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Heinkel He 100 D

von Dirk Heyer (1:48 HiPM)

Heinkel He 100 D

Bis heute gibt es in „diesem“ Maßstab von der He 100 nur das Modell von HiPM. Und das bekommt man mittlerweile oft nur noch aus zweiter Hand. Ein Flugzeugmodell von einem Vorbild, das nur ca. 25 gebaute Vorbilder vorweisen kann, spricht halt nur eine kleine Gruppe interessierter Modellbauer an. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich noch kein weiterer Hersteller gefunden hat, der dieses Flugzeug als „up to date“ Modell auf den Markt gebracht hat. Somit bleibt das HiPM-Modell in 1:48 „leider“ die einzige Alternative. Allerdings ein halbherziges „Leider“, denn es ist zwar einerseits ein mit den bekannten Nachteilen behaftetes Kleinserien-Modell, (schlechte Passungen, unsauberer Spritzguss, wenige Details, usw.). Andererseits ist dieser Bausatz in Form und Maßen recht gut und kann als gute Ausgangsbasis für ein schönes Modell herhalten.

Heinkel He 100 D

Die meisten Kleinteile für dieses Modell musste ich neu herstellen, entweder weil sie einfach nur fehlten oder weil sie in einem erbarmungswürdigen Zustand vorlagen, siehe hier.

Für das Cockpit konnte ich auf zwei recht gute Fotos aus einem Forum zurückgreifen. Vermutlich zeigen diese Aufnahmen das Cockpit einer Exportmaschine, die nach Russland geliefert wurde. Ich verwendete die Ätzteile aus dem Bausatz, diverse Kleinteile von CMK und Reste aus alten Bausätzen. Da auf den Fotos nicht das gesamte Cockpit zu sehen war, musste ich hier Kompromisse eingehen und etwas kreativ werden.

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HiPM intoniert schon auf der ersten Seite des Bauplans (…test fit parts together prior to cementing them…), und das musste auch peinlichst beherzigt werden. Passproben, Passproben und schließlich nochmals Passproben - bei jedem Bauschritt. Hierbei stellte sich unter anderem heraus, dass im Rumpflängsschnitt bei meinem Bausatz ca. 1 mm fehlten. Die Bauteile der Cockpithaube standen links und rechts über. Das ließ sich aber schnell fixen.

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Die Oberflächenqualität des Modells war nicht so gut, so dass ich hier sehr intensiv schleifen und polieren musste, dadurch gingen fast alle Gravuren verloren. Mit der Hilfe von Risszeichnungen musste dann alles neu graviert werden.

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Wie anfangs erwähnt, sind viele Kleinteile nicht gut gespritzt oder nur vage detailliert, so auch bei dem kleinen Lufteinlauf an der Nasenunterseite und dem ausfahrbaren Zusatzkühler an der Flügelunterseite mittig. Für den Zusatzkühler lagen im Bausatz Ätzteile bei, die dann den Neubau vereinfachten.

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Das Fahrwerk ist meiner Meinung nach nicht wie in der oben zitierten Bausatzbesprechung befürchtet wurde, zu lang. Zumindest passte es mit den mir vorliegenden Plänen recht gut (…wenn denn die Pläne stimmen). Auch das Modell wirkt nachher auf eigenen Beinen stehend recht stimmig.

Heinkel He 100 D

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Eine konstruktive Eigenart der He 100 war die Flächen-Kondensations-Kühlung. Dabei wurden die heiße Kühlflüssigkeit und die entstandene Verdampfung durch Flügel- und Rumpfflächen gepumpt, um sie dort durch die kühleren Oberflächen zum Kondensieren und Abkühlen zu bringen. Die von mir als Vorlage gewählte GP+AI zeigte diese unlackierten Kühlflächen und die typische grüne LW Tarnung. Das versprach etwas Abwechslung in dem langweiligen Grün/Grün und zeigt gleichzeitig das konstruktive Alleinstellungsmerkmal dieses außergewöhnlichen Flugzeuges.

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Für das Modell baute ich noch eine sogenannte "Heuschrecke": ein Spornwagen, der hauptsächlich dem Transport von Flugzeugen mit Spornpilz diente. Es konnten aber auch kleine Spornräder gefasst werden. Diese Spornwagen konnten per Hand oder mit einer auswechselbaren Deichsel von einem Fahrzeug aus bedient werden. Diese von der Firma Gottwald Müller hergestellten Spornwagen gab es in zwei Hublastklassen.

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War es denn all den Aufwand und die vielen Kompromisse wert?

Ich finde: ja, auf jeden Fall. In meiner Vitrine steht nun ein Modell, dass ich nur sehr selten auf Ausstellungen und im Internet zu sehen bekam. Und im direkten Vergleich mit meinen Me 109-Modellen in der Vitrine, würde die He 100 für ihre aerodynamisch sehr elegante und schöne Form ziemlich sicher den ersten Platz bei der Wahl zur Miss Universum bekommen.

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Dirk Heyer

Publiziert am 26. August 2022

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