  4. Mirage F1 ED, 502, 1002. Al-Sarab Qadhifat al-Muqatilah (1002. Jagdbomber-Staffel), lybische Luftstreitkräfte, Luqa Internation Airport (Malta) 2011
  5. Mirage F1 ED, 508, 1002. Al-Sarab Qadhifat al-Muqatilah (1002. Jagdbomber-Staffel), lybische Luftstreitkräfte, Luqa Internation Airport (Malta) 2011
Stärken:
  • bester Bausatz der Mirage F.1
  • erstmals exakte ausgearbeitete ED und EQ – Variante
  • vier bzw. fünf eher exotische Vorbilder
  • beigabe der Exocet-Rakte aus Resin
  • Variantenspezifische Unterschiede sind ausgearbeitet
Schwächen:
  • fehlende Darstellung der Gurte
  • Bauanleitung eher unübersichtlich
Anwendung: Aufgrund des Umfangs, der Details und des leichten Multimediacharakters eher für den halbwegs erfahrenen Modellbauer, was aber nicht heißt, dass der Bausatz jetzt äußerst kompliziert ist

Fazit

Auch diese Version der Mirage F.1 von Special Hobby ist wieder top. Eine Besonderheit sind die eher seltenen gebauten arabischen Luftwaffen und damit auch die eher exotischen Lackierungen. Für Fans der Mirage, Flugzeuge aus dem Kalten Kriegs, oder von exotischen Vorbildern definitiv ein Must-have.

Weitere Infos

Anmerkungen: Link zum Produkt aus der Herstellerseite: https://www.specialhobby.eu/mirage-f-1-eq-ed-1-72

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 15. Oktober 2026

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