Let L-23 Super BlanikAm Anfang war das Blechvon Thomas Brückelt (1:72 CMR)
Auf dem L-23 Super Blanik (oftmals wegen seiner Metallbauweise „Blechnik“ genannt) D-4414 lernte ich 1993 beim Flugsportverein Herrenberg (Flugplatz Poltringen, bei Tübingen) das Fliegen und machte auf ihm noch im selben Jahr - 10 Tage vor meinem 15. Geburtstag - meinen ersten Alleinflug.
Auch später habe ich dann noch bei Gelegenheit den „Blechnik“ gerne geflogen, da er eine hervorragende Ruderabstimmung besitzt und es mir einfach Spaß machte, damit zu fliegen. Das Trudeln lässt sich leicht ein- und wieder ausleiten, er hat ein zahmes Abrissverhalten, gut wirkende Störklappen, lässt sich effektiv slippen und ist zudem sehr robust. Die Ruderkräfte habe ich als optimal für ein Schulflugzeug empfunden. Kein Wunder, dass das Tschechische Segelflugzeug auch in westlichen Ländern ganz gut vertreten war und teilweise noch ist. Beispielsweise nutzte die United States Air Force Academy unterschiedliche Varianten des Blanik, der TG-10B Merlin ist ebenfalls mit dem CMR-Kit baubar. Mit einer Gleitzahl von 28 ist er sicher alles Andere als ein „Gleitwunder“, aber als Schulflugzeug sind die zuvor genannten Eigenschaften von größerer Bedeutung. Einsitzig geflogen konnte man durch die geringere Flächenbelastung sich auch bei schwacher Thermik gut oben halten. Die Geräuschkulisse in der aus Aluminium gebauten Zelle ist für einen Segelflieger auch nicht ganz alltäglich. Beim Zurückschieben nach der Landung kann man den metallischen Resonanzkörper dann auch ganz gut – zum Leidwesen manch eines Fluglehrers - als zweckentfremdete Trommel verwenden...
Der hervorragende Resin-Bausatz von CMR lag schon einige Jahre bei mir herum. Als ich ihn mir gekauft habe, dachte ich nicht, dass ich die Fliegerei an den Nagel gehängt habe, wenn er mal auf dem Basteltisch landet. Die Teile sind sehr sauber gegossen und haben eine schöne Oberflächenstruktur. Der Guss ist sehr fein, zudem liegt eine schöne Platine mit bedruckten Ätzteilen bei, sowie Tiefziehhauben (jeweils zwei: Geteilt und ungeteilt). Ganze zehn L-23 lassen sich mit den beiliegenden und absolut hochwertigen Decals darstellen. Da auch die Standard-Lackierung mit den roten Streifen dabei war, musste ich zur Darstellung der D-4414 nur die Kennungen selbst zeichnen und auf Decalfolie ausdrucken. Ein zweiter Rumpf für die entsprechenden Varianten findet sich ebenfalls in der Box. Dazu erhält man zahlreiche Bilder von den darstellbaren Vorbildern. Ein wirklich abgerundetes Gesamtpaket, was CMR da zusammengestellt hat.
Da ich das Modell fliegend darstellen wollte, baute ich zwei Fußballspieler (unbemalte Figuren, H0) um. Mit Alufolie stellte ich die Gurte dar. Trotz der vielen filigranen, beiliegenden Teile, musste das ein oder andere Bedienelement und die Mikrofone ergänzt werden. Ich stellte diese Teile mit gezogenen Gießästen her.
Die komplette Tragfläche ist einteilig. Leider hat sie zu wenig V-Form, weil sie etwas nach unten gebogen ist. Durch Erwärmen wollte ich die Tragflächen noch etwas nach oben biegen, was leider nur zu einer leichten Tendenz in die richtige Richtung führte. Es wäre besser gewesen, sie am oberen Rumpfstück abzutrennen und mit der korrekten V-Form erneut anzukleben.
Lackiert wurde alles mit dem Pinsel und Email-Farben von Revell. Nach einer hellgrauen Grundierung strich ich das Modell komplett in Aluminium an. Die bespannten Steuerflächen, die Nase und eine Verkleidung vor dem Seitenleitwerk wurden in Hellgrau angestrichen. Einzelne Blechpaneele setzte ich ab, indem ich dem Aluminium Eisenfarbe oder Silber in geringen Mengen beimischte. Vor und nach dem Anbringen der Decals spritzte ich glänzenden Klarlack von Tamiya auf (Spraydose), versiegelt wurde nach dem Anbringen der letzten Kleinteile mit seidenmattem Klarlack von Mr.Hobby.
Den Ständer baute ich aus einer 3 mm starken, blau transluzenten Acrylglasplatte, sowie einem 0,8 mm starken Federstahldraht.
Der Bau der D-4414 war eine modellbauerische Zeitreise in die Anfangszeit meiner Fliegerei. So wurden mal wieder Fotoalben hervorgekramt, um Bilder des Originals zu finden, bei denen auch Erinnerungen an die damalige Zeit wiedererweckt wurden.
Thomas Brückelt, Publiziert am 19. Mai 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |