Berlin B9 STWeigene, leistungsgesteigerte Kreationvon Thomas Brückelt (1:72 Airmodel Products)
„Was wäre wenn?“, dachte ich mir beim Bau der Berlin B9 ( https://www.modellversium.de/galerie/artikel.php?id=19899&fscode=27028 )... Die Idee einer auf der Berlin B9 basierende Einsatzmaschine kam auf. Es wird vermutet, dass das Original von den US-amerikanischen Besatzungstruppen zerstört wurde. Alternativ hätte man es auch irgendwo auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verstecken können, so hätte man das Experimentalflugzeug irgendwann wiederentdeckt und eine aufgewertete Version daraus entstehen lassen: Die Berlin B9 STW (STW steht für Strahltriebwerk).
Aufklärung, Luftnahunterstützung, Ziele markieren, Zieldarstellung (auch für die Darstellung von Marschflugkörpern) und der Abwurf von Gefechtsfeldbeleuchtung könnten passende Aufgaben für den kleinen und für hohe g-Lasten ausgelegten, zweistrahligen Jet sein.
Neben den beiden Strahltriebwerken, die in langen nach vorn gezogenen Gehäusen sitzen, um mit der Schwerpunktlage hinzukommen, erhielt das Modell eine runde, deutlich strömungsgünstigere Frontverglasung. Dadurch entsteht vor dem Neutralpunkt deutlich mehr Dämpfungsfläche, welche durch einen Jet (dreieckige Fläche) vor dem Seitenleitwerk ausgeglichen werden sollte. Die Randbogen wurden etwas gestutzt, um den Stirnwiderstand zu reduzieren. Das Hauptfahrwerk wird nun in die Tragfläche und in den Rumpf eingefahren, auch das Spornrad ist einziehbar. Die Fahrwerksklappen stellte ich mit Hilfe von selbstgedruckten Decals dar. Auf der Tragflächenoberseite gravierte ich Sturzflugbremsen ein.
Auch hier kam wieder der liegende Pilot von Matthias Simon (Airmodel Products) hinein. Allerdings tausche ich den Kopf und den rechten Arm aus, damit es nach einem Militärpilot aussieht. Eine Rohrrahmenkonstruktion im vorderen Bereich nimmt noch fünf Instrumente und ein Visier auf. Dazu bietet diese dem Piloten noch etwas Schutz im Falle einer Bruchlandung.
Der hintere Teil der Kanzel stammt aus dem Bausatz. Um die Frontverglasung herzustellen, konstruierte und druckte ich eine Tiefziehform. Eine starke Krümmung und ein recht langes Teil erforderte einige Versuche, bis eine brauchbare Frontverglasung herauskam. Wie schon bei der Berlin B9 klebte ich kurze Stücke gezogener Gießäste an der Stoßkante an, damit sich die Teile besser fügen ließen. Verklebt wurde mit 5-Minuten-Epoxydharz.
Für die Triebwerke nutzte ich die von meinem Arbeits- und Modellflugkollegen Dominik resingedruckten Impeller, die ich für meinen Turbo-Habicht ( https://www.modellversium.de/galerie/artikel.php?id=19873&fscode=23800 ) konstruiert hatte. Er hatte mir noch zwei davon als Reserve gedruckt, somit waren die dann auch gleich verwertet. Diese trennte ich in der Mitte durch und konstruierte den passenden Mittelteil der Turbinengehäuse. Die Teile entstanden mit meinem Filamentdrucker. Im vorderen Bereich wurde der Übergang zu den Lufteinlässen mit Spachtelmasse angeglichen.
Die zwei UB-16 Raketenbehälter stammen aus dem Set „Modern Soviet Aircraft Weapons; Set 3: Rockets & Bombs“ von Dragon.
Lackiert habe ich das „What if“ mit Emailfarben von Humbrol und Revell, mit dem Pinsel. Die Decals stammen aus Bausätzen von AZ (He 162 C, NVA-Markierungen) und KP (SIAI Marchetti SF-260, Wartungs- und Warnhinweise). Vor dem Anbringen der Decals versiegelte ich mit glänzenden Klarlack, danach mit seidenmattem. Dann erhielt das Modell ein leichtes Washing und die Ruderspalte wurden mit einem schwarzen Holzstift hervorgehoben. Als das trocken war, sprühte ich die fiktive B9 STW mit mattem Klarlack ein. Alle Klarlacke sind von Mr.Hobby.
Thomas Brückelt, Publiziert am 28. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |