Mikoyan MiG-15 bisvon Martin Pohl (1:48 Monogram)
Zur Geschichte der MiG-15 muss man nun wirklich nichts mehr schreiben. Über dieses Flugzeug wurden schon dutzende Bücher verfasst. Vielleicht aber doch so viel: Am 1. November 1950 flog eine Staffel amerikanischer P-51D Patrouille über dem nördlichen Nordkorea. Gegen ca. 13.50 Uhr Ortszeit wurden die Mustangs von fünf silbern glänzenden, pfeilschnellen Gegnern attackiert. Diese Maschinen manövrierten die Amerikaner nach Belieben aus, schossen und trafen. Eine Mustang stürzte brennend ab, was zwar nie offiziell bestätigte wurde, aber die übrigen P-51 drehten ab und baten um Unterstützung.
Der Luftkampf fand rund 50 Kilometer südöstlich der Stadt Sinuiju statt, zu diesem Zeitpunkt dem Hauptquartier der nordkoreanischen Armee. Die Panzerspitzen der US- und der südkoreanischen Streitkräfte waren bereits auf etwa 25 Kilometer an die Stadt herangekommen; der Sieg der UN-Truppen, die nach dem nordkoreanischen Angriff Ende Juni 1950 aufgestellt worden waren, schien unmittelbar bevorzustehen.
Aber wir alle wissen, dass der Krieg in und über Korea noch bis 1953 andauerte, denn plötzlich waren 1950 diese silbern glänzenden, pfeilschnellen Flugzeuge am Himmel, vor denen die Mustangs flüchten mussten. Etwa eine Dreiviertelstunde später traf eine Staffel Lockheed F-80 im Luftraum von Sinuiju ein. Die Shooting Stars waren zwar schnell, aber schwierig zu fliegen und nicht besonders wendig und am 1. November 1950 stand ihnen etwas ganz Neues gegenüber, die Mig-15 in der Version „bis“. Diese Maschinen brachten zwei wesentliche Innovationen mit: gepfeilte Tragflächen, die bei hohen Geschwindigkeiten exzellente Manövriereigenschaften bei gleichzeitig stabilem Flugverhalten ermöglichten, und ein aus der britischen Strahlturbine Rolls-Royce Nene II weiterentwickeltes Triebwerk mit dem Namen WK-1.
Etwa gegen 14.40 Uhr trafen drei bis sechs (die Angaben schwanken) MiGs auf die zehn F-80. Die Amerikaner flogen in 4500 Meter Höhe in einer Kolonne: vier an der Spitze im Abstand von 80 Metern, ein Kilometer weiter ein weiteres Paar hintereinander und einen weiteren Kilometer die letzte Vierergruppe. Auf diese Weise sollte ein Angreifer immer nur eine Lockheed pro Anflug beschießen können.
Doch das galt nicht für die schnellen MiGs. Sie umflogen die Kolonne westlich und machten eine weite Linkskurve, dann griff eine Maschine von Südwesten her die führende Gruppe F-80 mit der Sonne im Rücken von hinten an. In einer Entfernung von 800 Metern eröffnete der Pilot das Feuer und schoss in Intervallen; als er noch 200 Metern von den Gegnern entfernt war, kurvte die MiG mit einer scharfen Linkskurve im harten Steigflug davon. Laut dem Einsatzbericht des MiG-Piloten traf er eine F-80, die abstürzte; der Pilot, der 25-jährige Major Frank L. Van Sickle, kam ums Leben. Direkt danach hängten sich zwei F-80 an die MiG, gerieten damit aber in das Feuer zweier weiterer MiGs, die ihrer Führungsmaschine gefolgt waren. Nach kurzem Luftkampf zogen die Lockheeds und die MiGs auseinander.
In den Cockpits der MiGs saßen keine chinesischen Piloten (Nordkoreaner erst recht nicht). Vielmehr gehörte der Schwarm MiG-15 zum 72. Gardejägergeschwader der sowjetischen Luftstreitkräfte. Der Verband war kurz zuvor auf einem Stützpunkt nördlich des Yalu, also in China, stationiert worden und griff am 1. November 1950 zum ersten Mal aktiv in den Koreakrieg ein. Dieser Tag, der 1.11.1950, legte den Grundstein der im Westen über Jahrzehnte vorherrschenden Meinung über die „MiG“ im allgemeinen.
Meine MiG-15 bis ist ebenfalls eine nordkoreanische Maschine. Sie war nicht beteiligt am 1.11.1950. Diese Fagot gehört zur 113.Jägerdivision des 415.Jägerregiment, geflogen von N.M. Sokuronko im Juli 1953 über Nordkorea. Also ebenfalls ein sowjetrussischer Pilot unter nordkoreanischen Kennzeichen.
Der Bausatz in 1:48 stammt von Monogram. Die Formen dazu wurden laut Scalemates 1976 hergestellt. Man sagt dem Bausatz nach, dass er für eine MiG-15 in 1:48 zu groß sei, das mag sein, ich hab es nicht nachgemessen. Davon abgesehen ist es ein typischer Bausatz von Monogram, für seine Zeit sehr gut, zwar mit erhabenen Gravuren aber fein detailliert in den Bereichen wie Cockpit und Fahrwerk wo es auch Sinn macht. Die Pilotenfigur ist Teil des Bausatzes und auch diese finde ich für 1976 sehr gut gemacht.
Viel kann ich daher vom Zusammenbau nicht berichten, Teile von den Angüssen trennen, leicht säubern, zusammenkleben, bemalen, fertig. Bis auf die Sicherheitsgurte, die sind wie immer aus Malerkrepp, ist alles aus der Schachtel.
Die Tarnbemalung, ich würde jetzt sagen eine frühe Interpretation späterer sowjetischer Tarnanstriche, fand ich bei Recherchen in WWW auf einer russischen Seite. Ich kann zwar kein russisch, aber moderne Hilfsmittel machen es durch automatische Übersetzung möglich. Gespritzt wurde das alles zum Teil maskiert mit spezieller Maskiermasse manches allerdings auch Freihand ohne Maskierung.
Dem Bausatz liegen die koreanischen Hoheitszeichen nur ohne weißen Untergrund bei, also musste das Weiß vorab gesprüht werden, mit Hilfe einer selbst geschnittenen Maske natürlich. Die üblichen Klarlack Schichten mit den Decals dazwischen und einem abschließenden Washing mit Ölfarbe rundeten das dann ab.
Zu guter Letzt kam noch diese Abstellfläche aus heimischer Produktion dazu. Danke für´s Reinschauen! Martin Pohl Publiziert am 12. Mai 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |