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Munga F91/4

(Ace - Nr. 35104)

Ace - Munga F91/4

Produktinfo

Hersteller:Ace
Sparte:Militärfahrzeuge Modern
Katalog Nummer:35104 - Munga F91/4
Maßstab:1:35
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2025
Preis:ca. 34 €
Inhalt:
  • "Millionenen" kleiner Plastikteile an 6 Spritzrahmen (5 farbige und einmal klares Material)
  • 1 Ätzplatine
  • 1 Decalbogen
  • 5 Reifen 
  • Bauanleitung

Besprechung

Ace - Munga F91/4

Ace - Munga F91/4

Ace - Munga F91/4

Kleine Schachtel, die Büchse der Pandora

Die wirklich nicht große Schachtel zeigt auf dem Deckel ansprechend das bekannte Auto aus der ersten Generation der Bundeswehr-Fahrzeuge. Man findet sechs Spritzbäume darin, fünf aus grünem und einen in klarem Kunststoff. Dazu eine Ätzplatine, Decals für zwei Bundeswehrfahrzeuge und für ein französisches der Berliner Besatzungstruppen. Dazu gibt es noch fünf Gummireifen. Bei näherer Betrachtung erschrecken die vielen Kleinteile und man fragt sich, ob es sinnhaft ist, ein so kleines Modell aus 206 Teilen zzgl. Ätzteilen zu produzieren. Ich finde nein, ist es nicht, aber das muss jeder selber für sich selbst beantworten.

Dazu kommt, das sich mit Kleinteilen in mikroskopischer Größe an Stellen ausgetobt wird die man später nicht mehr sehen kann, dann aber z.B. der Reservekanister mit dessen Halterung in einem Stück geformt ist. Da der Kanister zu den weniger schön geformten Teilen gehört wäre es recht einfach gewesen, den Kanister gegen einen anderen zu tauschen. Schade, Ziel verfehlt.

Nichts zu meckern gibt es an den Teilen an sich: Sauber geformt, scharfkantig und präzise gestaltet. Gute Darstellung der gepressen Strukturen an den Blechteilen auf den Außen-, aber auch auf den Innenseiten. Sehr gut.

Alle Teile, in denen sich Scheiben befinden, sind inklusive der umgebenden Struktur geformt. Das bedeutet, dass man keine Scheiben in Öffnungen einsetzen, dafür aber sauber malen oder mit guter Maskierung lackieren muss. Ob das eine gute Lösung ist wird sich später zeigen, ich finde es zumindest mal einen interessanten anderen Weg.

Leider fehlt der Unterlegkeil für die Fahrzeugrückseite, den muss man sich selber fertigen. Sollte kein Problem sein denke ich.

Es kann vielleicht an meinen zunehmenden Altern liegen, aber ich finde die Teilenummern an den Spritzästen sind leider so klein, dass man sich sehr anstrengen muss, diese zu identifizieren. Oft nimmt man sich besser die Darstellung in der Anleitung zu Hilfe. Das insofern problematisch, da bei der Montage der einzelnen Bauschritte oft kleine Teile unsystematisch an verschiedenen Stellen der Spritzbäume verteilt gefunden werden müssen. 

Die Gummireifen haben an sich ein ordentliches Profilbild. Aber die Flanken sehen auf einer Seite sehr beulig aus. Mal sehen, wie das am Modell wirkt. 

Baum A, vorneBaum A, hintenBaum B, vorne Baum B, hintenBaum C, vorneBaum C, hintenBaum D, vorne Baum D, hintenBaum E, vorneBaum E, hintenBaum G KlarsichtteileBeispiel für kleine TeilenummernGummreifenFlanken der Gummireifen

Baum A, vorne

Baum A, vorne 

Die Ätzteile

Die Platine der Ätzteile ist nicht übermäßig umfangreich und enthält auf den ersten Blick die Teile, die man nicht gut in der nötigen Feinheit aus Kunststoff herstellen kann.

Ace - Munga F91/4

Die Decals...

...beschränken sich auf Nummernschilder, Instrumente und taktische Zeichen für ein BW- und das französische Fahrzeug (für die Bundeswehr endlich mal wieder eine frühe Ausführung der 50er und 60er Jahre). Die Decals sind versatzfrei und scharf gedruckt.

Ace - Munga F91/4

Die Anleitung

Die ersten beiden Seiten der achtseitigen Anleitung zeigen in angemessener Größe die Teilenummern an den Spritzbäumen. Eine wertvolle Hilfe beim Bau, wie schon eingangs gesagt, sind die Nummmern an den Spritzbäumen extrem klein. Die letzte Seite zeigt die Anbringung der Decals in ausreichender Form.

Was ist dazwischen? Eine Zumutung, anders kann ich das nicht beschreiben. Kann man die Bauschritte A bis K auf Seite 3 mit einigen Unterbaugruppen noch einigermaßen durchführen (da jeder Schritt kaum mehr als vier Teile enthält) wird es auf Seite 4 oben völlig überfrachtet. Danach geht es dann zwar wieder, aber hierher muss man sich dan nerstmal durchgekämpft haben ohne die Lust zu verlieren. Einigen Modellbauern wird es vielleicht erstmal ähnlich gehen wie mir, ich habe das Projekt vorübergehend abgebrochen - Modellbau sollte eigentlich entspannend sein...

Wenn man den Motor gemäß Seite 4 zusammensetzt, immer gleichzeitig Seite 6 Bauschritt Z beachten. Ich rate dazu, den Motor aus den Schritten B, E, G, I, Z und gemäß Seite 4 zusammenzubauen und ausreichend trocknen zu lassen, bevor er eingebaut wird.

Tipp: Wer die Haube nicht geöffnet darstellen will, braucht nur das Getriebe aus Bauschritt G mit Bauteil C 23 zu verwenden. Unten verhindert der Motorschutz jeden Blick auf den Motor, von vorne sitzt der Kühler davor. So erspart man sich sinnlose Zeitvergeudung.

Hinweis

  • Es gab nur wenige Munga mit Anhängerkupplung - aber es gab sie.
  • Die Ausführung mit dem Flieger-MG gab es nur als Truppenversuch, wurde jedoch nicht eingeführt.
  • Eine vorhandene, aber nicht mit Teilenummer versehene RKL deutet darauf hin, dass eine Feldjäger-Variante geplant ist oder mal vorgesehen war.

 

Nicht in der Anleitung auffindbare Teile

  • Ohne erkennbare Verwendung: B24, C24 und Bauabschnitt A im weiteren Verlauf des Zusammenbaus
  • P8, ist der Innenspiegel 

 

Fehler in der Anleitung

In der Anleitung gibt es nach meiner Meinung folgende Fehler:

  • Seite 3 Bauabschnitt A: in der Anleitung taucht keine weitere Verwendung auf und stellt sich auch im Bau nicht dar. Scheint auch nirgends zu fehlen.
  • Seite 3 Bauabschnitt J: Bauteil C71 ist in Wirklichkeit Teil C25
  • Seite 4: Bauteil A10 ist in Wirklichkeit Teil B10
  • Seite 4: Bauteile E15 und E16 sind in Wirklichkeit Teile D 15 und D16
  • Seite 4: Bauteil A00 ist in Wirklichkeit das Teil C52 aus Bauabschnitt I
  • Seite 4: Bauteil B27 fehlt als Angabe und muss auf den Bodenrahmen als vorderes Motorlager aufgeklebt werden. Im Bauabschnitt, wo der Motor zusammengesetzt wird, ist die Position ungefähr da, wo Bauteil C05 markiert ist. Es ist auch dargestellt, nur fehlt die Nummer.
  • Seite 4 oder 5: Die Bauteile C50 und C51 werden nicht erwähnt. Sie gehören analog zu den Teilen C42 und C43 von vorne an die Vorderachse.
  • Seite 5: Bauteile B03 und B04 sind in Wirklichkeit Teile C3 und C4.
Seite 1Seite 2Seite 3Seite 4Detail Seite 4Detail Seite 4Detail Seite 4Seite 5Seite 6Seite 7Seite 8

Seite 1

Seite 1 

Darstellbare Maschinen:
  • Bundeswehr, Fahrzeug aus den frühen 60ern, WBK 1, 3. Batterie,
  • Französische Armee, Ende der 70er Jahre, Französische Brigade in Berlin,
  • Bundeswehr, Mitte der 60er Jahre, unbekannte Einheit (Truppenversuch, Kennzeichen stimmt).
Stärken:
  • Endlich eines der frühen Bundeswehrfahrzeuge, die immer wieder auf alten Bildern zu sehen sind, als Plastikbausatz.
  • Alle Teile sehr gut ausgeformt, scharf und fast ohne Versäuberungsnotwendigkeit.
  • Sehr detailliert (ist zugleich in Verbindung mit der Ausführung der Anleitung die größte Schwäche).
  • Man kann das Fahrzeug offenem oder mit geschlossenem Verdeck bauen. Bei "offen" fehlt leider das zusammengelegte Verdeck.
  • Durch den detaillierten Motor kann man auch Warungsszenen darstellen.
  • Ätzplatine mit den notwendigen feinen Teilen, ohne in Orgien zu verfallen.
  • Wenige, aber gut gedruckte Decals.
Schwächen:
  • Viele, viel zu viele Einzelteile und Kleinkram für Dinge, die man heute genausogut aus einem Teil fertigen kann. Zum Beispiel ist das MG 3 aus vier Teilen zusammenzusetzen, die gesamte Fliegerabwehrlaffette inkl. MG besteht aus 13 Teilen - völlig unnötig.
  • Für die abgeplante Version gibt es kein zusammengelegtes Verdeck. Das wäre besser als viele fusselige Kleinteile gewesen.
  • Die Anleitung ist recht unpräzise in den Darstellungen der Teilemontage. Die Schritte für Motor und beide Achsen ist total überladen. Anfänger dürften große Schwierigkeiten haben - Frustpotential ist hier vorprogrammiert. Auf der Webseite des Herstellers gibt es Bilder und 3D-CAD-Ansichten, die Klarheiten schaffen können.
Anwendung: Für Bundeswehr-Modellbauer, die Fahrzeuge der ersten Generation darstellen möchten.

Fazit

Die große Teilezahl in Verbindung mit der Ausführung der Anleitung führen für mich klar zu einer insgesamt negativen Bewertung. 

Wer tiefenentspannt ist oder sich selbst einmal austesten möchte, wie mental belastbar er ist, dürfte hier gut aufgehoben sein. Anfängern rate ich jedoch dringend davon ab!

Und ja, soviel sei gesagt, man kann es schaffen....

Diese Besprechung stammt von Hauke Ahrendt - 17. Januar 2026

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