Kleine Panzerwerkstatt(Modellbau Lasercut - Nr. 35004)
Produktinfo
BesprechungIch kauf´ sie, ich kauf´ sie nicht, …
Nachdem ich seit einiger Zeit an einer Werkstatt arbeite, in der zur Zeit des Warschauer Aufstandes 1944 der Kubus zusammengeschweißt wurde, habe ich mir nun doch den Bausatz Nr. 35004 von Modell-LaserCut zugelegt. Zuerst hatte ich den Bausatz verworfen, da er mir für das aktuelle Vorhaben zu groß erschien und ich von einem Industriekomplex noch Miniart-Backsteinelemente besaß, die ich verwerten wollte. Doch die Panzerwerkstatt hatte sich in meinem Hinterkopf festgesetzt. Vor allem, da ich mit meiner Vorliebe für den Gebäudebau noch nie mit gelasertem MDF, einem Holzwerkstoff, gearbeitet habe und das unbedingt mal ausprobieren wollte. https://www.modellversium.de/galerie/6-militaer-ww2/16883-gebaeuderuine-aus-mdf-.html
Wer seine Modelle nicht hinter Vitrinenglas verwahren und auch kein Diorama mit offener Landschaft o.ä. gestalten möchte, für den könnte die Panzerwerkstatt eine gute Lösung darstellen, ein sorgfältig wie aufwändig gebautes Modell zu präsentieren, womöglich staubsicher mit einer Acrylglasabdeckung. Interessant für den Modellbauer allemal, da es diese Modelllösung auch in anderen Maßstäben und für andere Interessengebiete gibt (z.B. Hangars für Flugzeuge, 1:144/ 1:48/ 1:72/ 1:32), geeignet zur Darstellung von historisch-authentischen, fiktiven bis hin zu „what if“-Sujets. Der Hersteller (übrigens selbst Modellbauer) ist auch sicher offen für individuelle Lösungen, was Maßstab und Ausführung anbelangt. Vektorgrafiken kann man vergrößern und verkleinern. Ein Anruf könnte zum Gewünschten führen.
Der Bausatz:
Dem Paket vom Modellbauversand (Danke fürs gute Einpacken, Gabi) entnehme ich den in Luftpolsterfolie eingeschlagenen Packen gelaserter MDF-Platten und -Teile, der ohne Verpackung 500 g auf die Waage bringt. Die Teile sind 1,5 mm dick.
Der Bausatz umfasst eine Bodenplatte mit den Maßen 280 x 300 mm. Sie besteht aus nicht zu gleichförmig wirkenden „Steinplatten“-Imitationen mit den Maßen 20 x 20 mm. Die Platten sind im Reihenverband verlegt, so dass insgesamt ein abwechslungsreiches Bild entsteht, das durch die Bemalung unterstützt werden kann. Zudem sorgt eine angedeutete Entwässerungsrinne für Abwechslung. Die Plattenkanten verlaufen parallel zu den Wänden/ Außenkanten, wie das in den meisten Fällen bei realen Hallen auch so wäre. Wer Spannung in die künftige Szenerie bringen will, wird dies durch die Positionierung des einzubringenden Fahrzeugs erreichen müssen.
Mit den beiden Wandteilen lässt sich ein Ausschnitt einer Werkstatthalle bauen, der auf zwei Seiten – quasi als Schauseite – offen ist. Die beiden Backsteinwände werden durch ein großes Fenster bzw. durch ein zweiflügeliges Tor charakterisiert, das in der logischen Konsequenz durch seine Maße von 110 x 140 mm, die lichte Höhe und Weite eines verwendbaren Fahrzeuges im Maßstab 1:35 vorgibt. Auch von oben ist die Fahrzeughalle offen. Man blickt auf die Querträger die in der Art einer Metallgitterkonstruktion ausgeführt sind. Diese Träger werden jeweils aus vier gelaserten Teilen gebildet. Sie werden in der Backsteinwand verankert und liegen auf einer Stützen-/ Binderkonstruktion auf der gegenüberliegenden Seite auf. Die Wände sind mittels Vertikal- und Horizontalelementen so strukturiert, dass sie wie ein Skelett für die Backsteingefache wirken. Über dem Tor ist bereits ein Schriftzug vorgeprägt: Rauchen verboten! Das Tor selbst wird durch fein gelaserte (Holz-)Beschläge umrahmt.
Die Ausführung der Teile ist scharf und ohne Makel. Lediglich die Fugen am Bodenteil sind tw. nicht allzu tief eingebrannt, was aber im Hinblick auf das Thema Abwechslung nicht unbedingt ein Makel sein muss. Die Konstruktion wird durch Passstücke und entsprechende Aufnahmen sehr erleichtert. Trotz guter Passung ist eine Verklebung der Teile anzuraten. Zum Verkleben wird meist Sekundenkleber oder Holzleim empfohlen, der einem etwas mehr Zeit für Korrekturen lässt. Aber auch rechtwinklige Abstützungen braucht.
Das Material: MDF
...wird hier sehr gut beschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldichte_Holzfaserplatte (Stand 22.4.2026) Ein für mich neues Material, das viele für geeignet halten, den Gebäudemodellbau zu revolutionieren, und besonders in den kleinen Maßstäben (v.a. Modellbahnbereich, Table-Top-Spiele) schon länger verwendet wird. Da „Mitteldichte Faserplatten“ aus fein vermahlenem Holz und Kunstharzleim verpresst werden, hat das Material gleichmäßig glatte Oberflächen, eine Faserstruktur von Holz ist kaum noch erkennbar. Die Platten zeichnen sich durch Formstabilität und gute Bearbeitbarkeit mit einem Laser aus, der quasi Gravuren „einbrennt“ bzw. das Ausgangsmaterial durchtrennt, so dass es sich leicht auslösen lässt. Der Geruch der Teile stammt vom „Einbrennen“ und verfliegt schnell. Die dem Material eigene glatte Oberfläche ist für den Modellbau allerdings etwas problematisch. Hartschäume können hier in Richtung individueller Bearbeitbarkeit mehr, allerdings mit sehr hohem individuellen wie zeitlichen Aufwand für den Modellbauer. Wer die glatten Oberflächen aufraut, sollte eine Maske verwenden (Stäube!). Vorteil von MDF: Es sind kaum noch Holzfasern sichtbar. Dadurch soll auch ein Splittern des Materials vermieden werden können. Die gute Bearbeitbarkeit durch den Laser tut ein Übriges. Dabei werden die am Bildschirm computerunterstützt (CAD) entworfenen Muster (Vektorgrafik, skalierbar) mit einem Laserstrahl eingebrannt, z.B. die Fugen einer Backsteinmauer werden eingebrannt, während die Backsteine aus der Fläche erhaben stehen bleiben. Ein ideales Verfahren für Flächen. Das Material ist sehr saugfähig, d.h. vor dem Farbauftrag muss grundiert werden. Sonst schluckt es die Farbe, was für bestimmte Effekte, wie erste Schattierungen, nützlich sein kann (Hersteller-Tipp). Als Freund von Leichtbaumaterialien im Gebäudebau hatte ich mir vorgenommen auf das Gewicht zu achten, wurde allerdings angenehm überrascht, wie nachfolgende Tabelle unterstreicht. Dabei habe ich die Materialien von Bausätzen aus meinem Fundus gewogen und auf die Gewichtsbelastung pro Quadratzentimeter Grundfläche berechnet, um eine halbwegs belastbare Vergleichsbasis zu bekommen. Selbstredend verändern größere Wandstärken und Ein-/Aufbauten sowie differierende Gebäudehöhen das Ergebnis. Aber ein interessantes Bild ergibt sich doch:
Eine kleine Vorschau auf den BauEin paar Bilder vom Bau "meiner" Werkstatt kann man sich vorab schon auf Scalemates anschauen: https://www.scalemates.com/profiles/mate.php?id=142308
. Darstellbare Maschinen: Einsatzmöglichkeiten:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Leicht, zeitsparend, angenehm = gute Voraussetzung, ein ansprechendes Modell zu bauen. Die Herausforderung besteht in einer sorgfältigen Vorbereitung und Bemalung der Bauteile sowie der Individualisierung der Werkstatt, was aber letztendlich von eigenen Ansprüchen und Fertigkeiten abhängt. FazitEine gute Möglichkeit, ein aufwändig gebautes Panzermodell in stilgerechter Umgebung zu präsentieren, wenn man es nicht in Vitrine oder einem Diorama in freier Wildbahn zeigen möchte. Ich würde mir die Werkstatt wieder zulegen. Weitere InfosReferenzen Die Idee zum Verspachteln sichtbarer Verbindungsstellen stammt von Matthias Pohl. Siehe: https://www.matthias-pohl-modellbau.de/TargaFlorio-Geb.html (23.4.2026) Einen sehr ausführlichen (dreiteiligen) Baubericht, der – auch hinsichtlich der Ausgestaltung kaum noch Fragen aufkommen lässt, bietet Max aus Hamburg in seiner Modellwerkstatt. Er baut vor laufender Kamera die große Panzerwerkstatt mit Kran (Nr. 35008). Einfach bei „TubusTuus“ in der Suchen-Zeile Max Modellwerkstatt eingeben. Übrigens: Max hat die Backsteinwände nicht grundiert und arbeitet deshalb mit mehreren Lasuren. Das muss jeder selbst entscheiden. Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 21. Mai 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |