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Jagdpanther G1 late production

(Takom - Nr. 2106)

Takom - Jagdpanther G1 late production

Produktinfo:

Hersteller:Takom
Sparte:Militärfahrzeuge bis 1945
Katalog Nummer:2106 - Jagdpanther G1 late production
Maßstab:1:35
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2018
Preis:ca. 60 €
Inhalt:
  • 26 Gussrahmen in Grau
  • Oberwanne
  • 4 Kettenbauhilfen
  • PE-Teile
  • verdrillter Kupferdraht
  • 2 Nasschiebebögen
  • Anleitung

Besprechung:

Zum Original

Das Sd. Kfz. 173 Schwerer Panzerjäger mit 8,8 cm-Pak L/71 auf Fgst. Panther oder besser bekannt als Jagdpanther ist wohl einer der legendärsten Panzer der Wehrmacht. Die Version G1 bezeichnet die frühe Ausführung des Fahrzeugs bis etwas Oktober 1944, eine genaue Trennung kann jedoch nicht gemacht werden, da die Änderungen fließend in die Produktion einflossen. Unter anderem wurden ganz frühe Fahrzeuge mit Zimmerit versehen, erhielten zum Teil eine zweite Fahrersichtöffnung, Seitenschürzen und hatten eine andere Geschützblende. Da wir hier eine späte G1 Version haben, sind durchaus erste Änderungen zur frühen Version zu sehen, z. B. das fehlende Zimmerit. Bekannt sind sehr viele Bilder des Jagdpanthers nach oder kurz vor Kriegsende, wo viele dieser Fahrzeuge einfach aufgegeben wurden. Trotzdem war der Respekt vor diesem Panzerjäger auf Seiten der Alliierten enorm.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Der Bausatz

Der monströse Bausatz von Takom aus dem Jahr 2018 basiert auf dem ebenfalls 2018 erschienen Panzer V „Panther“. In diesem Jahr erschienen bei fast allen größeren und neueren Militärbausatzherstellern Panther (auch mit Innenleben), weshalb ich dieses Jahr auch als "Pantherjahr" in Erinnerung habe. Neben Takom waren da unter anderem Rye Field, Meng und Academy dabei. Entsprechend nutzten viele Hersteller auch die Gunst der Stunde, um Abarten des Fahrzeugs zu produzieren und so entstanden in der Folgezeit auch viele Jagdpanther.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Takom liefert uns einen wirklich starken und umfangreichen Bausatz. Der grüne Schriftzug „T-Rex“ ist hier auf alle Fälle treffend. Der recht hohe Karton ist randvoll gefüllt mit Teilen. Das Cover wirkt einfach, aber attraktiv und zeigt eine Zeichnung eines Jagdpanthers im Querschnitt, was aber viele nette Details beinhaltet und sofort darauf hinweist, dass uns hier auch ein vollständiges Innenleben erwartet. An den Seiten des Stülpkartons finden wir zwei Bemalvorschläge und eine Grafik des Innenlebens sowie die Teileübersicht, die einen fast erschlägt.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Takom - Jagdpanther G1 late production

Zunächst sind die Spritzlinge alle sauber in einzelne Folientüten verpackt und diese sind auch ordentlich stabil, so dass Teile nicht schnell abbrechen können. Das Schwierigste wird sein, hier überhaupt die Übersicht zu behalten, zumindest wenn es darum geht, den passenden Gussrahmen zu finden. Die Numerierung auf den Rahmen selber ist zum Glück fortlaufend ab der "1", so dass man dann zumindest die Teile schnell findet. Das Wiederverpacken des Bausatzinhaltes ist etwas schwierig: Wenn nicht alles exakt liegt, kann man den Karton nicht wieder richtig schließen.

Die OberwanneJagdpanther G1 late production   Jagdpanther G1 late production   Jagdpanther G1 late production   Jagdpanther G1 late production

Die Oberwanne

Die Oberwanne 

Der Bau beginnt mit der Unterwanne, hier sollen zunächst verschiedene Rahmen und Achsen für die Laufrollen verbaut werden. Für Neulinge im Thema wird es mit jedem Schritt wieder etwas zu entdecken geben. Allgemein sind die Oberflächenstrukturen sehr gut umgesetzt worden. Schnell werden jedoch erste Probleme deutlich: Viele Teile haben noch Auswerferstifte dran, welche aber nicht gleich auffallen und entfernt bzw. versäubert werden müssen. Außerdem stellt sich die Frage: Wie baue ich das Modell, ohne mir den Weg fürs Lackieren zu verbauen? Zum Zeitpunkt des Schreibens kann ich sagen: Ich lackiere die Unterwanne rotbraun, bemale anschließend viele Teile per Pinsel und habe dann alle größeren Teile, die weiß werden, gebaut und mit Airbrush lackiert.

