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Mehrfach-Raketenwerfer der NVA

 - Mehrfach-Raketenwerfer der NVA

Zusammenfassung:

Autor:Fred Koch
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2022
Sprache:deutsch
Inhalt:44 Seiten mit über 90 Abbildungen
Preis:13,80 EUR

Besprechung:

Der BM-13-16 "Katjuscha" auf Zil-1
Der BM-13-16 "Katjuscha" auf Zil-1

Während sich die vorangegangenen Ausgaben 7986 und 91 mit den verschiedensten Fla-Systemen, Ausgabe 95 mit den Brückenlegern und Ausgabe 103 mit den Panzer-Abwehrlenkflugkörper auseinandersetzten, thematisiert die vorliegende 108. Ausgabe auf gewohnt kompakter Weise die Mehrfach-Raketenwerfer (bzw. im DDR-Sprachgebrauch „Geschosswerfer“) der Nationalen Volksarmee. Neben Informationen zur Entwicklungsgeschichte der jeweils vorgestellten Technik, erfährt der Leser auch etwas über den Einsatz und die Weiterentwicklung sowie dem Verbleib in der Nationalen Volksarmee und in der Zeit danach.

Aufmunitionieren eines BM-24 der NVA.
Aufmunitionieren eines BM-24 der NVA.

Zu Beginn gibt es eine kurze allgemeine Einführung zur Geschichte der Geschosswerfer sowjetischer Produktion, welche auf das Jahr 1932 zurückgeht. Wurden in der frühen Sowjetunion zunächst 82 mm und 132 mm Raketengeschosse für Flugzeuge entwickelt, wurde diese Entwicklung ab 1939 bei den Artillerieeinheiten forciert. Ausschlaggebend dafür war der erfolgreiche Einsatz im japanisch-sowjetischen Grenzkonflikt in der Mandschurei. Noch im Herbst 1939 begann die Entwicklung des 13 cm Geschosses M-13, welche ab 1941 auf verschiedensten Fahrzeugtypen wie bspw. dem Lkw ZIS-5 oder dem Kettenschlepper STZ-5 montiert und unter der Bezeichnung BM-13-16 eingesetzt wurden. Dabei steht die 13 für den Durchmesser (13 cm) und die 16 für die maximale Anzahl entsprechender Geschosse. Der erste Fronteinsatz erfolge am 14. Juli 1941 um 15:15 Uhr in Orschiza. Insgesamt setzte die Rote Armee mehr als 3.500 Geschosswerfer dieses Typs im Kampf gegen das Deutsche Reich ein. Neben dem BM-13-16 wurde weitere Varianten entwickelt und eingesetzt. So bspw. die BM-8-8 und BM-8-16 bis hin zum BM-8-48 oder dem BM-31-12.

Geschosswerfer BM-14-17 der sowjetischen Streitkräfte.
Geschosswerfer BM-14-17 der sowjetischen Streitkräfte.

Geschosswerfer BM-21 auf Ural 375D.
Geschosswerfer BM-21 auf Ural 375D.

Der BM-13-16 (Nachkriegsbezeichnung: BM-13-NN16) gehörte zur Erstausstattung der bewaffneten Einheiten der DDR. Schon dem NVA-Vorläufer, der Kasernierten Volkspolizei (KVP), standen entsprechende Geschosswerfer zur Verfügung und blieben noch lange im NVA-Bestand eingelagert. 1959 beschloss das Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) den Kauf des Nachfolgemodells BM-24/12 auf SIL-157, dessen Zuführung ab 1962 begann. Bereits nach einer halben Dekade im Dienste der Artillerieregimenter erfolge ab 1966 die Ausmusterung zugunsten des BM-21 auf Ural 375D. Zwischen 1966 und 1972 erwarb die DDR laut Sowjetischen Angaben 72 dieser Geschosswerfer. Entgegen der bisherigen Bezeichnungstradition besitzt der Geschosswerfer 40 122 mm Raketen. Auch diesem Geschosswerfertyp war keine lange aktive Dienstzeit in der NVA vergönnt, da dieser ab 1974 sukzessive durch den tschechoslowakischen RM-70 (Zuführung 1974 bis 1988) bzw. RM-70M (1988-1990) ersetzt wurde. Insgesamt beschaffte die NVA 265 Stück dieser Geschosswerfer auf Tatra 813 bzw. 815. Obwohl es sich um eine tschechoslowakische Entwicklung handelte, blieb die Verschussanlage identisch mit des BM-21, weshalb einzelne BM-21 aktiv als Schulungsmaterial bei den Lehreinrichtungen bis 1990 dienten. Größter Unterschied zum sowjetischen BM-21 lag darin, dass der RM-70/70M ein zusätzliches Paket bestehend aus 40 122mm Raketen des Typs 9M22 (UdSSR) bzw. JFOR (CSSR) mitführen konnte, sodass diese deutlich schneller gefechtsbereit gemacht werden konnten. Neben den „klassischen“ Geschosswerfern auf Radfahrzeugen beschreibt der Autor zudem die DDR-Entwicklung für die Volksmarine auf Basis des BM-21. So stattete die Volksmarine drei seiner Landungsschiffe mit dem Geschosswerfer MS 73 aus.

Geschosswerfer RM-70 auf Tatra 813.
Geschosswerfer RM-70 auf Tatra 813.

Geschosswerfer RM-70M auf Tatra 815.
Geschosswerfer RM-70M auf Tatra 815.

Das Heft selbst präsentiert sich in der gewohnten Aufmachung dieser Reihe. Wie schon zuvor liegt der Hauptinformationsgehalt in den Bildern und deren Unterschriften. Der begleitende Text beschränkt sich auf eine Beschreibung der jeweiligen Entwicklungsgeschichte, dem Einsatz und Verbleib. Das Bildmaterial ist von der gewohnt guten Qualität, mit ca. 2-3 Bildern pro Seite. An der Druckqualität gibt es wie üblich nichts auszusetzen.

Geschosswerfer MS 73 auf einem Landungsschiff des Projekts 108.
Geschosswerfer MS 73 auf einem Landungsschiff des Projekts 108.

RM-70 beim Zwischenstopp zur Paradeaufstellung.
RM-70 beim Zwischenstopp zur Paradeaufstellung.

St�rken:

  • mehr als 90 zeitgenössische Farb- und Detailaufnahmen
  • kompaktes Überblickswerk

Schw�chen:

  • keine ersichtlichen

Fazit:

Sehr empfehlenswert! Gerade für Modellbauer wieder ein gutes Nachschlagewerk zur Recherche.

Diese Besprechung stammt von Manuel Leyva - 09. September 2022

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