Mirage F.1 EQ/ED(Special Hobby - Nr. SH72386)
Produktinfo
Besprechungzum Vorbild:Die Dassault Mirage F.1 entwickelte sich insbesondere mit den Exportvarianten zu einem wichtigen Kampfflugzeug zahlreicher arabischer und nordafrikanischer Luftstreitkräfte. Für den Nahen Osten besonders interessant waren dabei die irakischen Mirage F.1EQ, die gegenüber der französischen F.1C erheblich an die irakischen Anforderungen angepasst wurden. Neben der klassischen Jagdrolle konnten die Maschinen für Bodenangriffe, Aufklärung und vor allem für den Einsatz gegen Schiffsziele ausgerüstet werden. Auch Kuwait und Katar setzten auf die Mirage F.1: Kuwait erhielt F.1CK und F.1BK, während Katar die zweisitzige F.1DDA sowie die einsitzige F.1EDA beschaffte. Ihre wohl bedeutendste Einsatzgeschichte schrieb die Mirage F.1EQ im Iran-Irak-Krieg. Ab 1981 setzte der Irak die französischen Maschinen intensiv gegen den Iran ein. Dabei übernahmen sie sowohl Abfang- und Jagdaufgaben als auch weitreichende Boden- und Schiffsangriffe. Besonders durch die Integration französischer AM39 Exocet-Seezielflugkörper wurde die F.1EQ zu einem wichtigen Bestandteil der irakischen Strike Force. Im Luftkampf konnten irakische Mirage F.1 auch Erfolge gegen iranische F-4 und F-5 sowie gegen F-14 Tomcats erzielen, mussten allerdings selbst erhebliche Verluste hinnehmen. Damit wurde die Mirage F.1 zu einem der prägendsten Kampfflugzeuge der irakischen Luftwaffe während des Ersten Golfkriegs. Auch während des Zweiten Golfkriegs 1991 spielte die Mirage F.1 eine bemerkenswerte Rolle. Die irakische Luftwaffe verfügte zu Kriegsbeginn über rund 88 Mirage F.1EQ; zahlreiche Maschinen wurden bei Angriffen der Koalition zerstört oder beschädigt, weitere 24 flüchteten nach Iran und wurden dort anschließend interniert. Gleichzeitig standen Mirage F.1 auf der Seite der Koalition: Kuwait setzte seine F.1CK nach der Besetzung des Landes von Saudi-Arabien aus ein, während Katar seine F.1EDA ebenfalls von Doha aus im Rahmen der Koalition operierte. Damit fanden sich während Desert Storm Mirage F.1 auf beiden Seiten des Konflikts, ein ziemlich bemerkenswertes Kapitel in der Geschichte dieses französischen Jagdbombers.
Mirage F.1 im Modellbau:Im Modellbau ist die Dassault Mirage F.1 kein unbeschriebenes Blatt. Esci, Airfix, Hasegawa und Heller entwickelten eigene Formen des Musters. Jedoch stammten all diese Formen schon aus den späten 70er bzw. 80er Jahren, also jener Zeit in der die F.1 noch alltäglich am Himmel zu sehen war. Ebenso gibt es eine 1:48 Form von Esci und eine 1:144 bei Crown, welche aber auch schon um die 40 Jahre alt sind. Zwar gab es einige Wiederauflagen bei verschiedenen Herstellern, doch erst 2016 gab es etwas wirklich neues, als Special Hobby seine neue und moderne Bausatzform auflegte. Mittlerweile sind 9 verschiedene Versionen bei Special Hobby und je eine bei Revell und Heller erschienen, weiter Varianten sind angekündigt, zuletzt kam Anfang des Jahres die Jagdbombervariante, welche wir hier vor kurzem gezeigt haben. Unsere heute vorgestellte Version stammt von 2018 und stellt die Ausführung Mirage F.1 ED/EQ im Einsatz verschiedener arabischer Länder dar. Dieser Bausatz wurde im Februar 2021 und zuletzt im Mai 2023 erneut aufgelegt.
Zum Bausatz:Special Hobbys Mirage F.1 gehört wohl zu einem der besten Bausätze des Herstellers und wurde bereits viel gelobt. Einige Variant wurde auch hier auf Modellversium schon umfangreich vorgestellt. Das schöne Boxart stammt wieder aus der Feder von Standa Hajek und zeigt einen Luftkampf zwischen einer irakischen Mirage und einer iranischen Phantom II. während des ersten Golfkriegs. Dabei kommen bereits die vielen Details, welche später auch auf dem Modell zu finden sein sollten, sehr gut zur Geltung. Auf der Seite sind auch wieder die Profile der vier bzw. fünf Bemalvorschläge zu sehen. Es handelt sich hier um einen Stülpkarton, innen erwartet uns dann acht graue Gussrahmen, ein Rahmen mit Klarteilen, sechs kleine Blöcke mit Resinteilen, ein winziger PE-Bogen und ein umfangreiches Blatt mit Abziehbildern. Der Bausatz ist modular aufgebaut, das heißt für die spezifische Version werden nicht alle Teile benötigt. Die Qualität ist sehr gut und zeigt uns einen modernen Bausatz mit moderner Fertigungsqualität und das trotz mehrfachen Wiederauflagen. Bereits dieser erste Blick zeigt uns ein außergewöhnlich hohes Detailreichtum.
