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Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

155° Grupo E.T.S. „Pantere Nere“

von Max Lorenz (1:72 Italeri)

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Das Original

Als Ersatz für die F-104 schlossen sich 1967 die Niederlande, Belgien, Kanada, Italien und die BRD zusammen, um gemeinsam Planungen für ein neues Mehrzweckkampfflugzeug aufzunehmen. Später stieg auch Großbritannien mit ein, die ersten 3 genannten zogen sich allerdings wenig später zurück. Die Unternehmen der jeweiligen Länder schlossen sich 2 Jahre später zur PANAVIA GmbH (Pan= griech. für „alles“, Avia= lat. für „Luftfahrt“, bzw. alles was sich darum dreht) mit Sitz in München zusammen, um das Flugzeug Panavia 200 (Pa-200) Tornado zu bauen.

Ursprünglich sollten 1500 Flugzeuge in 3 Versionen gebaut werden: ECR für die Elektronische Kampfführung, IDS als Jagdbomber und ADV als Abfangjäger. Letztere unterscheidet sich in diversen Punkten (z.b. längerer Rumpf) von der IDS Variante, aus welcher der Tornado ECR abgeleitet wurde.

Am Ende der Produktion (1979-1998) wurden 859-992 Flugzeuge gebaut, je nach Quelle. Einziger Exportkunde war Saudi-Arabien. Die Amerikaner untersuchten zwar das Flugzeug als Ersatz für die F-4G, entschieden sich dann aber für die eigene F-16 für die „Wild-Weasel-Rolle“.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Die Italiener erhielten 88 Flugzeuge, davon eine modifizierte Vorserienmaschine. In Italien wurden sie als A-200A bezeichnet, später modernisierte Flugzeuge als A-200C. Sie entsprachen dem Tornado IDS, konnten aber auch mit Aufklärungsbehältern ausgerüstet werden. Außerdem waren zusätzlich 12 Trainingsflugzeuge TA-200A (nach der Modernisierung TA-200B) mit Doppelsteuerung vorhanden. Ab 1992 bauten die Italiener 16 A-200 so um, dass sie der ECR Variante entsprachen und nun intern als EA-200 A/B bzw. später als C/D bezeichnet wurden. Sie unterschieden sie sich aber auch deutlich von anderen ECR-Varianten, wie z.B. von denen der Bundeswehr.

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Da sich der moderne Eurofighter verspätete, wurden von Großbritannien zwischen 1994 und 2004 je nach Quelle 15-24 Tornado ADV für die italienische Luftverteidigung geleast.

Die anderen Versionen sollen später durch die F-35 ersetzt werden.

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Zum 65. Staffeljubiläum der 155° Grupo E.T.S. „Pantere Nere“ erhielt ein Tornado entsprechend zum Staffelnamen 2006 eine Sonderlackierung. Diese lässt sich durch entsprechende Bausätze von Italeri in den Maßstäben 1:72 und 1:48 darstellen.

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Der Tornado als 72er Modell

In dieser Verkleinerung ist er doch schon sehr häufig unter den Herstellern vertreten. Airfix machte 1975 den Anfang, Italeri folgte 3 Jahre später und Esci, Monogram, Matchbox (ADV-Version), Hasegawa und schlussendlich Revell im Jahr 1998 zogen nach. Bei Airfix und Italeri gab es zwischendurch noch neue Gussformen für die ADV-Variante, so dass man auf insgesamt 9 verschiedene Formen kommt, welche auch an andere Hersteller weitergegeben wurden.

Nun ist es aber auch schon 28 Jahre her, dass die modernste Form von Revell erschien. Von den Details ist diese durchaus akzeptabel, auch wenn die Form schon sehr gelitten hat. Bis zur Außerdienststellung (und danach wohl noch weniger) wird es aus Bünde aber bestimmt keine Neuentwicklung geben.

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Der Bausatz

Auch bei Italeri schleift man seinen 1978 entwickelten Bausatz durch die Jahrzehnte, welcher daher in seiner Form eher einem Prototypen entsprechen sollte.