Die Spritzlinge C mit den Segmentteilen der KettenSpritzling D und E liegen doppelt vorRückseite des Doppelspritzlings D/ESpritzling E2Rückseite E2Spritzling F3 mit Teilen für das GeschützRückseite F3
Ebenfalls doppelt: Der Spritzling F mit den FührungszähnenSpritzling G3 mit Teilen der WanneRückseite G3Doppelspritzling J2/F2Rückseite F2/J2Spritzling J5Rückseite J5
Spritzling H5Rückseite H5Spritzling K5 mit Teilen für die KettenabdeckungRückseite k5Spritzling L mit Teilen für das GetriebeRückseite LSpritzling V liegt doppelt vor mit den Laufrollen

Die Spritzlinge C mit den Segmentteilen der Ketten

Die Spritzlinge C mit den Segmentteilen der Ketten 

Die Passung ist meistens sehr ordentlich, lediglich an manchen Stellen, die durch verzogene Teile entstanden sind, muss man nachhelfen. Ja, leider sind einige Gussrahmen aufgrund des gut gefüllten Kartons etwas verbogen, aber nichts, was man nicht wieder geradebiegen könnte.

Im Laufe der Bauschritte findet man immer wieder verschiedene Optionen bzw. Variante A, B, C. Leider wird hier nicht darauf eingegangen, welcher Vorschlag zu welcher Variante gehört. Oft sind mir auch keine Unterschiede - insbesondere am Äußeren - aufgefallen. Die meisten sind wohl im Inneren zu finden, aber recht unauffällig. Es wird auch nicht immer klar, was hier zu welcher Variante gehört, insbesondere dann, wenn vorher kleinere Bauschritte (wie das Zusammensetzten kleinerer Baugruppen) vorangegangen sind. Insgesamt kommt das sehr plötzlich und man wird eigentlich da hineingeworfen, das hätte man besser lösen können oder einfach schon von Anfang an darauf hinweisen müssen.

Einen Spritzling habe ich sehr lange suchen müssen, den Gussrahmen „M“, denn der Buchstabe, der auf den Rand steht, sieht einfach wie ein auf der Seite liegendes E aus, womit man jetzt nicht unbedingt rechnet.

Spritzling L5Rückseite L5Spritzling M, man achte auf den Buchstaben, dass würde niemand gleich als M erkennenRückseite MSpritzling N mit Teilen für den MotorSpritzling N RückseiteSpritzling N2
Rückseite N2Verschiedene Teile im Inneren auf Gußrahmen Q3Rückseite Q3Spritzling R3Rückseite R3Gußrahmen S3 mit GranatpatronenRückseite S3
Spritzling T3Rückseite T3

Spritzling L5

Spritzling L5 

Der Bau selber ist nicht immer ganz einfach, häufig müssen Bauteile sehr merkwürdig um bereits angebrachte Teile gebogen oder gedrückt werden, damit diese dann am richtigen Platz sitzen. Dass hier nichts bricht, ist dann oft mehr ein Wunder als Können. Das beste Beispiel ist die Trennwand zwischen Motor und Kampfraum, wo ein Hydraulikzylinder im Weg ist, um den man das Teil drücken muss. Und solche Vorkommnisse sind immer wieder an der Tagesordnung und kein Einzelfall.

Ätzteile
Ätzteile

Die Detailbemalung für den Kampfraum erfordert Eigenrecherche. Die Anleitung von Takom ist hier nutzlos. Das, was der Hersteller auf einer Doppelseite zeigt, hat wohl nichts mit dem Vorbild zu tun: Alles soll rotbraun gehalten und die Elemente im Inneren nur dunkelgrau bemalt werden. Ich empfehle hier doch mal lieber einen Blick in die Anleitung anderer Hersteller.

Montagehilfen für die Ketten
Montagehilfen für die Ketten

Das Geschütz und der Motor sind Bausätze für sich. In vielen Schritten und mit einigen Teilen entstehen beide sehr gut umgesetzten Baugruppen. Detailliebhaber werden sich hier richtig austoben können.

Eine Fleißarbeit ist die Bearbeitung der Granatpatronen. Leider hat Takom nur eine Granatenart beigelegt, aber durch verschiedene Lackierungen kann man zumindest den Eindruck von Unterschieden erwecken. Letztlich sahen ja Sprenggranaten und panzerbrechende Geschosse farblich anders aus.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Die Ketten sind Segmentketten, die mithilfe einer Schablone angebracht werden sollen. Das erleichtert das Anbringen ungemein. Auch die Anleitung bietet hier eine entsprechende Hilfe. Nervig ist aber, das an jedem Führungszahn noch Angüsse entfernt werden müssen bzw. die Führungszähne sowieso einzeln angebracht werden sollen.

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Jagdpanther G1 late production

 

Die Passung der Rückwand und auch das Einsetzen des Motors ist eine Kunst für sich. Wenn in den vorangegangenen Schritten etwas nicht hundertprozentig exakt passt, wird man hier ganz große Passprobleme haben, die sich dann nur durch den Einsatz vieler Klemmen lösen lassen.

Ansonsten sind überall die Details super dargestellt. Man muss insgesamt aber aufpassen, dass man nicht beim Bauen kleinere Teile übersieht, gerade weil man wohl in der Anleitung immer hin und her springt und so kleinere Sachen schnell untergehen. Außerdem sollte man sich von vorne hinein einen Plan machen, wie man möglichst viel noch vom Inneren sehen kann (z. B. abnehmen der Oberwanne oder der Kampf- und Motorraumabdeckung).

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Jagdpanther G1 late production

 

Bemalung und Abziehbilder

Es liegen zwei relativ kleine Abziehbilderbögen bei. Der erste beinhaltet Markierungen für den Kampfraum und für die Granaten. Der zweite ist dann für das Äußere, hier gibt es ein paar taktische Nummern und Balkenkreuze. Die Qualität ist absolut in Ordnung und lässt sich gut verarbeiten.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Takom bietet vier ähnliche, aber im Detail unterschiedliche Fahrzeuge, die alle eine andere Tarnung besitzen. Der früheste Jagdpanther gehörte zur 1. Kompanie der schweren Panzer Abteilung 559 in Holland 1944, war also unter anderem beim Gegenschlag gegen die Alliierte Luftlandung bei Arnheim beteiligt. Der zweite Panzer gehörte zur schweren Panzerjägerabteilung 519 im Raum Frankfurt am Main im April 1945. Hier sind mir Bilder des Wracks bekannt. Die dritte Variante ist ein Jagdpanther der Panzerjäger Ersatz- und Ausbildungsabteilung 20 in Meppen (Niedersachsen) im April 1945. Das letzte Fahrzeug gehörte zur schweren Panzerjägerabteilung 560 in Österreich 1945, der Verband nahm noch an der letzten Offensive am Balaton teil.

Takom - Jagdpanther G1 late production

Die Anleitung

Die Anleitung wirkt hochwertig, aber schlicht gehalten und reicht so völlig aus. Das kleine Heft führt auf 35 Seiten und in 52 Schritten ans Ziel. Leider sind die Bauschritte nicht immer ganz klar, man übersieht schnell Teile und die Aufteilung in Variante A, B und C wird vorher gar nicht erwähnt und ist nur schlecht kenntlich gemacht. Außerdem sind einige Bauschritte nicht logisch, so springt man bei dem Laufwerk anfangs oft hin und her. Auch die Bemalung für den Kampfraum hat wenig mit dem Vorbild zu tun. Detailbemalung wird in der Anleitung gar nicht berücksichtigt. Gut ist aber, dass auf den Seiten mit den Vorbildfahrzeugen auch auf ein spezifisches Weathering mit Produktvorschlägen von Ammo of Mig eingegangen wird.

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Jagdpanther G1 late production

 

Darstellbare Fahrzeuge:
  • Sd. Kfz. 173 Jagdpanther G1, 1. Kompanie, s. Pz. Abt. 559, Holland 1944
  • Sd. Kfz. 173 Jagdpanther G1, s. Pz. Abt. 519, Frankfurt am Main April 1945
  • Sd. Kfz. 173 Jagdpanther G1, Pz. Jg. Ers. Und Ausb. Abt. 20, Meppen, April 1945
  • Sd. Kfz. 173 Jagdpanther G1, s. Pz. Abt. 560, Österreich 1945
Stärken:
  • sehr gut detailiert unter Berücksichtigung sämtlicher Elemente des Panzers
  • kompletter Innenraum und Motor
  • Montagehilfe für Ketten
  • Drahtseil aus Metall
  • Vorbilder recherchiert
Schwächen:
  • Bautechniken sind kompliziert
  • Anleitung teilweise unübersichtlich
  • keine brauchbare Detail- und Innenraumbemalung angegeben
  • nur eine Sorte Granaten vorgesehen
  • Passung im Bereich des Motors
Anwendung: Der Bausatz ist aufgrund des Umfangs und der relativ komplizierten Bautechniken nur für Erfahrene geeignet.

Fazit:

Dieser Bausatz ist eine wahre Herausforderung auf höchstem Niveau. Man lernt viel vom Fahrzeug und bekommt derartig viele kleine Details, dass es immer wieder etwas Neues zu sehen gibt. Leider wird man auf eigene Recherche nicht verzichten können. Die Herausforderung wird sein, das Modell so zu gestalten, dass man später noch ins Innere schauen kann.

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 21. Januar 2023

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