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Kampfpanzer KF51 Panther

von Stefan Szymanski (1:72 Vespid Models)

Kampfpanzer KF51 Panther

Zum KF51

Bei dem KF51 Panther handelt es sich um einen von Rheinmetall entwickelten Kampfpanzer der vierten Generation, der erstmals 2022 auf der Rüstungsmesse „Eurosatory“ (Frankreich) der breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Bewaffnet mit einer mächtigen 130mm/ L51-Kanone, die nach Angaben Rheinmetalls über eine 50% höhere Leistung als alle herkömmlichen 120mm-Geschütze verfügen soll, verbunden mit einem Automatiklader, der die Besatzung auf drei Personen reduziert, die alle besser geschützt in der Kampfwanne unterkommen, ausgestattet mit integrierten Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen und den neusten digitalen Aufklärungs- und Kommunikationstechniken, könnte der KF51 als großer Konkurrent zum neusten Leopard 2 A-RC 3.0 von KNDS agieren.

So will die italienische Armee ihre Panzerflotte mit 380 KF51 ausstatten, wobei hier aber die herkömmliche 120mm-Kanone Verwendung finden soll. Auch Ungarns Interesse wurde geweckt und so hat die ungarische Regierung Rheinmetall beauftragt, den KF51 zur Serienreife zu entwickeln. Weitere Interessenten dürften wohl noch folgen. Laut Rheinmetall ist mit einem Beginn der Serienproduktion zum Ende des Jahrzehnts zu rechnen. So könnte der KF51 auch als Überbrückung in der Bundeswehr dienen, bis ab etwa 2040 mit dem „Main Ground Combat System“ (einen deutsch-französischen Rüstungsprojekt) ein Kampfpanzer der nächsten Generation folgen wird, der definitiv die bis dahin doch betagten Leopard 2- und Leclerc-Panzer ersetzen soll.

Kampfpanzer KF51 Panther

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Zum Bausatz

Die damalige Premiere des KF51 sorgte für viel Furore. So war es auch mehr als erfreulich, dass Vespid diesen Panzer in einen hoch-detaillierten Bausatz umsetzt. Vespid hat sich hier mittlerweile bei hochwertigen Produkten in der Modellbauszene einen guten Namen gemacht und auch dieser Kit kann auf den ersten Blick mit schön detaillieren Bauteilen, einen Metallgeschützrohr, einen kleinen Ätzteilbogen, sowie feinen 3D-Druckteilen, die sich auf das hintere 7,62mm-Geschütz und Hauptoptiken des Kommandanten beziehen, absolut überzeugen.

Mit dem kleinen Decalbogen lassen sich drei Varianten des KF51 erstellen. Wenn man dabei die bekannte Prototyp-Variante in der für Rheinmetall typisch auffälligen Digitalfarbgebung außen vor lässt, bleiben noch zwei fiktive(!) Varianten übrig, die sich entweder auf den typischen NATO-Dreifarbton oder eine Übungsvariante in einer Wüstentarnung mit „WFOR“-Kennung beziehen.

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Der Bau

Mit kleinen Ausnahmen kann man sich hier an die Bauanleitung halten, doch ist hier immer wieder Vorsicht geboten. So schleichen sich bei den Vespid-Bauanleitungen immer wieder kleine Fehler ein, die sich auf falsche Bauteilbezeichnungen beziehen. Das macht sich hier schon im ersten Bauschritt bemerkbar, in dem die Bauteile A22 und A23 vertauscht worden sind. So sollten die Abschlepphaken A23 im Heck Verwendung finden und eben auch umgekehrt.

Um sich der Formgebung besser anzupassen, ist es zudem angeraten die prismenförmigen Abgasbleche im Heckbereich PE17 zuerst ins Bauteil C14 zu montieren.

Mein Plan war es, dass Fahrwerk separat zu behandeln, um bei der späteren Farbgebung und Alterung ein besseres Handling zu haben. Nur die Seitenschürzen wurden dabei provisorisch mit ein paar Holzleim-Tropfen am Rumpf befestigt, so dass diese später für die Montage des Fahrwerks ohne Beschädigungen wieder entfernt werden konnten. Dabei tauchte in der Bauanleitung der nächste Fehler auf. So wurden dieses Mal die Bauteile B12 und B13 vertauscht.

Der KF51 ist, wie schon erwähnt, dafür ausgestattet, vier Drohnen in einem integrierten Träger- und Werfersystem mitzuführen. Es ist lobenswert, dass Vespid dem Modellbauer die Möglichkeit gibt, selbst diese Drohnen mit Klappflügeln (bestehend aus Ätzteilen) darzustellen. Nur ist es immer noch im Modellbau eine große Herausforderung, eine fliegende Drohne realistisch darzustellen. So nahm ich von dieser Möglichkeit Abstand und montierte die Drohnen entgegen der Bauanleitung ohne Flügel in den dazugehörigen Trägersystem, welches ich ebenfalls als separate Baugruppe einordnete. Lediglich das Dachteil C8 des Trägersystems wurde provisorisch am vorgesehenen Platz auf dem Turm montiert.

Die Verglasung der Lichtanlage im Bug- und Heckbereich liegen als separate Klarsichtteile bei (Bauteile D1, D2, D3 und D5). Diese sollten erst ganz am Ende der Arbeiten nach passender Bemalung ihren Platz finden.

Alle Bauteile der Laufkette ließ ich an den Spritzgussästen. Dies sollte ebenfalls das Handling erleichtern, wobei die Ketten eben auch erst bei den letzten Bauschritten ihren Bestimmungsort finden sollten.

Zumindest beim Original und dementsprechend auch am Modell kann man an den Luken und Periskopen erkennen, dass es sich bei dem Prototypen um eine Version mit vorgesehener Turmbesatzung handelt. Doch nahm ich von einer Turmbesatzung, also die Verwendung von Figuren Abstand und stellte die Luken, die zudem über keinerlei Innendetaillierung verfügen, im geschlossen Zustand dar.

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Kampfpanzer KF51 Panther

 

Die Farbgebung

Schon bei Beginn des Projekts war mir klar, dass es hier um die Darstellung eines fiktiven Modells gehen würde. Wenn man über zukünftige Einsatzvarianten spekuliert, kann man sich nicht an die üblichen Vorlagen halten. Hier ging es eher darum, wie eine Einsatzvariante des KF51 bei der Bundeswehr aussehen könnte. Mit der eigentlichen Vorgabe von Vespid konnte ich mich nicht unbedingt anfreunden. Wenn man also eh spekuliert, warum dann nicht richtig? So beschloss ich den typischen NATO-Dreifarbton in digitaler, also „verpixelte“ Version darzustellen. Dies würde zwar eine Menge Abklebearbeiten bedeuten, doch könnte das Ergebnis die Mühe wert sein. Die Vorgabe von Vespid sollte mir dabei dienen, um die richtigen Proportionen der jeweiligen Farben beizubehalten. Alles andere sollte das Gefühl richten.

Den Anfang machte hier eine graue Grundierung, bei dir ich auf den One-Shoot-Primer von Ammo/Mig zurück griff (A.MIG-2024).

Mit einem „Matt Black“ (ATOM-20163) begann nun das Abenteuer. Dabei lackierte ich durchgehend das ganze Modell. Dieses dunkle Schwarz wurde nun „aufgebrochen“, indem ich ein „NATO Black“ (ATOM-20161) großzügig per Airbrush aufnebelte. Dieses „NATO Black“ hellte ich nun mit einem „Schwarzgrau RLM66“ (ATOM-20158) weiter auf und bearbeite damit dezent Blechmitten und auch Kanten. Noch war ich aber mit dem Schwarz nicht fertig. So folgte nun noch ein kräftiges Drybrushing mit Pinsel, wobei ich eine Enamel-Farbe (Humbrol 31 „Schiefergrau“) nutzte. All diese Schritte dienen dazu, eine Farbgebung realistisch aufzubrechen und verschiedene Farbnuancen zu schaffen, um ein realistischeres Gesamtbild zu erhalten.

Nun war die Zeit für die kniffelige Abklebearbeit gekommen. Ich hatte mir darüber schon im Vorfeld mehr als genug Gedanken gemacht und eine für mich praktische Methode in Betracht gezogen. So klebte ich einen breiten Streifen eines Maskierbandes auf eine Schneidplatte (ich bevorzuge hier grundsätzlich die Abkleberollen von Tamiya), schnitt diese mit einem Skalpell in parallele ca. 2mm breite Streifen und teilte diese nochmals mit vertikalen Schnitten in Rechtecke und auch Quadrate auf. Diese mussten dann „nur noch“ mit Pinzette und Zahnstocher auf den Modell aufgebracht werden. Hört sich im ersten Moment schwieriger und aufwendiger an, als es tatsächlich war. Wichtig dabei war zu beachten, dass die „Pixel“ nie diagonal aufgebracht werden dürfen. Es sollte immer eine Parallelität oder/ und 90°-Winkel zu den Kanten (Dach-, Rumpfkanten, Luken etc.) herrschen. Ich gestaltete hier immer zuerst die Umrandung und füllte dann den Innenbereich ebenfalls mit Maskierband auf. Als ich nach knapp zwei Tagen mit der ersten Maskierung fertig war, stabilisierte ich diese noch mit einer Maskiermasse, die später auch die Entfernung all der kleinen Abklebestreifen erleichtern sollte.

Nun war die Zeit für die zweite Farbschicht in Form eines „NATO-Brown“ (A.MIG-85) gekommen. Die Vorgehensweise war dabei die gleiche wie bei dem Schwarz. Dieses Mal hellte ich das „NATO-Brown“ mit einem „Light Sand Grey“ (A.MIG-0067) auf und bei dem Drybrushing griff ich bei der Enamel-Farbe auf ein „Light Earth“ (Humbrol 119) zurück.

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Kampfpanzer KF51 Panther

 

Es folgte der zweite Akt der Abklebearbeiten. Dieses Mal musste das „NATO-Brown“ vor der nächsten Farbgebung geschützt werden. Bedeutete hier auch die gleiche Vorgehensweise, die dieses Mal aber nur einen Tag in Anspruch nahm.

Mit dem Auftrag eines „NATO-Green“ (A.MIG-0084) folgte der letzte Farbauftrag. Hier diente ebenfalls das „Light Sand Grey“ zur Aufhellung, während ich für das Drybrushing ein „Khaki Drill“ (Humbrol 72) nutzte.

Nun hatte ich ein grünes Modell vor mir liegen und es folgte mit der Entfernung der Maskierung die Stunde der Wahrheit. Ich muss zugeben, dass ich hier wirklich neugierig und auch aufgeregt war, da man eben über die letzten Arbeitsgänge verteilt, keinen wirklich Eindruck über ein Scheitern oder Gelingen bekommen konnte. Alle Sorge war aber umsonst. So war ich vom Ergebnis doch sehr angetan. Auch wenn solch eine digitale Farbgebung bei der Bundeswehr wohl nie Einzug halten wird, so bin ich auch jetzt noch von der etwas besonderen Digitalisierung des NATO-Farbanstrichs immer noch begeistert. Es passte jedenfalls zu dem Zukunftsprojekt KF51.

Alle kleineren Farbarbeiten erfolgten mit dem Pinsel. Dabei standen u.a. sämtliche Optiken und Bereiche der externen Waffen- und Drohnenanlage im Focus. Hier verwendete ich ein Schwarz, dem ich noch ein wenig Grün beimischte. Bei den integrierten Nebeltöpfen orientierte ich mich am Prototypen und griff auf ein „Medium Rust“ (A.MIG-0040) zurück, was dem Original am nächsten kam und zumindest kleinere Farbakzente setzte.

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Mit Weichmacher wurden anschließend die Decals aufgebracht, was sich auf zwei Balkenkreuze im Turmbereich beschränkte. Um die aufgebrachte Lackierung und Decals bei den Folgearbeiten vor Beschädigungen zu schützen und dazu eine gute, glatte Oberfläche zu erzielen, wurde nun das ganze Modell mit einem Acryl-Glanzklarlack versiegelt (Vallejo 70.510).

Kampfpanzer KF51 Panther

Das Weathering

Herkömmliche Alterungsarbeiten u.a. mit Verschleißspuren und Rost waren bei dem KF51 natürlich tabu. Hier ging es eher darum, dem Modell mehr Tiefe und Realität zu verleihen.

Den Anfang machte ein punktuelles Washing, bei dem ich auf ein „Dark Wash“ von MIG zurück griff (P220). Mit White Spirit wurden dabei Korrekturen durchgeführt. Um den Washing mehr Wirkung zu verleihen erfolgte anschließend ein dezentes Drybrushing mit der Revell Enamel-Farbe 89 „Beige“.

Als nächstes setzte ich einige Schlieren. Dabei nutzte ich ausschließlich Ölfarben („Warmgrau“ von Schminke und „Industrial Earth“ von Abteilung 502), die ich punktuell an den oberen Blechkanten aufbrachte und vertikal nach unten verrieb, bis ich mit dem Resultat zufrieden war.

Zu guter Letzt brachte ich noch auf den ganzen Modell einen Filter auf (F242 „Tan for tritonal Camo“ von MIG), der den ganzen bisherigen Farbauftrag harmonisieren sollte.

Die Laufketten, die ich zwecks des besseren Handlings am Spritzling gelassen hatte, wurden ausschließlich mit dem Pinsel bemalt. Den Anfang machte dabei ein „Black Grey“ (Vallejo 70.862). Mit einem „Gun Metal“ von AK (AK461) auf Ölbasis und leichten Drybrushing erhielten dabei die Metallglieder eine besondere Aufmerksamkeit.

Zum Abschluss aller Farbarbeiten musste nur noch das ganze Modell mattiert werden. Hier nutzte ich ein Ultra-Matt von Vallejo (27.653), mit dem ich das ganze Modell und auch Laufketten in mehreren Schichten übernebelte. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass ein Mattlack grundsätzlich anders gehandhabt wird als ein Glanzlack! Während der Glanzlack kräftig per Airbrush aufgetragen werden sollte, so dass dieser quasi kurz vor dem Verlaufen ist, um eben eine glatte Oberfläche zu erhalten, ist die Herangehensweise beim Mattlack genau umgekehrt. Hier sollte man die Oberfläche nur leicht übernebeln. Ansonsten kann es mit vielen weißen Flecken eine böse Überraschung geben, was das ganze Modell ruiniert.

Nach der Mattierung nutzte ich den schon vorher genutzten Glanzlack, um damit sämtliche Optiken zu bemalen.

Nun konnten auch die Klarsichtteile der Lichtanlage montiert werden. Für das typische Rot der Rücklichter nutzte ich dabei ein „Red“ (A.MIG-0049).

Jetzt war die Zeit für die Pigmente gekommen. Dabei entfernte ich die provisorisch befestigten Seitenschürzen, um einen besseren Zugang zum Fahrwerksbereich zu erhalten. Ich nutzte hier die gleichen Pigmente, die auch später auf dem Diorama Verwendung finden sollten. So brachte ich mit dem Pinsel und direkt aus der Dose ein „European Earth“ (AK042) großzügig im ganzen Fahrwerksbereich, Laufketten und -rädern auf. Kleinere dunklere Akzente setzte ich dabei mit einem „Winter Soil“ (A.MIG-3029). Jetzt kam erst White Spirit zum Einsatz, mit dem ich die Pigmente verteilte und verstrich. Dabei wurde mit einem Papiertuch auch überschüssige Pigmente gerade bei den Laufrädern und -ketten zum Teil wieder entfernt. Man geht bei der Nutzung von White Spirit also kein Risiko ein und kann so lange arbeiten, bis man letztendlich mit dem Resultat zufrieden ist.

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Abschlussarbeiten

Nachdem die Pigmente abtrocknet waren, musste „nur“ noch das Fahrwerk montiert werden. Dabei kamen weitere Fehler in der Bauanleitung zum Vorschein. So hat Vespid u.a. nicht berücksichtigt, dass die Achsen der Laufräder versetzt montiert sind, was bedeutet, dass die Abstände der äußeren Laufräder zur Umlenkrolle und Treibrad unterschiedlich sind. Man sollte sich hier nur bedingt an der Bauanleitung halten und eher praktische Anpassungen vornehmen, um die einzelnen Kettenbauteile zu verbinden. Im Heckbereich sollte man anstatt dem Bauteil A11 eher A14 verwenden, um eine Verbindung vom Laufrad zum Treibrad zu erhalten. Da der obere Kettenbereich später durch die Seitenschürzen eh verdeckt sein würde, verzichtete ich auf die Montage der Bauteile A15, die dafür später beim Bau des Dioramas Verwendung finden sollte.

Nachdem das Kettenlaufwerk letztendlich montiert war, konnten auch die Seitenschürzen nun endgültig ihren Platz erhalten.

Aus 0,2mm dünnen Federstahl fertigte ich noch die beiden Funkantennen, die eine Bemalung mit dem schon verwendeten „Black Grey“ erhielten.

Jetzt folgte noch ein letzter Akt, den ich meinen meisten Modellen zukomme lasse. So übernebelte ich ganz dezent das ganze Modell mit einem Tamiya „Buff“ (XF-57), wobei ich gerade dem Fahrwerksbereich besondere Aufmerksamkeit zukommen ließ. Mit dem „Buff“ erzeugt man dabei einen realistisch eingestaubten Eindruck. Da dieses „Buff“ auch auf den kommenden Diorama Verwendung finden sollte, minimiert man damit den Effekt, dass ein Modell im Einklang mit dem Diorama nicht zu aufgesetzt wirkt.

Die Arbeiten am KF51 waren damit abgeschlossen.

 

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Das Diorama

Da hier keine Figuren verwendet werden sollten und auch dementsprechend keine Szenerie geplant war, sollte das Diorama eher schlicht ausfallen und ein typisches Terrain zeigen, in dem ein Bundeswehr-Fahrzeug agieren könnte.

Meine Planungen starteten auf einem Blatt Papier, auf dem ich die Proportionen genau festlegte. Entgegen gewisser Meinungen, dass man bei einem Diorama einfach drauf los basteln könnte, vertrete ich die These, dass man hier im Vorfeld genau planen sollte, um eben später keine böse Überraschung zu erleben. Nach Festlegung der Maße sägte ich mir eine Pressspanplatte zurecht und verwendete für den Rahmen dünnes Balsaholz. Der Rahmen wurde verschliffen, schwarz lackiert und anschließend abgeklebt, um diesen vor etwaigen kommenden Verschmutzungen zu schützen.

Um tiefe Kettenspuren im Untergrund zu erzeugen, griff ich auf Zweikomponenten-Knetmasse zurück, die ich im Bereich der geplanten Fahrspur platzierte. Anschließend kam das beim Kit nicht verwendete Bauteil/ Kettensegment A15 zum Einsatz, mit ich die Kettenspuren gestaltete. Für mich ist dies die einfachste und sauberste Methode, um realistische Fahrspuren im Untergrund zu kreieren. Als nächstes kam feiner Vogelsand zum Einsatz, den ich mit einem Holzleim-/ Wassergemisch im restlichen Bereich platzierte. Mit herkömmlicher Heilerde lockerte ich den Untergrund weiter auf, in dem ich diesen in dünnen Schichten auf den nassen Untergrund „abrieseln“ ließ. Nach dem Abtrocknen verfestigte ich den Untergrund, in dem ich mit Sprühlack (die Farbe ist nebensächlich) die ganze Oberfläche übernebelte.

Jetzt war wieder die Zeit für die Pigmente gekommen. Ich griff dabei auf die gleichen Pigmente zurück, die auch schon beim Modell Verwendung fanden. Dieses Mal brachte ich die Pigmente aber in einer dickflüssigen Mischung mit Pigment-Fixer (AK048) auf der gesamten Oberfläche auf. Man sollte sich hier nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. So entfalten Pigmente ihr Wirkung immer erst nach dem vollständigen Abtrocknen. Im Bereich der Kettenspuren arbeitete ich hierbei vorwiegend mit den dunklen Pigmenten („Winter Soil“/ A.MIG-3029).