Zu dem 2010 erschienen „Black Panthers“ Bausatz kam ich eher durch Zufall, er war eigentlich nur ein Beifang bei einer Auktion. Da mich die Sonderlackierung reizte und mir diese vorher noch nie wirklich aufgefallen war, entschloss ich mich zum Bau. Das Alter war mir zunächst gar nicht so sehr bewusst, wozu vorallem die versenkten Gravuren beitrugen. Ich habe Bilder von frühen Bausätzen verglichen und kann sagen, dass diese bereits seit der ersten Auflage vorhanden sind, was für die damalige Zeit schon ein echter Fortschritt war. Ein Spritzling wurde 1996 auch nochmal so angepasst, dass die Bewaffnung überarbeitet wurde und dem jetzigen Bausatz entspricht.

Die Gussqualität der 102 Bauteile ist ansonsten ganz OK. Grat gibt es bei mir nur wenig an einer Rumpfhälfte und Sinkstellen kann ich keine Entdecken. Auffallend sind jedoch die sehr deutlichen Auswerfermarken bzw. sind die Stifte zum Auswerfen der Formen tief im Gusswerkzeug verschwunden, so dass deren Führung mit ausgegossen wurde. Diese „Nippel“ sind leider häufig zu finden, liegen aber zum Glück „nur“ auf Klebeflächen und müssen entfernt werden.

Schaut man sich die Schubdüsen an, stellt man fest, dass nur diese zur Triebwerksdarstellung vorhanden sind. Ein Innenleben gibt es genau so wenig wie beim Fahrwerk, wobei hier durch parallele Strukturen zumindest irgendeine Struktur angedeutet wird. Spätestens jetzt wird einem auch das Alter des Bausatzes bewusst…

Der Decalbogen erlaubt nur den Bau der Sonderlackierung, ist aber auf den ersten Blick gut gedruckt.

Auch wenn ich zuerst vom Gegenteil ausgegangen bin, die Online zu findenden Bauerfahrungen deuten auf eine eher mäßige Passgenauigkeit hin.

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Der Bau

Hier beginnen wir wieder im sehr schlicht ausgestatteten Cockpit. Zunächst müssen einige Auswerfermarken entfernt werden, bevor mit dem Zusammenbau begonnen werden kann. Die Aussparungen für die Seitenkonsolen sind etwas zu groß, das ist aber kein größeres Problem. Viel mehr sollte man sich an deren Gestaltung stören: Die frei stehenden Klötze auf der Bodenplatte haben nichts mit dem eigentlichen Cockpit zu tun und die riesigen Lücken zwischen Sitz und Wand sind auch bei geschlossener Cockpithaube zu erkennen. Die vorderen Bedienungspanele haben zwar wie die Seitenkonsolen eine akzeptable Darstellung der Instrumente, sind aber irgendwie sehr groß geraten: Sie füllen die komplette Breite des Cockpits aus und sind dabei so lang wie eine 72er Pilotenfigur. Das kann nicht stimmen. Am Ende wirkt das Cockpit einfach recht billig und irgendwie wahllos zusammengestellt.

Beim Zusammensetzen der Rumpfhälften wären eindeutig mehr Passhilfen nötig gewesen. Die beiden Halbschalen sind in Ober- und Unterhälfte geteilt und im Bereich des Cockpits ist die Materialstärke eher dünn, was bei mir leichten Verzug bedeutet. Die fehlenden Passhilfen an dieser Stelle machen den Zusammenbau auch nicht einfacher, was wie auch im Bereich hinter den Tragflächen im aufwendigen Verspachteln endet. Zuvor sollte man aber nicht vergessen, etwas Gewicht in der Nase unterzubringen: 3,5g reichen locker aus.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Auch die schwenkbaren Flügel müssen vorher angebracht werden. Das System dafür wirkt ganz robust und ist ohne große Probleme einzubauen. Demzufolge sollen auch die Waffenträger schwenkbar gestaltet werden, allerdings entschied ich mich dagegen.

Die Flügel sind jeweils zweiteilig, wobei die untere in die obere Hälfte eingeklebt wird. Dabei entstehen „Gräben“, die unbedingt verspachtelt werden müssen. Auch die Gravuren, insbesondere an der Unterseite, sind hinsichtlich ihrer Korrektheit eher fragwürdig.

Mit Spachtelmasse geht es dann bei der Luftbetankungssonde weiter. Diese passt von ihrer Form her so garnicht an die Stelle vom Rumpf, wo sie hingehört und erfordert vor dem Spachteln noch einiges an Anpassung.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Der grobe Zusammenbau nähert sich dem Ende, deshalb nun zu den Außenlasten, die, wie auch das Fahrwerk, erst nach dem Lackieren montiert werden.

Für die beiden ganz gut aussehenden AGM-88 liegen leider nicht die passenden Startschienen bei. Die Italiener nutzen etwas andere bzw. spitzere als z.b. die Bundeswehr. Für diese würden die im Bausatz enthaltenen passen. Die Schienen habe ich mir aus anderen Startern selbst zurechtgeschliffen, da das Design relativ einfach ist. Die Sidewinder hingegen sind weniger zu gebrauchen und wurden durch bessere Exemplare ersetzt. Auch die Zusatztanks entsprechen nicht unbedingt dem Original. Deren Finnen am Heck sind viel zu weit unten und haben einen zu großen Neigungswinkel. Ich habe sie trotzdem so belassen.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Lackierung und Decals

Diese sollte man nicht unterschätzen, so besteht sie doch augenscheinlich nur aus silber und schwarz, was ich mit Humbrol Metal Cote 27002 und schwarz 302 von Revell lackiert habe. Die genaue Begrenzung des Grautons (grau 57 von Revell) im Schwenkbereich der Flügel musste aber erstmal definiert werden, ergibt sich aber ganz einfach aus dem jeweils verdeckten Bereich je nach Flügelposition. Hier musste ich noch etwas schleifendes Plastik entfernen, was ansonsten jedes mal den lackierten Bereich wieder aufgekratzt hätte.

Etwas schwierig in der Farbgebung waren die von mir letztendlich in Eisenoptik (Revell 91) gestalteten Vorderkanten bestimmter Bereich an den Leitwerken und Lufteinläufen. In der Bauanleitung wurden diese garnicht erst beachtet, auf Vorbildfotos wirkten sie aber immer mal grau oder metallisch.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Die Verarbeitung der Abziehbilder ergab keine größeren Probleme, sie legten sich aber nur mit „Mark Fit Super Strong“ und langer Einwirkzeit gut in die Gravuren. Die blauen Zickzack-Linien an den Lufteinläufen machten etwas Probleme, da auf beiden Seiten das Positionslicht im Weg ist.

Druck und Verarbeitung sind also ganz gut, die Vorbildgenauigkeit lässt bei genauerem hinsehen aber zu wünschen übrig. Besonders beide Abziehbilder am Leitwerk unterscheiden sich in den Details vom Original, noch deutlicher wird es aber bei den Kratzspuren unterm Cockpit.

Nach 25h war der Schwarze Panther dann fertig. Einige Stunden mehr wie ich zu Beginn vermutet habe, aber gerade das Spachteln am Rumpf hat viel Zeit gekostet.

Panavia Tornado IDS "Black Panthers"

Fazit

Die erste Euphorie vergeht beim Bau leider schnell und man merkt zeitig (bzw. auch schon, wenn man sich die Gussrahmen ansieht), dass es sich nicht wirklich lohnt, viel Zeit in Umbaumaßnahmen zu investieren, um einen wirklich vorbildgerechten Tornado zu bauen. Wer wie ich einfach zu einem Ergebnis kommen möchte und die nötige Erfahrung hat, der macht das Beste draus und nimmt den Bausatz so wie er ist. Gegebenenfalls ist auch noch Platz für die ein oder Andere Umbaumaßnahme oder Ergänzung. Die Lackierung reißt an diesem Bausatz schon einiges raus, wer aber eine normale Einsatzmaschine bauen möchte, sollte zur Konkurenz greifen oder einfach den hier enthaltenen Decalbogen an einem anderen Tornado-Kit anwenden.

Max Lorenz

Publiziert am 24. März 2026

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