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F-14D Tomcat

von Roland Sachsenhofer (1:144 Revell)

F-14D Tomcat

Zur F-14D im Maßstab 1:144

Die vorliegende F-14D stellt den Auftakt einer kleinen Serie dieses großen Kampfflugzeuges dar. Insgesamt entstehen dabei fünf Tomcats, je zwei in 1:48 und 1:72 - und eine im Kleinstmaßstab 1:144, die hier zu sehen ist.

F-14D Tomcat

Man darf sich durchaus fragen, wieso zu diesem reizvollen Modellbauthema denn dreimal der Maßstab gewechselt wird. Als Antwort kann ich anbieten: es kann einfach sehr reizvoll sein, ab und an die Perspektive zu wechseln! Nicht nur der puren Abwechslung wegen, sondern auch, weil jeder der verfügbaren Maßstäbe seine eigenen Reize hat und auch einen je eigenen modellbauerischen Erkenntnisgewinn verspricht.

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Beim „144er“ gefällt mir zum Beispiel, dass er zu einer pragmatischen Genauigkeit im Arbeiten verführt. Man bewegt sich bei den Details in Bereichen, bei denen selbst die Vergrößerung meiner Lupen an ihre Grenze kommt. Grenzwertig ist auch die Feinheit der Motorik gefordert, wenn mit der Pinzette feinste Partikel aufgenommen und platziert werden müssen, die sich dann, an Ort und Stelle, plötzlich als beispielsweise eine Klaue der Kabinenhauben-Verriegelung entpuppen.

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Gleichzeitig ist das Arbeiten in 144 aber auch seltsam entspannt: vieles kann der Kleinheit wegen einfach nicht mit einer entsprechenden Detailform dargestellt werden! Wie ich an mir selbst feststelle, lockert das Ansprüche, die manchmal ohnehin schon etwas hochgeschraubt und überspannt sind, bis zu einem wieder wohltuenden Maß auf. Dieser Gedanke beinhaltet auch, dass man manches, was in besprochener Weise nicht mehr darstellbar ist, mit einer gestalterischen Erfindung angedeutet muss- und das wiederum kann wirklich Spaß machen.

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Der 144er Maßstab kann so also genutzt werden, den kritischen Modellbauerblick wieder mehr auf die Stimmigkeit des Ganzen zu justieren, als sich im bloßen Summieren von einzelnen Details zu erschöpfen.

F-14D Tomcat

Zum Bauprozess

Im Lichte des Gesagten sehe ich daher dem hier gezeigten Modell auch gerne nach, dass in den zahlreichen Ecken, Winkeln und Flächen der eindrucksvollen Formen einer F-14 viele der in 72, 48, oder gar 32 möglichen Details ausgelassen werden. Mit ein wenig Augenzwinkern kann ich dafür die selbst fabrizierten Details und Andeutungen wahrnehmen und mich an den Spaß erinnern, die deren Planung und Herstellung gemacht haben.

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Viel Energie ist zum Beispiel in die Ausgestaltung des geöffneten Kabinendachs geflossen. So habe ich etwa dem Ganzen eine tiefgezogene Ausgabe dieses Bauteils zugrunde gelegt, weiters wurden die Rückspiegel sowie die schon angesprochenen Verriegelungs-Klauen aus zurechtgeschnittenen Ätzteil-Resten gefertigt. Dies waren nun wirklich die kleinsten Teile, die mir je mit einer Pinzette gezielt zu bewegen gelungen sind!?

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Auch das unter der geöffneten Kanzel liegende Cockpit wurde Ziel einiger Detaillier-Übungen meinerseits. Sämtliche Gurte, Handgriffe und Schleudersitz-Abzüge sind als selbstgebaute Extras dazu gekommen.

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Außer der Vacu-Haube habe ich noch einen Satz Resin-Reifen als Verfeinerung eingebaut. Hier haben mich vor allem der abgeplatteten, „belasteten“ Räder interessiert. Weiters sitzt ganz vorne am Bug eine „A-Sonde“ aus Metall; auch diese stellt eine lohnende Detaillierung gegenüber dem Originalteil dar.

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Dabei muss dieser nicht ohne Grund vielgelobte Bausatz von Revell nicht zwingend verbessert werden! Die Strukturiertheit und Feinheit der Bauteile überzeugen ebenso, wie die wundervolle Passgenauigkeit, die den Modellbauer von Anfang bis Ende verwöhnt.

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An wünschenswerter Qualität spart Revell auch bei der Ausgestaltung des Decalbogens nicht. In erstaunlicher Anzahl und Detailfülle werden Markierungen und Stencils einer F-14 angeboten. Um das zu illustrieren: allein für die Darstellung einer einzelnen AIM-54 Phoenix Lenkwaffe werden acht Miniatur-Decals benötigt, die auf wirklich kleinen und verwinkelten Raum platziert werden müssen. 

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Der Bausatz bietet Markierungen für zwei Versionen. Eine davon habe ich mir in Form einer Maschine der VF-101 „Grim Reapers“ zum Vorbild genommen. VF 101 ist eine besonders interessante Einheit, da sie seit Jänner 1976, also seit der ersten Stunde der Einführung der F-14 Tomcat, für Ausbildung und Umschulung neuer F-14 Crews und der hoch spezialisierten Wartungsteams zuständig war. Stationiert sind die „Grim Reapers“ in der NAS Oceana an der US-Ostküste. Nach Ablösung der F-14 zwischen 2005 und 2012 aufgelöst, flog die reaktivierte VF-101 folgend die neue F-35 Lightning II. 2018 erfolgte die endgültige Deaktivierung dieser Einheit.

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Die Miniatur-F-14 war für mich ein lohnender und erfahrungsreicher Auftakt zur näheren Auseinandersetzung mit der „Tomcat“. Mit Überzeugung kann ich allen Interessierten einen Ausflug in den Kleinstmaßstab empfehlen, eine F-14 von Revell ist ein ideales Objekt dafür!

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Wenn Ihr Euch selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt Ihr hier zu einem ausführlichen Baubericht auf „Scalemates“. Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

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Roland Sachsenhofer

Publiziert am 12. October 2021

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