Als nächstes platzierte ich das Unterholz vorwiegend im Randbereich. Dabei nutzte ich die Produkte von DioDump („Dry Terrain“ DD065-F und „Burnt Umber Soil“ DD065-E) und fixierte diese durch „Sand & Gravel Glue“ (A.MIG-2012). Dabei ließ ich dieses „Glue“, welches man am ehesten mit Pigment-Fixer vergleichen kann, nur halt in kräftiger Form, von der Pipette ablaufen. Dadurch war die Gefahr gebannt, dass die vielen kleinen Teilchen vom Winde verweht werden könnten. Anschließend wurden noch einige Grasbüschel gesetzt. Hier griff ich auf „Summer Green Tufts 2mm“ (AK8124) und „Grasbüschel/ kurz/ Spätherbst“ von MiniNatur (717-24) zurück. Für mich wirken Grasbüschel aus der Dose und auch Statikgras immer künstlich. So arbeitete ich die Büschel mit unverdünnter Ölfarbe nach. Dabei verwendete ich „Earth“ von Abteilung 502 (ABT093) und „Gelber Ocker“ von Schminke, mit denen ich hauptsächlich die Grasspitzen bearbeitete.

Nun konnten die Halbtannen endlich ihren Platz finden. Ich griff dabei auf Tannen eines „Modellbaubaum-Experten“ zurück, die ich schon vor einiger Zeit geordert hatte und die nun ihre Bestimmung finden sollten.

Nun fehlte nur noch ein wenig Buschwerk. Die besten Erfahrungen habe ich dabei bisher mit den Produkten von Silhouette gemacht. So nutzte ich hier die Filigran-Büsche für Frühling und Herbst (200-11 und 200-12), schnitt und formte mir diese passend zu recht, stabilisierte und verfestige das Blattwerk mit einem matten Sprühklarlack und verklebte die Büsche dann mit Sekundenkleber auf die vorgesehenen Stellen. Der bisherige Gesamteindruck konnte mich aber nicht zufrieden stellen und wirkte immer noch zu künstlich. Also arbeite ich das ganze Buschwerk noch mit Airbrush und verschiedenen Grüntönen nach. Dabei fanden ein „Forrest Green“ (A.MIG-0065) und „Green Base“ (A.MIG-0916) Verwendung. Nun sah die ganze Sache schon viel besser aus. Trotzdem griff ich zum Abschluss noch auf das schon vorher beim Modell verwendeten Tamiya „Buff“ zurück, mit dem ich den ganzen Untergrund und auch untere Teile des Buschwerks dezent einnebelte.

Jetzt mussten nur noch die Schutzabklebungen an den Rändern entfernt und ein passendes Typenschild platziert werden, bevor dann auch endlich der Panther sein neues Jagdgebiet „betreten“ konnte.

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Fazit

Im Grunde handelte es sich hier um ein spontanes Projekt mit einer gewissen Außergewöhnlichkeit, die eben immer wieder einen gewissen Reiz auf mich ausübt. In diesem Fall bezog sich dies auf die Darstellung einer digitalen Tarnfarbgebung. Und wenn ich auch mit dem Endergebnis mehr als zufrieden bin, so verstärkt sich bei mir die Meinung, dass die Darstellung einer(!) digitalen Tarnung im Leben eines Modellbauers vollkommen ausreicht. Es ist in gewisser Hinsicht schon eine Herausforderung und auch bedeutend mehr Arbeit, hebt sich aber nun auch mal von den herkömmlichen Farbgebungen ab.

Vespid glänzt immer wieder mit hervorragenden Bausätzen mit viel Zubehör, doch sind diese Kits gerade auch durch die vielen Kleinteile (vorwiegend Ätzteile) und der Komplexität nicht unbedingt für den Einsteiger/ Anfänger geeignet. Fehler scheinen sich hier immer wieder in den Bauanleitungen einzuschleichen. So ist es mittlerweile bei mir der zweite Kit des Herstellers, bei den die Bauanleitung gravierende Fehler aufweist. Nichts desto Trotz steht Vespid für hochqualitative Kits auf dem höchsten Niveau und versprechen eine Menge Bastelspaß, bei dem eher der Zubehörmarkt ernüchtert in die Röhre schaut.

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Stefan Szymanski

Publiziert am 15. Mai 2026

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