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Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

von Thomas Hannecke (1:35 IBG Models)

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Zum Vorbild

Der leichte, geländegängige Einheits-Lastkraftwagen oder l.gl.E-LKW 6x6 Typ HWA 526 D, kurz auch als Einheits-Diesel bezeichnet, wurde ab 1934 durch das Heeres-Waffenamt in Zusammenarbeit mit der Industrie entwickelt. Der Fuhrpark der Reichswehr bestand bis dahin aus einem Sammelsurium verschiedener Fahrzeugtypen, die sich meist von zivilen Modellen ableiteten. Ein logistischer Albtraum mit fragwürdiger Einsatzfähigkeit. Ziel der Entwicklung war ein geländegängiger 2.5 t LKW mit permanentem Allradantrieb und speziell entwickeltem Dieselmotor, dessen Fahrgestell (beinahe) baugleich durch verschiedene Fahrzeughersteller produziert werden sollte. Die Aufbauten für Sondereinsatzzwecke sollten dann von anderen Zulieferern gefertigt werden. Per se, so schien es, eine gute Idee.

Die ersten Vorserienfahrzeuge wurden 1936 der Öffentlichkeit präsentiert, die Serienfertigung begann 1937, endete aber bereits Mitte 1940, nachdem etwas über 11.000 Stück gebaut worden waren. Für einen LKW, der weit verbreitet eingesetzt wurde, eine überraschend kleine Anzahl. Was war passiert?

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Bezüglich seiner Geländegängigkeit war der Einheitsdiesel allen Konkurrenzmustern überlegen, lediglich Halbkettenfahrzeuge konnten ihn übertreffen. Das, zusammen mit seiner robusten Bauweise und seiner Zuverlässigkeit, machten ihn bei der Truppe rasch beliebt. Andererseits wurden auch rasch seine Grenzen deutlich. Mit einer eher bescheidenen Nutzlast von 2.500 kg bei einem Eigengewicht von 5.000 kg war er deutlich zu schwer ausgefallen, er war extrem empfindlich gegen Überladung, und seine komplexe Kraftübertragung erforderte einen hohen Wartungs- und Pflegeaufwand. An der Front war das nicht immer sichergestellt, und entsprechend hoch war der Verschleiß. Nach Ende der Serienfertigung wurde auch die Produktion von Ersatzteilen heruntergefahren, so dass der Einheitsdiesel 1942 – 1943 weitgehend aus dem Inventar verschwunden war. Unterm Strich gesehen war die in Friedenszeiten entwickelte Konstruktion dem harten Fronteinsatz nicht gewachsen.

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Wer sich näher mit diesen interessanten Thema beschäftigen möchte, sei auf die wirklich hervorragende Publikation von Henry Hoppe "Einheits-Diesel l.gl.E.Lkw 6x6 Typ HWA 526 D Tankograd WEHRMACHT Special No. 4017", Verlag Jochen Vollert Tankograd Publishing 2011 verwiesen.

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Das Modell

Der LKW wurde mit allen möglichen Aufbauen und Sonderaufbauten geliefert. Dieses Modell stellt das der Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61 dar.

Die Modellbaufirma IBG war mir vor kurzem völlig unbekannt. Ein Jammer, da ist mir was entgangen, denn was unsere polnischen Modellbaufreunde da auf die Beine stellen, ist einfach Spitze. Ein unglaublicher Detaillierungsgrad des komplexen Fahrgestells. Hohe Passgenauigkeit der Teile (Achtung, sehr sorgfältig bauen, sonst passt am Ende die Karosserie nicht mehr auf die Chassis). Gute Gussqualität, vernünftiger Preis. Eine sehr detaillierte und übersichtliche Baubeschreibung runden das Ganze ab.

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Bei all der Sorgfalt, die auf die Gestaltung des Fahrwerks verwendet wurde, enttäuscht der Kofferaufbau. Durch die zahlreichen großen Scheiben fällt der unverbaute Blick beim fertigen Modell auf – nichts. Der Koffer ist völlig leer. Schade. Aber sicherlich wird IBG hier nachbessern und aus dem bereits sehr guten einen noch besseren Bausatz machen.

Einheitsdiesel Fernsprechbetriebs-Kraftwagen Kfz. 61

Thomas Hannecke

Publiziert am 22. June 2022

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