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Dornier Do 215 B-2

von Damian Güttner (1:48 ICM)

Dornier Do 215 B-2

Zur Geschichte der Dornier Do 215 brauche ich hier nicht viel schreiben, da dieser Typ recht bekannt ist, auch wenn er in keinen großen Stückzahlen produziert wurde. Es wurden nur 105 Maschinen aller Dornier Do 215-Baureihen gebaut.

Dornier Do 215 B-2

Als Anfang des Jahres 2014 auf verschiedenen Internetseiten und  -foren bekannt wurde, dass ICM eine Dornier Do 215 in 1:48 auf den Markt bringt, war die Freude groß. Als dann an Weihnachten die Bescherungszeit war, war die Freude erst recht groß, denn unter dem Weihnachtsbaum lag der neue ICM-Bausatz der Dornier 215!! Da wir alle so viele Modelle im Lager und genauso so viele offene, angefangene Projekte auf dem Basteltisch liegen haben, musste sich die Dornier bis Anfang 2021 gedulden, bis sie angefangen wurde. Als Zubehör habe ich verwendet:

  • Farbiges Eduard Set FE 691 für das Cockpit
  • Montex - Mini Mask SM 48-399
  • EtraTech Set EX 48-020
  • MG Zielvisiere
  • Prop Decals von Kora

Dornier Do 215 B-2

Beim ersten Blick in den Karton hat uns ICM einen sehr guten Bausatz für den Basteltisch geliefert. Die Wahrheit kam erst beim Bauen ans Tageslicht... Da ich keine deutsche Einsatzmaschine bauen wollte und vor mehreren Jahren im Internet den Decalbogen von Dutch Decals für eine holländische Maschine gesehen habe, stand für mich fest: die wird es!

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Begonnen habe ich, wie fast bei jedem Modell, mit dem Cockpit. Es ist vom Bausatz aus schon gut detalliert, aber die Eduard-Ätzteile werten das ganze noch mehr auf. Hier kommt aber schon der erste grobe Fehler im Bauplan. Die fertige Sektion - Bauschritt 10 - muß an die untere Rumpfkante(!!!) geklebt werden, nicht wie der Bauplan vorsieht, an die gelochte Cockpitverstrebung. Ansonsten ist das alles viel zu hoch, die Cockpitverglasung passt dann nicht und die ganze Besatzung muß in einem Cabrio fliegen.

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Ich habe dann noch zusätzlich die Munitionstrommeln samt Halterungen und den Pilotensitz selbst ergänzt. Jetzt werden sich viele fragen: Warum baut er einen anderen Sitz ein? ICM hat der Dornier-Reihe einen Pilotensitz in 1:72 spendiert!!! Später hat auch Revell für den Do 215 B-5 Nachjäger sämtliche Spritzlinge übernommen, auch den zu kleinen und missratenen Sitz.

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Als nächsten Bauschritt habe ich die gut gemachten Triebwerke in Angriff genommen, mit der Absicht, ein Triebwerk offen darstellen zu können, was sich später aber als Fehler rausstellen sollte. Die Passgenauigkeit in diesem Bereich ist sehr schlecht und würde sehr viel Umbauarbeiten nach sich ziehen.

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Dann waren die Flügel an der Reihe. Ist aber nicht „Flügel zusammenkleben, Triebwerksgondeln rein und alles an den Rumpf ranbauen“. Dadurch, dass ICM einen weichen Kunststoff für die Produktion des Modells verwendet hat, muss man die Flügel mit Stützen im Flügelinneren aufbauen und ausrichten. Nach mehreren Abenden und viel messen und probieren konnte ich die Flügel verkleben, mit dem Gedanken, die große Schwachstelle des Modells beseitigt zu haben. Leider war das nicht der Fall. Durch das weiche Plastik ist die Anpassung der Motorgondeln an den Flügel kompliziert und das Verkleben erst recht! Ohne auf Maß zurecht geschnittene Spritzlingabfallstücke, Schraubzwingen und Gummis ist der Triebwerkgondel- / Flügel-Einbau nicht machbar.

Dornier Do 215 B-2

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Der Bauplan sieht vor, dass man den kompletten Flügel in den Rumpf einklebt und dann erst die Triebwerksgondeln. Wenn man nach dem Bauplan arbeitet, wird es später viel komplizierter, die Triebwerke einzubauen und zu verschleifen. Darum habe ich die Triebwerke zuerst in den Flügel eingebaut, alle Arbeiten daran erledigt und dann als eine komplette Einheit in den Rumpf eingeklebt. Leider hat ICM den gleichen Fehler am Leitwerk gemacht wie Hobbycraft in den 1970ern und Classic Airframes im Jahr 2007 bei den Dornier Do 17 Bausätzen. Der Rumpf - Leitwerkübergang war deutlich erhöht bei allen Dorniers, was kein Bausatzhersteller berücksichtigt hat und in allen Bausätzen flach gemacht wurde. Vor Jahren gab es die sündhaft teuren Umbausätze von DMold Modelworks und MDC, die heute aber nicht mehr hergestellt werden. Diesen Fehler habe ich auf die gleiche Art und Weise behoben wie der bekannte deutsche Modellbauer und Modellbauautor Andreas Dyck bei seiner Dornier. Danke, Andreas, für den guten Tipp.

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Das Fahrwerk hat ICM zwar gut wiedergegeben, aber auch hier hat sich ein Fehler eingeschlichen, der aber am fertigen Modell kaum sichtbar ist und das war auch der Grund, dass ich es nicht mehr umbauen wollte. Die Hauptgabel vom Einziehmechanismus ist falsch und vereinfacht dargestellt.

Dornier Do 215 B-2

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Da die Antenne unter dem Rumpf etwas grob im Bausatz dargestellt ist, habe ich beschlossen, sie Scratch zu bauen. Dafür habe ich Kupferdraht verwendet und die S 48-087 Verspannungshalter von PART für WK I-Doppeldecker. Der nächste kleinere Fehler im Bausatz sind die MGs. Im Bausatzplan ist vorgesehen, dass man die passenden Löcher in die obere Cockpitverglasung bohrt und dann die MGs einklebt. Die Löcher dürfen aber nur ca. 2,5 mm groß sein, da sonst das MG durchrutscht, aber bei diesem Durchmesser passen die MGs wegen der Zieleinrichtung nicht durch. Hier muß man die Zieleinrichtungen abtrennen und anschließend wieder ankleben - oder in meinem Fall habe ich sie ersetzt durch die schönen, filigranen Zielvisiere von ExtraTech.

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Jetzt konnten die Lackierarbeiten beginnen. Da die Holländer auf der Unterseite einen kastanienbraunen Farbton hatten und ich schon die Fokker D XXIII von RS Models und die Fokker G-1 von Micro Mir zum Lackieren bereit hatte , habe ich mir auf der IMPS UK 2019 in Telford das neueste Farbenset von Hataka für die Holländische Luftwaffe gekauft, mit dem Gedanken, die Fokker und die Dornier zu lackieren.

Dornier Do 215 B-2

Leider musste ich schon bei der Fokker feststellen, dass die Farben völlig ungeeignet sind. Aus der Flasche heraus zu lackieren ist nicht machbar, die Spritzpistole wird nach kurzer Zeit verstopft, die Farbe wird fast nicht mehr flüssig. Mit viel Verdünner und anderen verschiedenen Mitteln konnte ich mit viel Mühe und Ärger die Fokker lackieren.

Dornier Do 215 B-2

Schön und gut. Leider vor und auch nach(!!!) dem Glanzlackauftrag habe ich durch weiteres Anfassen des Modells die Farbe an den Flügelkanten wieder runter gerubbelt! Sie haftet am Modell nicht und ist nicht kratzfest. Da habe ich beschlossen, dass die Farbe des polnischen Herstellers sofort in den Müll wandert. Es war die schlechteste Farbe, die ich je verwendet habe - nicht zur empfehlen!

Dornier Do 215 B-2

Darauf hin musste ich Ersatz suchen und habe ihn auch bei Mr Hobby gefunden, es ist das H 17 Kakaobraun! Für die Oberseite habe ich Tamiya XF 57 Buff verwendet und für das Dunkelgrün war ich leider gezwungen, das Camo Green HTK-A246 von Hataka zu verwenden, weil kein anderer Hersteller diesen seltsamen Grün-Blau-Ton anbietet. Es ließ sich etwas besser lackieren und ich war ja vorgewarnt.

Dornier Do 215 B-2

Da der Decalbogen von Dutch Decal überall ausverkauft war und nicht mehr erhältlich ist, habe ich andere Modellbauer über Scalemates angefragt. Und tatsächlich habe ich Hilfe von Erik Leijdens, einem Modellbauer aus Holland bekommen, der mir die passenden Decals aus dem Bogen überlassen hat. Vielen Dank, Erik!

Dornier Do 215 B-2

Ein paar kleine Stencils habe ich aus meiner Decalkiste ergänzt. Nach mehreren Schichten Mattlack habe ich nur noch die Antennenfäden (von Uschi van den Rosten), die Auspuffrohre und die Propeller montiert. Da ich mehrere Fotos gefunden habe, an denen sichtbar war, dass die Propeller das Herstellerlogo an jedem Blatt hatten, habe ich die dafür vorgesehenen Decals von Kora gekauft, was den Latten mehr Echtheit verleiht.

Dornier Do 215 B-2

Fazit

Ein schöner, interessanter Bausatz, aber für einen Bausatz neuester Generation mit aktuellen Herstellungstechniken hat er zu viele Passungenauigkeiten und der Bauplan weist zu viele Fehler auf. Für einen Modellbaueinsteiger ist der Bausatz eher wenig geeignet.

Dornier Do 215 B-2

Damian Güttner,
PMC Bodensee

Publiziert am 25. September 2021

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