Jaguar S.S.100(Revell - Nr. 07752)
Produktinfo
Besprechung
Der Jaguar SS100 gilt als einer der bedeutendsten Vorkriegs-Sportwagen Großbritanniens und markiert den eigentlichen Beginn der Marke Jaguar. Der Wagen wurde erstmals im Jahr 1935 von SS Cars Ltd. in Coventry vorgestellt. Er sollte sportliche Leistung, elegantes Design und einen vergleichsweise günstigen Preis in einem Fahrzeug vereinen – ein Konzept, das später zur Marken-DNA von Jaguar wurde. Der SS100 entstand als Weiterentwicklung des wenig erfolgreichen Vorgängers SS90. Ziel war es, einen echten Hochleistungssportwagen zu schaffen. Entscheidend hierfür war eine gründliche Überarbeitung des Motors. Der 2,5L Reihensechszylinder bekam obenliegende Ventile und leistete knapp über 100 PS. Das reichte um den nur gut eine Tonne schweren Wagen auf - für damalige Verhältnisse sportliche - 160 km/h zu beschleunigen. Tatsächlich soll die ´100´im Namen für 100 mph gestanden haben. Der Zusatz Jaguar sollte erst nach dem Zweiten Weltkrieg zur Marke werden. Die Produktion des SS100 war recht überschaubar, während seiner 5 Jahre Bauzeit wurden nur 198 Fahrzeuge mit der 2,5 Liter Maschine und weitere 116 mit der ab 1937 verfügbaren 3,5L Variante hergestellt. Damit gehört der SS100 zu den seltensten klassischen Jaguar-Modellen überhaupt. Die Fahrzeuge wurden größtenteils in Handarbeit gefertigt, zunächst mit Holzrahmen und Metallbeplankung, später zunehmend in Stahlbauweise. Der Preis betrug knapp 400 Pfund, womit er sich ziemlich genau in der Mitte zwischen dem MG TA und dem Aston Martin Ulster bewegte. Heutzutage muss man für gut erhaltene Fahrzeuge an diese Zahl noch mindestens 3 Nullen dranhängen, toprestaurierte Exemplare können schon mal siebenstellig werden.
Revell setzt mit dem Jaguar SS 100 die 2025 begonnene Reihe der Wiederauflagen der 1:32er Modelle von Matchbox fort. Unter der Katalognummer PK-304 erblickte er das Licht der Welt, damals im typischen mehrfarbigen Kunststoff und der Faltschachtel mit dem Sichtfenster auf der Rückseite. Es ist schon eine ganze Weile her seit er zum letzten Mal erhältlich war. Laut Scalemates war das 1995, damals noch unter dem Matchbox Label. Die aktuelle Revell Edition ist nur noch in Silber und Grau anstatt Rot/Braun/Chrom. An den knapp über 70 Einzelteilen hat man nichts verändert. So wirklich nötig war das auch nicht, die 1:32er Bausätze von Matchbox waren seinerzeit sehr schön gemacht. Der Bausatz kommt in einer sehr ansprechenden, ja fast edel aussehenden Box daher. Revell hat es endlich mal begriffen dass die bisherigen Faltschachteln sehr unpraktisch waren. Hier nun haben wir eine Klappbox wie man sie schon von vielen anderen Herstellern kennt( Heller, ICM, Modelsvit usw.). Die Bezeichnung ´Revell Classics´ räumen auch den letzten Zeiwel aus was man hier erwarten darf. Weiterer positiver Effekt: Die Preise wurden nach unten korrigiert, da hat Revell ja in der letzten Zeit wirklich beide Hände aufgehalten.
Die knapp über 70 Bauteile wirken beinahe etwas verloren in der Schachtel. Die Gussqualität ist recht gut, bis auf den üblichen Grat gibt es hier nichts anzumerken. Der Zusammenbau beginnt mit dem aus sieben Teilen bestehenden Motor. Dieser kann später am Modell noch gezeigt werden da die Motorhaube nur aufgelegt wird. Natürlich ist dies sehr vereinfacht, denn beim Original sind das vier, mit Klavierbändern verbundene Einzelsegmente. Das in 1:32 beweglich zu machen dürfte eine spannende Herausforderung sein. Den Riemen, hier als Decal kann man weglassen, den sieht man am Original so gut wie nie (die Haubenteile werden durch Rändelschrauben fixiert). Der Rahmen ist einteilig und man braucht nur die aus jeweils drei Teilen bestehenden Achsen mit den Blattfedern anzubauen. Die Räder können später drehbar aber nicht lenkbar angebaut werden. Die Speichenräder sind sicherlich ein Schwachpunkt am Modell. Besser war das seinerzeit aber nicht zu machen. Da hilft es dass die Speichen am Ende schwarz bemalt werden. Die Reifen sind aus Weichplastik und müssen ein wenig bearbeitet werden da es etwas Grat an den Kanten gibt. Den Dunlop Schriftzug gibt es nur auf einer Seite. Der Innenraum ist sehr schön wiedergegeben. Es gibt unterschiedliche Texturen für die mit Teppich belegten Bereiche. Die Sitze weisen einen einfachen Faltenwurf auf und es gibt ein paar erhabene Details an den Türverkleidungen. Die Türen selbst sind separat ausgeführt, können aber nicht beweglich angebaut werden. Das Armaturenbrett hat erhaben geprägte Instrumente für die auch ein passendes Decal vorhanden ist. Ein paar Anbauteile vervollständigen das Modell. Die Scheibe sollte man durch eine passende Folie austauschen da sie nicht ganz schlierenfrei ist. Die Gitter vor den Scheinwerfen sind mit auf den Leuchtengläsern, auch keine ideale Lösung.
Der Decalbogen ist sehr übersichtlich ausgefallen. Gerade einmal 15 einzelne Decals sind auf dem sauber gedruckten Bogen enthalten. Die Teile für den Kühlergrill und den Riemen der Motorhaube hätte man auch weglassen können. Was Decal 7 darstellen soll erschließt sich mir nicht so ganz. Auf Originalfotos ist nichts Derartiges zu erkennen. Die Bauanleitung ist wie üblich sehr übersichtlich und hier auch nicht allzu umfangreich. Warum Revell den Bausatz mit dem Schwierigkeitsgrad 5 einstuft ist nicht ganz nachvollziehbar. Das Fahrzeug dass sich Revell zum Vorbild genommen hat existiert tatsächlich. Es ist ein Modell 1937 und trägt die Fahrgestellnummer 18105. Es wurde seinerzeit als Rennfahrzeug eingesetzt und gehörte Bob Truett, einem recht erfolgreichen Amateurrennfahrer aus London. Der Wagen wurde mit einigen Modifikationen versehen und konnte gut mit den stärkeren 3,5L Fahrzeugen mithalten. Es gibt eine ganze Reihe von Fotos im Internet an denen man sich für eine exakte Replik orientieren kann. Streng genommen müsste man für dieses spezielle Fahrzeug einige Dinge ändern, wie z.B. die Abgasrohrführung und die Bohrungen zur Gewichtsersparnis am Rahmen. DYL 469 ist komplett Schwarz, innen wie außen. Da muss man mit verschiedenen Schattierungen und Glanzgraden spielen um etwas Leben in das Modell zu bringen. Darstellbare Fahrzeuge:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung:
FazitAuch Revell kann sich durchaus weiterentwickeln. Die neue Preisgestaltung und die sehr ansprechende Aufmachung des Bausatzes sind sehr zu begrüßen. Der Bausatz ist ganz nett gemacht, es gibt einige schöne Details und die Gussqualität ist in Ordnung. Natürlich darf man hier nicht die Maßstäbe von 2026 anlegen. Weitere InfosAnmerkungen: Den Bausatz kann man direkt bei Revell oder im Fachhandel erwerben. https://revell.com/products/jaguar-ss-100 Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 31. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |