Mikojan-Gurewitsch MiG-25RBT – Foxbat-BFuchsfledermaus mit elektronischen Augen und Ohrenvon Max Hauswald (1:48 ICM)
VorwortDie sowjetische MiG-25 ist sicherlich eines der legendären Flugzeuge, dank der vielen Superlative, die der Entwurf in sich vereint. Das letzte Flugzeug, welches Mikhail Gurewitsch persönlich entwarf. Eine erreichte Geschwindigkeitvon Mach 3,2, eine erflogene Rekordflughöhe von 38.000m bzw. 125.000 Fuß. Der große Abfangjäger flog erstmals 1964 und wurde dann 1970 bei den sowjetischen Luftstreitkräften eingeführt. Enorme Länge, großes Radar, sehr hohe Geschwindigkeit, riesige Triebwerke und doppeltes Seitenleitwerk. Eine wahre Erscheinung. Es wurden zwei Stränge entwickelt: der klassische Abfangjäger und eine Aufklärer-Version mit zusätzlicher Funktion als hochfliegender, schneller Präzisionsbomber. In beiden Entwicklungssträngen gab es circa 7-9 Unterversionen im Laufe der Zeit.
Die Vorstellung der MiG-25 „Foxbat“ Mitte der 1960er Jahre löste in den USA Panik aus. Als direkte Antwort darauf wurde die F-15 entwickelt – kompromisslos als reiner Luftüberlegenheitsjäger. Es gibt Geschichten, dass die MiG-25-Aufklärer de facto nicht abfangbar in den 1970ern über Israel operierten – auf Grund der Flughöhe und der Geschwindigkeit nicht zu erreichen.
Das Modell2016 wurde von ICM die MiG-25-Familie vorgestellt. Seitdem wurden fünf verschiedene Versionen herausgebracht, zusätzlich von Revell und Hasegawa als „reboxings“. Es handelt sich um einen sehr schönen Bausatz. Ordentliche Passgenauigkeit, schöne Oberflächendetails. Ich habe den RBT-Aufklärer ergattert. Besonderes Merkmal ist hier die endlos lange Nase mit den vielen Sensoren. Das Modell lässt sich gut bauen. Man muss jedoch etwas recherchieren und kann im Anschluss viele Verbesserungen mit dem gewünschten Zeitansatz versuchen auszubessern: insbesondere die Darstellung der Sensor-Nase variiert je nach genauem Vorbild und der Einsatzzeit.
Dazu ist es so, dass nicht unendlich viele Fotos der Vorbilder herumgeistern, also es ist (soweit ich das sehe) nicht möglich, dass man eine Vorbildmaschine aus „allen Winkeln“ und mit ausreichender Qualität abgelichtet findet. Ich persönlich habe etwas die Sensoren angepasst. Ich habe die Kameraöffnungen und die Scheinwerfer aufgebohrt, das Hauptfahrwerk etwas abgesenkt. Gerne verweise ich dazu auf diesuper Artikel hier von Alexander Jost und Tobias Hennig.
Lackierung und AlterungIch wollte eine sowjetische/russische Maschine darstellen, auch wenn es noch andere, exotische Nutzer gab. Ich entschied mich für die Maschine mit mehr Decals. Auch wenn ich kein exaktes Bild des Vorbilds aus der Zeit um die Jahrtausendwende gefunden habe – es existieren mindestens zwei von 2012, jedoch mit sichtbar übersprühten Markierungen. Das A und O bei der MiG-25 ist die exzessive Alterung der Oberflächen. Bilder des Originals wirken dabei fast unrealistisch. Ich habe ein selbstgemischtes Grau gewählt, welches nicht „zu blau“ sein sollte. Im Anschluss wird heller und dunkler Kontrast aufgebracht. Im Anschluss habe ich mit Schwämmchen noch weitere Grau-Töne aufgetupft. Insbesondere auch die dunkleren Abdeckungen der Antennen/Sensoren müssen ordentlich abgenutzt werden. Auch der riesige 5800-Liter-Außentank ist ein Merkmal der „25“. Auch wenn die meisten Bilder des Originals diesen nicht im Einsatz zeigen, wollte ich ihn anbauen. Im Original wohl meistens unlackiert in Alu-Tönen genutzt, kann auch dieser gut verdreckt werden.
Max Hauswald Publiziert am 09. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |