Leopard 1, aus 1. Baulos (Fertigung 1965 – 66)von Hauke Ahrendt (1:35 Italeri)Das Modell zeigt ein Fahrzeug des 1. Bauloses der 1./PzBtl 74, PzGrenBrig 7 der 3. PzDiv. im Jahr 1966 mit altem taktischen Zeichen. Kurz darauf wurde auf die neuen Zeichen umgestellt, so dass diese Kombination nur für einen kurzen Zeitraum und für wenige Truppenteile gültig ist. Zu diesem Zeitpunkt waren die MLC-Kennzeichnungen nicht angebracht, obwohl sie an den Vorserienfahrzeugen schon vorhanden waren. Kleine Vorbildkunde zur Serienfertigung und den späteren vier KampfwertsteigerungenDer Leopard 1 aus der Serienfertigung wurde zwischen 1965 und 1976 in sechs Baulosen mit einer Gesamtstückzahl von 2.437 produziert. Die Baulose 1 bis 4 waren konstruktiv gleich, mit Abweichungen in Details. Das ab 1972 gefertigte 5. Baulos war in zwei Typen gegliedert: Die frühen Panzer verfügten über einen verstärkten Gussturm (A2), die restlichen ab 1973 gefertigten Panzer über einen geschweißten Turm (A3). Die KWS 1 der ersten vier Baulose (zur Ausführung A1) wurden in die Fahrzeuge des 5. Bauloses gleich integriert. Das sechste Baulos (A4) hatte einen im Vergleich zur A3-Version verbesserten geschweißten Turm, bei denen Details der Kommandanten-Sichtmittel geändert waren. Nicht sichtbar ist das rechnergestützte Feuerleitsystem, das in der NATO zu dieser Zeit das modernste verfügbare System war und daher starke Beachtung auch bei den Bündnispartnern fand. Es erfolgten mehrere KWS, wobei die ersten beiden ausschließlich die Baulose 1 bis 4 betrafen:
Eine bei dieser 4. KWS vorgenommene Vorbereitung zu einer geplanten Umbewaffnung der A5-Variante auf ein 120 mm-Kaliber führte aber nicht mehr zur Durchführung dieser Maßnahme. Die politischen Ereignisse dieser Zeit haben dabei sicher auch eine Rolle gespielt. Zur Unterscheidung einzelner Ausrüstungszustände wurden dann den Kennzeichnungen der Baulose A1(inkl. KWS 1) bis A4 weitere Kennungen nachgesetzt (A1 bis A3), die je nach Kombination der ergänzten Ausstattung und Nachrüstungen vergeben wurden (z.B. A1 wurde untereilt in A1A1, A1A2, A1A3 oder A1A4). Ausgemustert wurde der Leopard 1 in Etappen, die A3- und A4 Variante wurde ab 1989 an andere NATO-Länder verkauft und zuletzt wurde die Ausführung A5 bis zum Jahr 2003 ausgemustert. Das ModellDas hier gezeigte Fahrzeug stammt aus dem 1. Baulos (Fertigung 1965 – 66) und stellt den Panzer in der ursprünglichen Ausstattung der Auslieferung 1965 dar. Die Unterschiede zu den Fahrzeugen der Baulose 2 ff. sind die eckige Fernsprechdose am Heck, die fehlenden Hebeaugen (in der Serie ab 3. Baulos) an der Wanne, Tränenblech auf den vorderen Fendern, leicht geänderte Werkzeuganbringung und der fehlende Turmkragen (eingeführt ab spätem 2. Baulos). Außerdem waren die Laufwerkstoßdämpfer beim 1. Baulos noch ohne die Schutzhülle. Mit Ausnahme der eckigen Fernsprechdose verschwanden viele Merkmale im Zuge der späteren KWS. Das Ausgangsmodell ist der Leopard 1 A5 von Italeri. Das Modell ist im Wesentlichen aus der Box gebaut. Geändert werden muss generell lediglich die leidige falsche Winkelspiegelzahl und deren Aufteilung an der Kommandantenluke (unverständlich, aber habe ich ja früher schon mal erwähnt). Die Querfugen der Gummis der Laufräder müssten verspachtelt werden (wozu im Modell überhaupt Fugen in den Gummis dargestellt sind, weiß ich gar nicht, Bundeswehr-Leos hatte die nie, und ob das bei anderen Streitkräften so vorhanden war konnte ich auch nicht feststellen). Ich habe die Räder aber durch solche von Perfect Scale ersetzt, die sind mit den richtigen Gummibandagen und ersparen diese Spachtelarbeit. Die Nebelwerfer sind von Voyager. Dann wurde das Modell noch mit einigen Eduard-Ätzteilen aufgewertet. Folgende Änderungen waren zur Erstellung des ersten Bauloses in der frühe Einsatzphase notwendig: Der fehlende Winkelspiegel vor der Kommandantenluke ist ergänzt. Die Stoßdämpfer des Laufwerkes müssen neu gebaut werden, da sie ohne Schutzhülle waren. Das Rohr ohne die spätere Wärmeschutzhülle ist aus der Grabbelkiste zusammengezimmert, die Kette von AFV (mal wieder die T 84 E1, zwar etwas zu breit, kommt dem echten Kettentyp 139 E2 aber am nächsten). Das Werkzeug musste zum Teil anders angeordnet werden, der Turmkragen wurde abgeschliffen, die Turmgriffe sind ohne Mittelsteg und auf der rechten Turmseite etwas anders positioniert. Einige Details wie Streben und Aussteifungen mussten ebenfalls entfernt werden, außerdem wurde das Tränenblech an den vorderen Fendern dargestellt. Die Hebeaugen waren nicht angeschweißt, hier mussten die Löcher zuspachtelt werden. Das war es im Wesentlichen. Ein Muss ist die eckige Fernsprechdose am Heck (im Bausatz vorhanden), außerdem mussten die Ersatzführungszähne anders angeordnet werden, und die Reserve-Endverbinder waren nicht montiert. Lackierung: Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker. Decals: Grabbelkiste Weitere Bilder
Hauke Ahrendt Publiziert am 16. April 2010 © 2001-2024 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |