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Focke-Wulf Fw 190 D-9

(Tamiya - Nr. 61041)

Tamiya - Focke-Wulf Fw 190 D-9

Produktinfo:

Hersteller:Tamiya
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:61041 - Focke-Wulf Fw 190 D-9
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1995
Preis:ca. 18 €
Inhalt:
  • 3 hellgraue Spritzlinge
  • 1 Klarsichtteilspritzling
  • Polycaps
  • 2 Decalbögen
  • Bauanleitung

Besprechung:

Das Original

Im Anschluss an die erfolgreichen ersten Auftritte der Fw 190 A orderte das Reichsluftfahrtministerium eine Höhenjägerversion, um die Flotte der Kampfflugzeuge zu vervollständigen. Es wurden dazu verschiedene Entwicklungsprojekte gestartet. Letztendlich setzte sich die Fw 190 D-9 durch. Angetrieben von einem Junkers Jumo 213A V12-Zylinder Reihenmotor mit 1776 PS (mit MW50 Einspritzung für kurze Zeit sogar 2242 PS) erreichte die Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 686 km/h.

Durch den in umgekehrter V-Stellung eingebauten Reihenmotor verlängerte sich der Bugkonus um 60cm, unmittelbar vor dem Heck wurde zum Ausgleich eine zusätzliche Rumpfsektion mit 49,5cm Länge eingebaut. Bewaffnet war die D-9 mit zwei 20mm MG 151 und zwei 13mm MG 131 sowie einem Bombenschloss in der Rumpfmitte. Hier wurde allerdings oft ein abwerfbarer Außentank mitgeführt.

Die Produktion der D-9 begann im Juni 1944, wobei die frühen Ausführungen eine oben flache Kanzel, ab der Werknummer 210001 aber eine gewölbte Galland-Haube hatten. Im September 1944 kamen die ersten Einsatzmaschinen zur 3./JG 54, wo sie für die damals neu auftretenden Me 262 von oben Begleitschutz flogen.

Der Bausatz von Tamiya

Wie bei allen Varianten der Fw 190 sind die neueren Eduard-Bausätze wesentlich umfangreicher als die Kits von Tamiya, die schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel haben. Das muss aber nicht negativ sein. Auch die Bausätze von Tamiya haben meiner Meinung nach noch ihre volle Berechtigung.

Die Teile sind sehr sauber modelliert und weisen durchgehend knackige, versenkte Panellines auf. Die Form der Maschine ist sehr gut getroffen. Zwar bieten sich vergleichsweise weniger Möglichkeiten, verschiedene Klappen und Abdeckungen geöffnet zu zeigen, dafür ist aber die Passgenauigkeit bei geschlossenen Klappen wesentlich besser. Natürlich kann das gut detaillierte Cockpit geöffnet werden, es gibt auch eine Pilotenfigur dazu. Auswerfermarken sind nur dort an sichtbaren Stellen, wo es sich nicht vermeiden lässt, z.B. an den Fahrwerksklappen. Zu entfernender Grat ist nicht vorhanden. Vom Junkers-Jumo Reihenmotor ist außer den Auspuffauslässen und dem Ringkühler nichts zu sehen. Die Motorhaubenklappen sind als Alternativteile in geschlossenem oder geöffnetem Zustand vorhanden. Die Fahrwerksschächte und das Fahrwerk selber sind bereits ausreichend genau dargestellt, lediglich die Räder sind etwas zu klein geraten. Dies wird aber sicherlich nicht jedem auffallen. Hier kann man natürlich noch die Bremsleitungen ergänzen. Der Propeller kann durch Polycaps aufgesteckt bzw. abgenommen werden. An Außenlasten gibt es einen 300l Abwurftank, der in der Rumpfmitte montiert wird.

Die Rumpfhälften mit dem Fahrwerk und dem Motor
Die Rumpfhälften mit dem Fahrwerk und dem Motor

Tragflächenoberseiten, Höhenruder, Cockpit und Propeller
Tragflächenoberseiten, Höhenruder, Cockpit und Propeller

Rumpf- und Tragflächenunterseite
Rumpf- und Tragflächenunterseite

Detailaufnahmen der Spritzlinge
Detailaufnahmen der Spritzlinge

Die Klarsichtteile sind sehr sauber und schlierenfrei gespritzt. Es handelt sich hierbei um den Spritzling, der allen Fw 190 Bausätzen von Tamiya beiliegt. An diesem ist die flache und die gewölbte Cockpithaube zu finden. Je nach Version der zu bauenden Maschine muss man hier richtig auswählen. Leider liegt dem Bausatz noch keine vorgedruckte Maskierfolie bei. Natürlich kann die Cockpithaube wahlweise geöffnet oder geschlossen gebaut werden.

Die Klarsichtteile
Die Klarsichtteile

Bauanleitung, Bemalung und Markierung

Die Bauanleitung ist wie üblich bei Tamiya sehr übersichtlich und zeigt auf zehn Seiten in insgesamt elf Baustufen den Zusammenbau des Modells. Durch die klaren Angaben dürften sich keine Fragen auftun.

Die Farbangaben beziehen sich leider nur auf die hauseigene Farbpalette, hier wären ein paar grundlegende Angaben zu den wichtigsten RLM-Tönen wünschenswert. Da die Maschinen aber relativ gut dokumentiert sind, kann man sich auch im Internet oder in der einschlägigen Literatur informieren.

Die beiden Decalbögen sind sehr sauber gedruckt, allerdings wie immer auf etwas dickem Trägerfilm. Mit den beiliegenden Decals kann man drei verschiedene Maschinen aus dem Frühjahr 1945 darstellen.

Ausschnitt aus der Bauanleitung
Ausschnitt aus der Bauanleitung

Zwei sauber gedruckte Decalbögen für drei Maschinen
Zwei sauber gedruckte Decalbögen für drei Maschinen

Bilder vom Verpackungskarton
Bilder vom Verpackungskarton

Darstellbare Maschinen:
  • Fw 190 D-9, 4. Staffel, Jagdgeschwader 301, Straubing, Bayern, 1945
  • Fw 190 D-9, Stab Jagdgeschwader 4, Rhein-Main-Flugplatz, Deutschland, Frühjahr 1945
  • Fw 190 D-9, 10. Staffel, Jagdgeschwader 54, Leutnant Teo Niebel, Belgien, Januar 1945
Stärken:
  • hervorragende Gussqualität
  • feine Oberflächenstruktur, fein versenkte Gravuren
  • Pilotenfigur
  • saubere Klarsichtteile
  • übersichtliche Bauanleitung
Schwächen:
  • zu kleine Räder des Hauptfahrwerks
  • etwas dicker Trägerfilm der Decals

Fazit:

Sehr detailliert und sauber ausgeführter Bausatz der Dora Neun, der immer noch zurecht mit der Konkurrenz mithalten kann. Für Einsteiger und Fortgeschrittene uneingeschränkt zu empfehlen.

Weitere Infos:

Referenzen: David Donald - Deutsche Luftwaffe, Tosa-Verlag Wien, 2001

Diese Besprechung stammt von Herbert Engelhard - 07. Dezember 2010

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