Wie bereits erwähnt liegen umfangreiche Alternativen bei, wie verschiedene Sitze oder Instrumentenpanels, was aber an den verschiedenen Versionen liegt und daher auch nicht alle benötigt werden, wenn man denn die EQ/ED-Version bauen möchte. Generell bietet das Cockpit viele Details und auch das Triebwerk macht bereits einiges her, wobei natürlich Alternativen aus Resin vom Aftermarket noch mehr Details bietet dürften. Interessant ist, dass der Pilotensitz erst ziemlich zum Schluss eingesetzt wird. Dieser besteht aus vier Teilen und je nachdem welche Version man baut, werden auch unterschiedliche Sitze eingebracht. PE-Teile oder Decals für die Darstellung der Gurte liegen leider keine bei.
Auch der Rumpf bietet großartige Details, wie z. B. die seitlich liegenden Fahrwerksschächte mit angedeuteten Kabelschächten. Außerdem müssen die Bremsklappen eingesetzt werden, diese sind aber leider nur geschlossen darstellbar. Die Flügel sind in Ober- und Unterseite geteilt, wobei ein Großteil der Unterseite bereits am Teil der Oberseite sitzt. Es gibt zwei schöne, im Slide-Mold-Verfahren hergestellte Lufteinläufe. Hier wird auch eine Positionsleuchte an der Seite eingesetzt. Alternativ kann man auch Resinteile von CMK verwenden, die aber meiner Meinung nach nicht wesentlich besser sind als die Bausatzteile. Die Flugzeugnase ist zweiteilig und auch hier gibt es die Option mit Tankfüllstutzen oder eben ohne, je nachdem, welchen Bemalvorschlag man umsetzen möchte. Auch beim Seitenleitwerk gibt es zwei Varianten, wobei für die iranische Maschine ein Teil abgetrennt und am vorderen, ebenfalls abgetrennten Teil des zweiten Leitwerks angebracht werden soll. Generell sind die Gravuren sehr gut gesetzt. Eine kleine Sinkstelle findet sich an den Flügelwurzeln.
Der Flieger bietet auch unzählige Kleinteile und ein recht filigranes Fahrwerk. Hier befindet sich bei mir aber einiges an Flash. Vor ein paar Monaten erschien dazu auch ein gedrucktes Fahrwerk. Generell gibt es ein paar wenige Formentrennähte, aber das haben wir auch schon schlimmer gesehen. Es liegt zudem ein Rahmen mit diversen Außenlasten bei, wovon aber nicht alle benötigt werden. Auch der sogenannte Irakien-Zusatztank liegt auf einem separaten Gussrahmen bei. Special Hobby legt auch eine Eduard-Brassin-Exocet-Rakete bei, welche hervorragend gegossen wurde. Vorgesehen ist des Weiteren die Verwendung der Matra R.550 Magic und Matra Super 530F Luft-Luft-Raketen. Die wenigen PE-Teile sind für die Antennen unten am Rumpf vorgesehen. Die Klarteile sind gut umgesetzt. Man kann das Cockpit auch geöffnet darstellen, was sich bei dem gebotenen Cockpit durchaus lohnt. Weiterhin sind auch Scheinwerfer und Positionsleuchten vorgesehen.
Bemalung und Abziehbilder:Der Decalbogen beinhaltet umfangreiche kleine Wartungshinweise und natürlich die Hoheitszeichen der arabischen Flugzeuge. Dabei sind alle drei Nationen vermutlich ziemliche Ausnahmen in den heimischen Vitrinen (außer man hat sich auf eine der Luftwaffen spezialisiert, wie Modellbaufreund Saeed Ezadi, der uns zuletzt einige iranische Maschinen vorgestellt hat). Wie immer sind die Abziehbilder auf einem sehr hohen Niveau, ohne Versatz und mit kräftigen Farben. Special Hobby macht es uns bei der Vorbildauswahl wieder dankbar schwer und bietet fünf Vorbilder aus arabischen Ländern.
Anleitung:Es handelt sich hier wieder um die übliche A5-formatige Anleitung des Herstellers, beginnend mit einer kurzen historischen Einleitung und dem Überblick über die Bauteile. Danach startet der Bau in zwölf Schritten. Allerdings finde ich die Anleitung dieses Mal weniger gelungen. Die Seiten wirken auch aufgrund des kleinen Formats überladen und die Alternativteile bzw. die Zuordnung der Teile zu den jeweiligen Varianten gehen aufgrund der Unübersichtlichkeit schnell unter. Ich sehe vor allem die Gefahr, einige Teile zu übersehen. Man muss also sehr konzentriert arbeiten. Ansonsten haben wir aber wieder sehr gut recherchierte Vorbilder. Eine eigene Seite für Stencils wäre dabei aber sicher auch sinnvoll gewesen.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Aufgrund des Umfangs, der Details und des leichten Multimediacharakters eher für den halbwegs erfahrenen Modellbauer, was aber nicht heißt, dass der Bausatz jetzt äußerst kompliziert ist FazitAuch diese Version der Mirage F.1 von Special Hobby ist wieder top. Eine Besonderheit sind die eher seltenen gebauten arabischen Luftwaffen und damit auch die eher exotischen Lackierungen. Für Fans der Mirage, Flugzeuge aus dem Kalten Kriegs, oder von exotischen Vorbildern definitiv ein Must-have. Weitere InfosReferenzen Walkaround einer Mirage F.1C aus dem belgischen Militär Museum: https://www.grubbyfingersshop.com/walkaround_galleries/Dassault_Mirage_F1c_Walkaround_33-LA_French_Belgium_2015/content/index.html
Anmerkungen: Link zum Produkt aus der Herstellerseite: https://www.specialhobby.eu/mirage-f-1-eq-ed-1-72 Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 15. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
Modellbauer-Profil Andy Hartung![]() Land: Beiträge: 68 Dabei seit: 2018 Neuste Artikel:![]() ![]() Alle 68 Beiträge von Andy Hartung anschauen. |