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Douglas A-26B Invader

von Daniel Stihler (1:72 Italeri)

Douglas A-26B Invader

Das Vorbild

Der Prototyp der A-26 "Invader" wurde durch die US-Flugzeugfirma Douglas als Nachfolger des sehr erfolgreichen leichten Bombers A-20 "Havoc" entwickelt. Der Erstflug fand am 10. Juli 1942 statt. Die A-26 war 15,24 m lang, hatte eine Spannweite von 21,34 m und wurde von zwei Pratt & Whitney Doppelsternmotoren mit jeweils 2.000 PS angetrieben. Diese ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 570 km/h, eine Dienstgipfelhöhe von 6.700 m und den Transport von bis zu 2.700 kg Abwurfmunition im Bombenschacht und unter den Flügeln. Insgesamt fertigte Douglas etwa 2.500 Maschinen. Die beiden wichtigsten Varianten waren die A-26B und C.  Erstere war ein auf Tiefflugangriffe ausgelegtes "gunship" mit drei Besatzungsmitgliedern. 

Douglas A-26B Invader

Douglas A-26B Invader

Die Bewaffnung bestand aus sechs, später acht MGs des  Kalibers .50 (12,7 mm) im Rumpfbug, jeweils drei weiteren MGs in jedem Flügel und einem ferngesteuerten Drehturm auf dem Rumpf sowie teilweise noch einem zweiten Drehturm auf der Unterseite. Die A-26C hatte einen verglasten Rumpfbug mit einem Norden-Bombenzielgerät und vier Besatzungsmitglieder. Erste probeweise Kampfeinsätze erfolgten im Pazifik im Juni 1944, in Europa im September, die Umstellung von der A-20 auf die A-26 begann unmittelbar danach. Trotz ihrer relativ späten Einführung flogen A-26-Besatzungen allein bei der "Ninth US Air Force"  im Zweiten Weltkrieg noch etwa 11.700 Einsätze. Die US Air Force setzte den Typ teilweise bis Ende der 1960er Jahre ein. Eine aktive Rolle spielten er u.a. im Koreakrieg und in Vietnam, wo noch bis 1969 eine modernisierte Version (A-26K "Counter Invader") Kampfeinsätze flog.

Douglas A-26B Invader

Douglas A-26B Invader

Die CIA nutzte die Maschine u.a. 1958 bei einem Staatsstreichversuch gegen Präsident Sukarno in Indonesien und 1961 bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht auf Kuba. Die USA lieferten zahlreiche Flugzeuge an Verbündete. So fanden diese Verwendung in aller Welt, unter anderem im französischen Indochinakrieg der 1950er Jahre oder im Biafra-Krieg 1967-1970. Kolumbien stellte die letzten militärisch genutzten A-26 erst 1980 außer Dienst. Rund 200 Maschinen wurden für zivile Nutzungen umgebaut, anfangs vor allem als kleine Passagierflugzeuge, später zur Bekämpfung von Waldbränden. In dieser Rolle flog die A-26 in Kanada noch bis in die 1990er Jahre. Die in meinem Modell dargestellte A-26B "Versatile Lady" mit ihrer auffälligen "nose art" wurde von Captain Tony Curtio geflogen und gehörte zur in Iwakuni (Japan) stationierten 13th Bombardment Squadron / 3rd Bombardment Group. Über Pilot und Maschine war kaum etwas herauszufinden. Die Lackerung kann man heute an einer umgebauten A-26C im USAF History and Traditions Museum auf der Lackland Air Force Base in San Antonio (Texas) bewundern.

Douglas A-26B Invader

Douglas A-26B Invader

Das Modell

Die endgültige Fertigstellung dieses Modells hat bei mir einem tiefen Seufzer der Erleichterung ausgelöst. Obwohl der Bausatz relativ neu ist (er geht auf eine A-26K von 2005 zurück), hat er mich mit einer teilweise ausgesprochen schlechten Passgenauigkeit insbesondere (aber nicht nur) bei den Klarsichtteilen viel Zeit und Nerven gekostet. So war er jahrelang auf meinem "shelf of doom" geparkt und wurde nur gelegentlich zu einer neuen Spachtel-, Schmirgel- und Poliersession herausgeholt. Sieht man von diesen kleinen Problemchen ab, ist die A-26 eigentlich ein attraktives Modell mit einem schön detaillierten Cockpit und einem komplett ausgestatteten Bombenschacht, deren Details mit Washings und Trockenbürsten sehr schön betont werden können.

Douglas A-26B Invader

Die Innenausstattung wurde mit einer Mixtur aus Xtracrylics- und Revellfarben mit dem Pinsel bemalt, die Außenseiten bekamen eine Grundierung mit Vallejo Primer und eine Lackierung mit Tamiya X-1 (Schwarz glänzend). Die Blechstöße und sonstigen Details habe ich durch ein Washing mit stark verdünntem Deckweiß hervorgehoben. Lackabplatzer ergänzte ich mit Revell Silber und einem feinen Pinsel. Die Naßsschiebebilder sind - wie immer bei Italeri - hervorragend. Schließlich kam noch eine Schicht Revell Mattlack hinzu; den letzten Schliff erhielt die nun recht mitgenommen ausehende Maschine mit verschiedenen Farben aus den Tamiya Weathering Master-Sets.

Douglas A-26B Invader

Daniel Stihler

Publiziert am 20. January 2022

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