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Panavia Tornado IDS

Marinefliegergeschwader (MFG) 1, Bundesmarine, Schleswig-Jagel, BRD, 1984

von Andy Hartung (1:144 Revell)

Panavia Tornado IDS

Ein Modellbauer hat prinzipiell immer Platzprobleme, das bringt das Hobby an sich mit sich. Gerade Flugzeuge nehmen in Länge und Breite viel Raum ein. Daher sind Modelle im Miniaturmaßstab 1:144 durchaus interessant, und Revell bietet eine ganze Reihe recht gut detaillierter Bausätze in diesem Maßstab an. Ein solches Modell sollte für mich das Jahr 2026 eröffnen.

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Ich selbst habe früher bereits einige 1:144er Flugzeuge gebaut. Allerdings liegt mein letztes Modell in diesem Maßstab inzwischen gut fünf Jahre zurück, höchste Zeit also, hier wieder einmal nachzulegen. Ausgesucht habe ich mir dafür einen alten Bekannten: Revells Tornado. Vor fünf Jahren hatte ich diesen Bausatz bereits auf dem Tisch, damals allerdings mit Markierungen des Tiger Meets 2011. Dieses Mal wollte ich eine reguläre Einsatzmaschine der Marineflieger bauen, wie sie in der aktuellen Neuauflage von Revell angeboten wird.

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Zum Bau

Am Ende sollte es ein schnelles Projekt werden, und entsprechend habe ich den Flieger ooB gebaut. Zugegeben habe ich dennoch einen Blick in den Aftermarket geworfen, konnte dort jedoch nichts wirklich Ansprechendes oder Verfügbares finden.

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Der Bau ist eigentlich kaum der Rede wert. Zunächst setzte ich das Cockpit zusammen und lackierte es; Sitze, Steuerknüppel und Instrumententafeln lagen separat bei. Das Ganze wurde in einem hellen Grau lackiert. Anschließend bemalte ich die Details und fertigte mithilfe von Masking Tape noch Gurte an, die ebenfalls bemalt wurden. Danach folgten die Abziehbilder sowie eine leichte Alterung. Damit war der Innenraum abgeschlossen und konnte verbaut werden.

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Das Ganze wurde in den vorderen Rumpf eingesetzt. Zusätzlich klebte ich noch kleine Bleigewichte ein, um einen Tailsitter zu vermeiden. Revell macht hierzu in der Anleitung keine Angaben, doch bei Flugzeugen mit Bugfahrwerk sollte man grundsätzlich auf Nummer sicher gehen. Anschließend wurden die beiden vorderen Rumpfhälften zusammengefügt. Etwas Spachtelmasse war notwendig, und leider beschädigte ich beim Abtrennen ein kleines Stück des Rumpfes, das anschließend neu graviert werden musste.

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Der hintere Rumpf war vertikal geteilt. Das lag daran, dass die Flügel und das Höhenruder, wie beim Vorbild, schwenkbar gestaltet sind. Bei den Flügeln funktioniert das auch sehr gut, lediglich der linke hing etwas durch, was sich nach der Lackierung jedoch gegeben hat. Beim Höhenruder ist die Lösung weniger gelungen, da die Teile relativ locker sitzen und ständig nach unten kippen oder der kleine Haltestift abbrechen kann. Daher entschied ich mich, die Höhenruder fest zu verkleben. Nachdem das Oberteil aufgesetzt war, konnten beide Rumpfsegmente miteinander verbunden werden. Die Passung war gut, es musste nur minimal gespachtelt werden.

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Das Seitenleitwerk lag separat bei, ebenso die Lufteinläufe. Bei Letzteren stellte ich mich allerdings etwas ungeschickt an: Mir war der kleine Höhenunterschied zum Rumpf nicht bewusst, weshalb ich bereits damit begann, großzügig zu spachteln und zu schleifen. Zum Glück warf ich noch rechtzeitig einen Blick auf das Vorbild und konnte mich im letzten Moment bremsen.

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Anschließend ging es an die Lackierung. Zunächst wurde das Modell weiß grundiert, danach lackierte ich die Unterseite mit Light Ghost Grey von Ammo of Mig, die Oberseite mit Dark Grey, ebenfalls von diesem Hersteller. Auch das Triebwerk sowie die Nase wurden direkt mit der Airbrush lackiert. Ebenso erhielten die Kleinteile wie Bewaffnung, Zusatztanks, Pylone und Fahrwerk ihre Farbgebung auf diesem Weg.

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Die letzten Kleinteile wurden anschließend noch angebracht. Hier zeigen sich allerdings auch die Grenzen des Maßstabs, denn gerade das Fahrwerk und insbesondere die Fahrwerksklappen wirken maßstäblich etwas zu dick, und auch der Fahrwerksschacht ist recht einfach gehalten. Mit einer ansprechenden Bemalung lässt sich das jedoch durchaus kaschieren. Am Bugfahrwerk ergänzte ich zusätzlich noch Landescheinwerfer.

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Das Modell wurde mit Glanzlack versiegelt, anschließend brachte ich die Decals an, darunter auch für diesen Maßstab recht umfangreiche Stencils. Leider habe ich erst jetzt bei dem Fotos gemerkt das die taktischen Nummern auf der linken Seite schief sind und sich nicht mehr ohne weiteres korrigieren lassen. Positiv hervorheben möchte ich noch einmal, dass Revell den Decalbogen vorbildbezogen sortiert hat und nicht das sonst übliche heillose Durcheinander bietet. Ein Pinwash rundete das Modell schließlich ab, ehe es nach einem Überzug mit Mattlack seinen Platz in der Vitrine einnehmen konnte.

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Zum Vorblid

Die Geschichte der Tornado IDS beim Marinefliegergeschwader 1 begann 1982 mit der Umrüstung des in Schleswig-Jagel stationierten Verbandes vom betagten Starfighter auf den modernen Panavia Tornado IDS. Hintergrund war die strategische Lage des Kalten Krieges: Die Bundesmarine sollte gemeinsam mit der NATO die Ostseezugänge sichern und im Ernstfall sowjetische Flottenverbände bekämpfen. Der Tornado IDS bot dafür ideale Voraussetzungen, hohe Geschwindigkeit im extremen Tiefflug, moderne Navigations- und Zielsysteme sowie die Fähigkeit, die speziell für diesen Zweck entwickelte Seezielflugkörper AS.34 Kormoran einzusetzen. Das Einsatzprofil war anspruchsvoll: Anflug unterhalb der gegnerischen Radarerfassung, Start der Kormoran aus sicherer Distanz und schneller Rückzug auf niedrigster Höhe. Damit stellte das MFG 1 einen zentralen Baustein der maritimen Abschreckung in Nord- und Ostsee dar und war operativ eng in die NATO-Planungen eingebunden.

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Mit dem Ende des Kalten Krieges verlor die klassische Seeraumverweigerung in der Ostsee jedoch an strategischer Bedeutung. Zwar blieben die Tornados des MFG 1 weiterhin leistungsfähige Mehrzweckkampfflugzeuge und wurden in internationale Verpflichtungen eingebunden, doch die eigenständige maritime Schlagkraft der Marineflieger wurde zunehmend hinterfragt. Im Zuge der Bundeswehrreformen entschied man sich schließlich, die verbliebenen Tornados 2005 an die Luftwaffe abzugeben. Kurz darauf wurde das Geschwader aufgelöst, ein markanter Einschnitt, denn damit endete die jahrzehntelange Tradition deutscher Marine-Kampfflugzeuge. Die maritime Luftkriegskomponente der Bundeswehr beschränkt sich seither auf Hubschrauberverbände, während die Ära der Marine-Tornados als prägendes Kapitel bundesdeutscher Militärluftfahrtgeschichte abgeschlossen gilt.

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Mit der Auflösung des Marinefliegergeschwader 1 am 31. Dezember 1993 endete auch für die 43+71 ihre marinefliegerische Einsatzzeit, doch ihre Karriere war damit noch nicht vorbei. Die Maschine wurde zunächst dem Aufklärungsgeschwader 51 zugeteilt und später an das Jagdbombergeschwader 33 übergeben, womit sie vollständig in die Struktur der Luftwaffe integriert wurde. Dort diente sie nicht mehr in der klassischen maritimen Schlagrolle mit der Kormoran, sondern im regulären Tornado-Verbandseinsatz der Luftwaffe. Nach ihrer Außerdienststellung blieb die 43+71 jedoch erhalten: Heute befindet sie sich in der Kaserne Schortens und wird vom Objektschutz der Bundeswehr als Ausbildungs- und Übungsobjekt für Instandsetzungs- und Bergungsmaßnahmen genutzt. 

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Fazit

Ein wirklich unkompliziertes und schnelles Projekt – das war mal wieder notwendig. Ich denke, der nächste 1:144er wird nicht lange auf sich warten lassen.

Panavia Tornado IDS

Andy Hartung

Publiziert am 07. März 2026

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