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Bismarck

von Martin Kohring (1:700 Samek)

Bismarck

Mein erstes, wirklich vernünftig gelungenes Resinmodell im Maßstab 1:700

Sicherlich habe ich schon mehrere Resinbausätze gebaut, wer allerdings bislang nur Kits aus Plastik gefertigt hatte, für den ist im allgemeinen ein Modell aus dem Werkstoff Resin echtes Neuland. So hatte ich im Prinzip 5 Versuche Zeit, um endlich ein Modell entstehen zu lassen, dass auch meinen Ansprüchen, und die sind durch meinen Beruf schon definiert eher hoch, genügt.

Zum „Üben“ hatte ich von Samek den Zerstörer Z28, den leichten Kreuzer Nürnberg, sowie von HP-Models das Zielschiff Hessen, ein Minensuchboot und ein Schnellboot, wobei bei den letzteren 3 keine so rechte Freude beim Bauen aufkam, aufgrund der Qualität und der unzureichenden Baubeschreibungen. Kurz vorher hatte ich den Bau des Linienschiffes Schleswig-Holstein wegen falsch produzierter Decksteile und zu kurzen und zu schmalem Rumpf abgebrochen. (Siehe dazu den Artikel im Modellfan, der aber schon etliche Jahre zurück liegt).

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Die Bismarck hatte ich schon lange im Auge, deshalb hatte ich mich zuvor schon mit den beiden Plastikbausätzen von Aoshima und Matchbox auseinandergesetzt, um dann doch endlich den zündenden Tipp von Herrn Rettkowsky aus Hamburg zu erhalten, mir die Bismarck von Samek zuzulegen. Leider ist Heinz Rettkowsky am 16.01.2003 verstorben. Als ich diesen Bausatz kaufte, hatten wir glücklicher Weise noch keinen Euro, so dass die Anschaffung dann doch noch nicht so kostspielig war, als würde man ihn heute erwerben. Günstigster Anbieter ist momentan meines Wissens nach NNT ( www.nnt-modell.com ).

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Zum Bausatz:

Mittlerweile hatte ich schon Know-how im Umgang mit Resinbauteilen aufbauen können, so dass ich mich auf das reine Bauen konzentrieren konnte. Nach Sichtung der Bauteile jedoch war festzustellen, das auch diese Version der Bismarck einige feine Mängel hatte, die es zu beheben galt. Erstens war klar, das dieses Schiff auf alle Fälle mit fotogeätzten Relings ausgestattet werden musste, so wie anderen filigranen Ätzteilen. Der Bausatz als solches besaß schon eine Ätzteilplatte mit wichtigen Kleinteilen, allerdings sind die Fotoätzteile von Gold-Medal-Models für die Schiffe der Kriegsmarine noch um einiges feiner, zudem besitzen sie auch die dem Bausatz sonst fehlenden Relings, sowie Schornscheinabdeckung, seitliche Roste, Kräne, Hangartüren, Funkmessgeräte, Kabeltrommeln, Mastdetails und vor allem ein besser detailliertes Katapult. Unglaublich, wenn man es mit den Katapultversuchen der beiden Plastikkits vergleicht.

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Recht schnell stellt man beim weiteren Unsuchen schnell fest, das die schwere Flak einfach zu groß ausgefallen ist und leider entsprechen auch die leichte 3,7 cm Flak und die beiden 2 cm Vierlinge nicht so recht dem jetzigen Standard. So mussten noch 2 Scharnhorstbausätze von Tamiya dran glauben, da ein Bausatz nur über 7 Stück 10,5 cm Flaks verfügt, ich aber 8 brauchte. Auch die 3,7 cm Zwillinge wurden hier entnommen. Die 2 cm Vierlinge stammen aus einem Torpedoboot Bausatz von WSW, von denen mehr zu Verfügung stehen als gebraucht werden. Deshalb: Großes Lob deshalb an die Firma WSW.

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Die Passgenauigkeit der Teile zueinander hängt natürlich, bis auf einen Fall wo ein Teil leicht konvex verläuft, von einem selbst ab. Schleift man die aus der Resinhaut gelösten Teile schlecht ab, passt es halt auch schlechter. Daher sollte man, bevor man ein solch teures Modell baut, vorher mit etwas günstigerem üben.

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Gut dass ich noch die Bismarck von Matchbox hatte, den aus diesem Bausatz entnahm ich Teile des hinteren Mastes, sowie den kompletten vorderen Mast. Bekanntlicherweise müssen bei Resinbausätzen häufig Masten, Flaggenstöcke und sonstige Kleinteile selbst aus Draht oder gezogenem Gussast hergestellt werden. Glücklicherweise habe ich diesen Matchboxbausatz günstig aus einer Geschäftsauflösung erstanden, so das der Kostenfaktor hier so gut wie nicht mehr ins Gewicht fiel.

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Beim Anstrich hatte ich auf das bekannte Streifentarnschema bewusst verzichtet, da meine Lützow schon entsprechend getarnt in der Vitrine steht. Allerdings hatte ich bei meiner Bismarck irgendwie einen interessanten Zwischenzustand erstellt. Nämlich genau den zwischen dem Übermalen der schwarz-weißen Streifentarnung und dem Übermalen der dunkelgrauen Siluettenverkürzung. Die gelben Turmdecken der schweren und mittleren Artillerie wären dann noch später hinzugekommen. Ich hatte sie dunkelgrau gelassen.

Leider ist es nicht ganz unerlässlich für Resinmodelle, da die Baubeschreibungen immer etwas karg sind, weitere Literatur zu Rate zu ziehen. Sehr schöne Abbildungen findet man im Marine Arsenal Heft für die Bismarck oder aber in der Reihe vom Original zum Modell und natürlich im Web. Leider habe ich keinen Termin in Hamburg bei Blohm und Voss bekommen können das Werftmodell zu besichtigen. Möglicher Weise versuche ich einen weiteren Vorstoß, falls ich noch Informationen benötige zum Thema Antennenverspannung und Takelage, die als einziges bei diesem Modell noch aussteht. Ich hoffe, dass ich zeitnah noch weitere Fotos liefern kann, wenn meine Bismarck dann doch eine Takelage hat. Desweiteren werde ich, wenn es in Kürze verfügbar ist, die schwere Artillerie, noch bestehend aus Resinteilen, die sich sicher über kurz oder lang verziehen werden, gegen gedrehte, vorne offene Messingrohre ersetzen, die es über NNT-Modell für Bismarck und Tirpitz zu beziehen gibt.

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Schiffe in einer Vitrine sind zwar ganz nett, allerdings für Ausstellungen oder Fotos nicht zu gebrauchen. So habe ich mir einen etwas größeren, zweiteiligen Sockel anfertigen lassen. Auf die oberste Holzplatte habe ich als Wasserfake Hammerschlaglack von Hammerit in der Farbe dunkelblau aufgebracht. Die auf den Fotos sichtbaren Schaumkronen und die angedeutete Bugwelle wurden ganz einfach für die Fotos mit Mehl erzeugt. Möglicher Weise, falls ich das Modell auf dieser Platte fixiere, werde ich die Bugwelle mit Silikongel modellieren, jedoch fehlt es mir hier auch noch an der nötigen Erfahrung. Als Abdeckung habe ich eine Plexiglashaube vorgesehen, damit Staub, der leider jetzt schon auf dem Modell in geringer Menge liegt, sich nicht noch vermehrt.

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So, das war es von meiner Seite aus, für positives oder negatives Feedback bin ich offen, also mailt mir, nur so kann man sich verbessern. Als nächstes Modell, dass ich demnächst vorstellen will, habe ich die Goeben von der Firma NNT-Modell aus Bad Säckingen ausgewählt, denn wann sieht man schon einmal einen Schlachtkreuzer unter türkischer Flagge?

Bismarck

Martin Kohring,
IG Waterline

Publiziert am 23. März 2003

Die Bilder stammen von Markus Kohring.

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