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Grumman F-14D

VF-213 Black Lions, 2003

von Gabriel Basurco (1:144 Revell)

Grumman F-14D

Ich hatte mich schon so darauf gefreut, den grimmigen Schnitter auf die Seitenleitwerke einer Tomcat der "Grim Reapers" zu kleben, aber mitten im Rohbau kam Roland Sachsenhofer mit seiner formidablen Tomcat in 1:144 heraus und auf den ersten Blick war klar, dass ich einen Plan B brauche, um die MV-Gemeinde nicht zu langweilen. Also entschied ich mich, die B-Seite des Kits zu spielen, nämlich die Maschine der "Black Lions" im low-visibility-Anstrich. Diese Maschine ist auf MV auch schon erschienen, da reihe ich mich nahtlos ein - ich hoffe, der Beitrag ist trotzdem nicht langweilig.

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Die Staffel der "Black Lions" war von 2003 bis 2006 auf der USS Theodore Roosevelt eingesetzt und flog etliche Einsätze im zweiten Irakkrieg. Ab 2006 bekam die Staffel die F-18. Ich erlaube mir, die Geschichte der Tomcat als bekannt vorauszusetzen bzw. auf Wikipedia zu verweisen.

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Der Bausatz ist ebenfalls hinlänglich bekannt, ich kann mich nur den Kollegen anschließen und den Bausatz in jeder Hinsicht loben, wobei ich - was das Original angeht - ein großer Fan bin, aber kein Experte. Eine Tomcat muss auf jeden Fall einfach sein!Auf jeden Fall wollte ich mich auch mal des Themas Tomcat und Alterung annehmen.

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Ein wenig Getüftel beim Bau musste aber auch sein: Bei den Trockenübungen fiel mir auf, dass die Flügel nicht weit genug nach hinten schwenkbar sind, blieben weit vor der Überschallstellung stehen. Ich dachte zuerst, es läge an den Flügeltaschen, die nach hinten zu eng sind, was in gewisser Weise auch stimmt, weil die Flügel bestimmt nicht ganz maßstäblich dünn gestaltet sind (was technisch bedingt auch nicht sinnvoll wäre).

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Das größere Problem liegt in der Kollision der Zahnräder mit dem Hauptfahrwerksschacht. Nachdem ich hier ordentlich weggenommen hatte, ließen sich die Flügel wenigstens in Überschallstellung schwenken. Die noch weiter nach hinten geschwenkte Parkstellung der Flügel möglich zu machen, habe ich jedoch nicht mehr versucht.

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Der größere Schwenkbereich machte es dann nötig, an den Zahnrädern noch einen Zahn dranzubauen, sonst würde der Verschränkungsmechanismus ins Leere laufen. Im Nachhinein ging mir auf, dass man die Verschränkung der Flügel genausogut weglassen kann. Beim Original waren die Flügel, soweit ich weiß, unabhängig verstellbar. Wenn ich nochmal eine kleine Tomcat baue, werde ich das so machen!

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Hier und da habe ich ein paar Details dazugesetzt, beispielsweise die Schleudersitze etwas verfeinert. Ich tippe mal, dass es sich um Schleudersitze handelt, die eher zur Tomcat A passen würden. Diesmal habe ich daran gedacht, die Sitze etwas höher einzubauen und zusammen mit der tiefgezogenen Cockpithaube ergibt sich ein ganz schönes Bild. Baulich ist das Modell sonst oob.

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Gerade die unauffällige graue Tarnung machte den Reiz aus, mit Alterungstechniken etwas für mich Neues auszuprobieren. seaforces.org liefert beste Bilder und manche Maschinen wirken geradezu schmuddelig. Ich kann nur spekulieren, dass die Abgasschwaden, die regelmäßig über das Flugdeck wabern, jede Menge Dreck auf den Oberflächen produzieren, sodass die Jungs mit dem Putzen kaum hinterherkommen.

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Die Airbrushkünstler unter uns machen vor, wie es gehen kann: feines Preshading und wohldosierte Farbschichten darüber - das war mir mit meinen skills zu heikel. Stattdessen hatte ich die Idee: Ich habe die saubere Decklackierung, solange sie frisch und matt war, mit Pigmenten zu bearbeiten. Ein kleiner schräg abgeschnitter Borstenpinsel war das Instrument.

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Das Pigment war schwarzes Eisenoxid aus dem Künstlerbedarf, das hatten wir noch im Keller. Das Pigment ließ sich recht genau mit dem Pinsel entlang der Panellines aufbringen oder flächig je nach Bedarf. Ich bin überzeugt, dass es sehr wichtig ist, das Modell nach der Mattlackierung und bei den weiteren Arbeiten nur mit Handschuhen anzufassen! Ich kann mir vorstellen, dass das Pigment sonst jeden Fingerabdruck gnadenlos sichtbar macht...

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Beherztes Einarbeiten des Pigments sorgte für eine schöne stufenlose Verteilung und das Pigment setzte sich schön in die Vertiefungen. Mit Maskierband oder Gummipolierer ließen sich die Pigmente, wo gewünscht, auch gut entfernen. Auf diese Weise habe ich die größeren Flächen bearbeitet und die gescheckte unregelmäßige Optik zu bekommen, die auf den Fotos so auffällt. Auch mit micromesh habe ich streckenweise aufgehellt.

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Dort wo Markierungen, Abzeichen oder Schriftzüge beim Original gut sichtbar sein sollen, werden die Flächen offenbar besser geputzt oder bestimmte Panels auch mal frisch gestrichen, dort ist auf jeden Fall der graue Schleier weg und die Flächen sind deutlich heller als die Umgebung. Am Modell habe ich deshalb manche Flächen mit frischem Grau nochmals recht trocken übermalt. So sind die entsprechenden Decals ausreichend vom Untergrund abgesetzt.

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Nachdem die Tomcat zu meiner Zufriedenheit rundherum (außer am Radom) schön dreckig war, wurde das Ganze mit Klarlack fixiert und versiegelt. Nun konnten die Decals aufgebracht werden. Zum Schluss kamen zwei Schichten Mattlack darauf, der Mattlack war mit etwas Weiß aufgehellt. Nach dem Mattlack waren die Kontraste der Alterung schön abgemildert und die Decals ebenfalls deutlich aufgehellt. Sämtliche Lackierungen wurden mit Revell Enamel gemacht. Happy modelling, ich hoffe die Bilder gefallen!

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Gabriel Basurco

Publiziert am 11. February 2022

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