Du bist hier: Home > Galerie > Schiffe Militär WK2 > Typ IX C/40 U-190

Typ IX C/40 U-190

33. U-Flottille, Nordatlantik, Frühjahr 1945

von Andy Hartung (1:144 Revell)

Typ IX C/40 U-190

Zack, und wieder ist das letzte Schiffsmodell zwei Jahre her. Es war also höchste Zeit, in meinen Stash zu greifen und etwas Neues für die Werft zu suchen. Angeboten hat sich da die vor anderthalb Jahren erschienene U-190 im Maßstab 1:144, insbesondere nachdem das Detailset von RC-Subs erschienen ist und bislang noch relativ wenige gebaute Modelle im Netz zu finden sind, auch wenn deren Anzahl langsam steigt.

Typ IX C/40 U-190

Die Typ-IX-Boote stehen zudem immer im Schatten der Typ-VII-Boote. Daher war es mir auch ein Anliegen, genau dieses Boot darzustellen. Da Revell diese Lücke erst jetzt geschlossen hat, wollte ich auch sehen, was man uns aus Bünde hier liefert.

Typ IX C/40 U-190

Vorbereitung

In der Vorbereitung sind mir bereits ein paar Dinge aufgefallen, die mir so nicht gefallen haben. Dazu zählten die viel zu kräftige Reling und das wirklich hässliche FuMO-30-Radar. RC-Subs hatte hier aber bereits Abhilfe angekündigt. Als diese verfügbar war, habe ich sofort bestellt.

Typ IX C/40 U-190

Wenig überraschend begann der Bau mit dem Rumpf. Dieser war schon sehr lang und bestand aus zwei Rumpfhälften, in die Spanten eingesetzt werden sollten. 

Die ersten Schritte waren dann der Bau der Torpedorohre. Um möglichst viel zu zeigen, entschloss ich mich, eine Seite geschlossen und die andere geöffnet darzustellen. Die ersten PE-Teile fanden hier ihre Verwendung, um die geschlossenen Luken darzustellen. Da dem RC-Subs-Set auch ein Torpedo beilag, überlegte ich zunächst, diesen einzubauen, entschied mich dann aber doch dagegen.

 

Typ IX C/40 U-190

Die nächste größere Baustelle war der Schnorchelschacht. Hier mussten PE-Teile angebracht werden, welche die Querrippen des U-Bootes darstellen. Dazu habe ich die angedeuteten Rippen auf den Kunststoffteilen entfernt und durch die PE-Teile ersetzt. Der Schacht selbst war direkt an die mittlere Decksektion angegossen. Da er jedoch weitgehend glatt war, wurde auch hier noch ein PE-Teil angebracht, vermutlich zur Darstellung der Flutschlitze, durch die das Wasser ablaufen kann.

Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190

Typ IX C/40 U-190

 

Die Struktur des Rumpfes ist bereits sehr gut getroffen. Das war auch der Grund, warum ich mich dazu entschieden habe, keine PE-Teile am Rumpf zu verwenden. Insbesondere die Flutschlitze umzusetzen war mir zu heikel und zu aufwendig, sodass die Mehrarbeit am Ende aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt gewesen wäre. Von RC-Subs war vorgesehen, die entsprechenden Bereiche aufzufräsen und die Rundung der PE-Teile entsprechend anzupassen. Zusätzlich hätte man die Flutschlitze auf der Innenseite des Rumpfes wieder verschließen müssen, da sonst durch die Flutschlitze auf der gegenüberliegenden Seite Licht durch den gesamten Rumpf geschienen hätte.

Typ IX C/40 U-190

Um eine höhere Stabilität zu erreichen, wurden auch Spanten in den Rumpf eingesetzt. Danach wurden die Rumpfhälften zusammengesetzt, darunter auch der Bereich mit den Flutschlitzen am Kiel. Hier war die Passgenauigkeit, vor allem für ein New Tool von Revell aus dem Jahr 2024, eher mäßig. Den gesamten Übergang musste ich anschließend entsprechend versäubern. Unter uns gesagt habe ich es am Kiel nicht überall geschafft, einen sauberen Übergang zu erzeugen. Zum Glück befindet sich diese Stelle an der Unterseite, sodass sie später kaum auffällt.

Typ IX C/40 U-190

Weiter ging es mit den Rudern sowie den Gestängen am Rumpf. Hier war es ein bisschen knifflig, alles passend anzubringen. Hatte ich die linke Seite mit dem Ruder passend ausgerichtet, war es auf der rechten Seite wieder herausgerutscht. Naja, es war eine große Fummelei, aber mit Geduld und einer improvisierten Halterung aus Farbdosen ging es dann doch. Zugegeben wäre die Verwendung von Sekundenkleber im Nachhinein die einfachere Lösung gewesen, aber daran denkt man in dem Moment nicht.

Typ IX C/40 U-190

Das Deck war dreiteilig, wobei zwei Teile bereits einzeln im Bausatz beilagen. Der mittlere Teil war bereits zum Teil bearbeitet worden, da sich hier der Schnorchelschacht befand. Durch RC-Subs hätte die Möglichkeit bestanden, das Deck durch ein PE-Deck zu ersetzen. Hierfür hätte das gesamte Deck jedoch plan geschliffen werden müssen. Aus zwei Gründen entschied ich mich auch hier dagegen. Zum einen war die Darstellung der Kunststoffteile teilweise sogar besser, insbesondere im Bereich des Riffelblechs. Zum anderen hätte ich die Schienen für die Torpedos ebenfalls mit PE-Teilen darstellen müssen. Das traute ich mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht zu.

Das hintere Teil passte ausgezeichnet, zwischen dem vorderen und mittleren Teil gab es jedoch Probleme. Auch die Passgenauigkeit zum Rumpf war nicht optimal. Parallel wurde der Schnorchel eingesetzt, der nun schwenkbar im Rumpf gelagert war. Letztlich war der Rumpf damit aber schon fast fertig.

Typ IX C/40 U-190

Damit näherte ich mich schon dem Turm. Ab hier war die Anleitung aus dem Bausatz fast für den Schrubber (ist also Wertlos), denn nun musste ich mich fast ausschließlich mit dem RC-Subs-Set auseinandersetzen. Letztlich zieht der Turm vermutlich auch die meisten Blicke auf sich.

Zunächst habe ich an beiden Turmhälften die Front entfernt. Diese wurde schließlich durch ein 3D-gedrucktes Teil von RC-Subs ersetzt. Wichtig war hier, die Übergänge ausreichend zu verspachteln. Dabei musste sehr genau gearbeitet werden, damit die Übergänge später nicht mehr zu erkennen sind. Schwieriger war jedoch die Innenseite der Brücke richtig darzustellen, da die Teile nun gar nicht mehr so passten wie ursprünglich vorgesehen. Man musste dabei eben kreativ werden.

Typ IX C/40 U-190

Die Turmdecks waren recht einfach gehalten, daher verwendete ich hier die PE-Teile. Ich schliff die Decks komplett blank und klebte sie sauber auf. Wichtig war, nicht zu viel Kleber zu verwenden, damit er nicht durch die Öffnungen quillt. Die Passgenauigkeit am Turm war dadurch leider nicht mehr ganz optimal, das ließ sich durch sauberes Abschleifen aber wieder anpassen.

Typ IX C/40 U-190

Im nächsten Schritt wurden sämtliche Passlöcher verspachtelt und auch die Übergänge vom Deck zum Turm musste ich noch einmal versäubern. Anschließend brachte ich weitere 3D-Druckteile an, darunter Einstiegsluken, Periskope, das FuMO-30-Radar sowie den Ausguck mit Fernglas, der separat beilag. Auch die Reling des Turms lag bei und konnte in die kleinen Passöffnungen des Decks eingeklebt werden. Leider ist das Material sehr brüchig. So geschah es auch beim Entfernen der Supports, sodass ich das Geländer wieder zusammenbauen musste. Ähnlich verhielt es sich bei den um den Turm herum verlaufenden Gestängen und Treppensprossen. Da die Passlöcher nicht mehr übereinstimmten, musste ich selbst die richtige Position finden. Das war nicht immer ganz einfach. Teilweise lösten sich die Teile wieder, teilweise wurden sie schief angebracht.

Typ IX C/40 U-190

Ähnlich kompliziert war die Aufnahme des Schnorchels. Hier musste das Rohr in einer leicht veränderten Position angebracht werden. Ich bohrte das Rohr an der Vorderseite zudem noch auf. Weiterhin kamen einige PE-Teile an den Turm. Vor allem Nieten, aber auch die Aufnahme des Belüftungsrohres gehörten hier mit dazu.

Die drei Geschütze waren die nächste Herausforderung. Auch hier verwendete ich den vollen Umfang an PE-Teilen. Die Schwierigkeit lag jedoch vor allem darin, dass die Anleitung eher kryptisch war und nur eine Seitenansicht der Geschütze zeigte, was nicht besonders hilfreich war. Insbesondere die beiden kleineren Geschütze machten hier viel Arbeit.

Typ IX C/40 U-190

Die Reling am Rumpf bestand aus einem PE-Teil. Hier bohrte ich dummerweise zu viele Löcher, die ich später wieder verschließen musste. Der Ständer war ebenfalls schnell gebaut und ist nichts Besonderes. Allerdings hatte ich aus dem Set von RC-Subs noch eine akustische Mine und einen Torpedo übrig, die ich hier ebenfalls angebracht habe. Dann war es auch schon so weit und ich konnte mit der Lackierung des Modells beginnen.

Typ IX C/40 U-190

Grundiert wurde das Ganze in Weiß und Schwarz. Da ich die Revell-Farben so gut wie gar nicht mehr verwende und erst recht nicht mehr versprühe, nutzte ich die Farben von Ammo by Mig. Um die richtigen Farbtöne zu wählen, schaute ich nach, welche Farben andere Hersteller angeben. So kam es dazu, dass ich Dunkelgrau (A.Mig 235) für das Deck, light compass Ghost Grey (A. Mig 203)für das Überwasserschiff und Medium Gunship Grey (A.Mig 0204) für das Unterwasserschiff verwendete. Separat lackierte ich die Bewaffnung und die Schrauben. Leider kam es beim Abkleben zu einem Missgeschick und Teile der Farbe wurden vom Masking Tape wieder abgezogen.

 Nach dem Klarlack habe ich ein Wash sowie ein Pin Wash zur Alterung verwendet. Mit Pigmenten wurden Rostläufe dargestellt. Die Antennen stellte ich mit elastischem Gummifaden dar, die Isolatoren mit Patfix.

Typ IX C/40 U-190

zum Vorbild:

Das deutsche U-Boot U-190 gehörte zu den Booten des Typs IXC/40 und wurde am 24. September 1942 bei der AG Weser in Bremen in Dienst gestellt. Nach der Ausbildung trat das Boot zunächst der 4. U-Flottille bei, bevor es ab Februar 1943 bei der 2. U-Flottille in den Fronteinsatz ging. Im Laufe des Krieges absolvierte U-190 mehrere Feindfahrten im Nordatlantik und vor der nordamerikanischen Ostküste. Dabei operierte das Boot meist gegen alliierte Geleitzüge, deren Sicherung im Verlauf des Krieges jedoch immer stärker wurde. Die zunehmende Luftüberlegenheit der Alliierten, verbesserte Ortungstechniken und eine immer dichtere U-Boot-Abwehr machten den Einsatz deutscher U-Boote von Jahr zu Jahr gefährlicher.

Zu den bekanntesten Erfolgen von U-190 zählt die Versenkung des kanadischen Minensuchers HMCS Esquimalt am 16. April 1945 vor Halifax. Das Schiff wurde durch einen Torpedo getroffen und sank innerhalb weniger Minuten. Tragischerweise starben zahlreiche Besatzungsmitglieder nicht unmittelbar durch den Angriff, sondern später an Unterkühlung im eiskalten Wasser des Atlantiks. Es war eines der letzten kanadischen Kriegsschiffe, das im Zweiten Weltkrieg durch ein deutsches U-Boot versenkt wurde.

Seine letzte Unternehmung begann U-190 am 24. Februar 1945, als das Boot unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans-Erwin Reith auslief. Inzwischen gehörte es zur 33. U-Flottille, die in Flensburg stationiert war und zu den letzten noch einsatzfähigen Frontverbänden der deutschen U-Boot-Waffe zählte. Der Auftrag führte das Boot erneut in die Gewässer vor Kanada und in den westlichen Atlantik. Zu diesem Zeitpunkt war der Krieg für Deutschland militärisch praktisch verloren. Die alliierten Seestreitkräfte beherrschten den Atlantik nahezu vollständig, und jeder Einsatz war mit einem enormen Risiko verbunden.

Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190

Typ IX C/40 U-190

 

Nach der Versenkung der Esquimalt blieb U-190 weiterhin im Operationsgebiet. Während andere Boote bereits den Rückmarsch antraten oder verloren gingen, erhielt die Besatzung schließlich am 8. Mai 1945 über Funk die Nachricht von der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Wie viele andere U-Boote stellte auch U-190 daraufhin alle Kampfhandlungen ein. Der Befehl lautete, Kurs auf einen alliierten Hafen zu nehmen und sich zu ergeben.

Am 11. Mai 1945 lief U-190 in die kanadische Bucht von Conception Bay auf Neufundland ein und kapitulierte dort offiziell vor Einheiten der Royal Canadian Navy. Für die Besatzung bedeutete dies das Ende einer langen und entbehrungsreichen Einsatzzeit. Das Boot selbst wurde nicht – wie viele andere deutsche U-Boote – im Rahmen der Operation Deadlight versenkt, sondern von Kanada übernommen und als Versuchsträger genutzt.

In den folgenden zwei Jahren diente U-190 der Royal Canadian Navy unter deutscher Kennung für Erprobungen und Ausbildungszwecke. Erst am 21. Oktober 1947 endete seine Geschichte endgültig. Anlässlich des Trafalgar Day wurde das ehemalige deutsche U-Boot vor der Küste von Nova Scotia durch kanadische Kriegsschiffe und Flugzeuge versenkt. Damit fand eines der wenigen erhalten gebliebenen deutschen U-Boote sein Ende unter der Flagge seines einstigen Gegners – ein ungewöhnliches Schicksal, das U-190 von vielen anderen Booten der Kriegsmarine unterscheidet.

Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190Typ IX C/40 U-190

Typ IX C/40 U-190

 

Fazit:

So steht nun nach drei Monaten Bauzeit die fertige U-190 auf dem Tisch. Es war wieder einmal eine schöne Abwechslung, ein Schiff zu bauen, auch wenn ein U-Boot im Vergleich verhältnismäßig einfach ist. Trotzdem macht das Modell ganz schön etwas her, vor allem aufgrund seiner imposanten Länge. Die kleinen Farbakzente und Details, wie die Isolatoren, wirken dabei als Blickfang des ansonsten recht schlichten Tauchboots. Kurzum: Es war wieder einmal an der Zeit, in See zu stechen.

Typ IX C/40 U-190

Andy Hartung

Publiziert am 18. Juli 2026

Du bist hier: Home > Galerie > Schiffe Militär WK2 > Typ IX C/40 U-190

© 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links