Panzerhaubitze M55Dargestellt wird eine Panzerhaubitze der 4./PzArtBtl. 31 der 3. PzDivvon Hauke Ahrendt (1:35 I Love Kit)
Zum VorbildDiese gepanzerte Selbstfahrlafette mit 203mm-Geschütz wurde als Erstausstattung der Bundeswehr 1957 in einer geringen Stückzahl von 16 Fahrzeugen beschafft und ausschließlich in den Divisions-Artilleriebataillonen der 2., 3., 5. und 11. Panzer- bzw. Panzergrenadierdivision eingesetzt. Diese Bataillone der Divisionsartillerieregimenter wurden dann als PzArtBtl bezeichnet, alle anderen Bataillone in der Divisionsebene blieben FeldArtBtl. Eingesetzt wurden die PzH 203mm M55 immer zu vier Haubitzen in den 4. schweren Batterien. 1966 wurden die M55 PzH bei der Truppe ausgemustert und durch die neue Selbstfahrhaubitze M110 ersetzt. Neun Fahrzeuge wurde nach dem Nutzungsende als Waffenhilfe an die Türkei abgegeben, ein paar landeten beim BWB für museale Zwecke, zwei davon sollen unrestauriert im Bestand der Lehrsammlung in Idar Oberstein sein. Der Rest ist als Hartziel abgenutzt worden.
Die Panzerhaubitze basiert auf dem Kampfpanzer M47. Oft findet man diesbezüglich den falschen Verweis auf den M48, doch dieser war bei der Konzeption der M55-Fahrzeuge noch gar nicht verfügbar. Und wenn man die Komponenten des Laufwerkes und die kantige Wanne betrachtet, erkennt man eindeutig die Bauteile des M47 wieder.
Die M55-Panzerhaubitze zeichnet sich durch einen hinten liegenden, um 60 Grad seitlich richtbaren Turm aus. Für den M55 wurde die modifizierte Wanne des M47 mit Motor nach vorne als Baubasis verwendet. Das Leitrad ist auf den Boden abgesenkt, so konnte der Bodendruck reduziert werden.
Bei einem Gefechtsgewicht von 49 t konnte eine Marschgeschwindigkeit von 47 km/h erreicht werden, die Reichweite lag bei ca. 270 km. Zur Aufnahme des Rückstoßes war hinten ein Stützsporn angebracht, der mit einer Seilwinde abgesenkt und angehoben werden konnte. Dazu wurde der Motor der Ansetzvorrichtung genutzt.
Das ModellDer Bausatz ist von I Love Kit. Dieser ist gut gelungen und macht einen schönen Bau der M55 möglich. Die Formen sind detailliert, in der Regel gute Angüsse. Der Bau geht gut von der Hand und viele Details lassen ein schönes Modell entstehen.
Dennoch sind einige kleine Fehler oder fehlenden Teile vorhanden, die je nach Laune und Bedarf kompensiert werden sollten. Das macht eigentlich keine Schwierigkeiten. Die Kette besteht aus Segmenten und Einzelgliedern. Beide Kettenseiten haben im Modell dieselbe Gliederzahl, beim Vorbild waren jedoch links 89 und rechts 90 Glieder, das ist aber eher für Nietenzähler.
Leider ein typischer Fehler ist bei den Einzelgliedern passiert: Diese sich natürlich für die gekrümmten Abschnitte der Kette um das Leitrad und das Treibrad. Die Binder und Führungszähne sind trotzdem in gerader Ausrichtung angebracht, normalerweise hätten diese natürlich abgewinkelt dargestellt sein müssen. Da die Einzelglieder nur für die Randumschlingung gedacht sind wäre das Problemlos möglich gewesen. Schade, sieht montiert immer doof aus. Man kann die Binder, die man später ja sieht, nach dem Härten des Klebers abschneiden und in richtiger Ausrichtung neu ankleben, aber ist eben unnötiger Aufwand. Ich hab das dann später sogar vergessen.
Weitere Abweichungen zum Vorbild:
Das sollte es eigentlich sein.
LackierungZur Darstellung der frühen Bundeswehrzeit Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker
DecalsDie Decals stammen aus der Restekiste, da dem Bausatz keine Markierungen für die Bundeswehr beiliegen.
Bilder aus der Bauphase
Hauke Ahrendt Publiziert am 28. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |