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Analog A-144-2 (MiG-21i)

(Modelsvit - Nr. 72004)

Modelsvit - Analog A-144-2 (MiG-21i)

Produktinfo:

Hersteller:Modelsvit
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:72004 - Analog A-144-2 (MiG-21i)
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2001
Preis:ca. 17€
Inhalt:
  • 5 graue Spritzrahmen
  • 1 transparenter Spritzrahmen
  • Decalbogen für zwei Varianten
  • Bauanleitung

Besprechung:

MiG-21i Analog A-144-2 in Monino
MiG-21i Analog A-144-2 in Monino

Ein klein wenig Geschichte:

Drei Prototypen wurden gebaut. Davon wurde einer für statische Tests verwendet, zwei kamen zum Fliegen. Die offizielle Bezeichnung war MiG-21i (i für Imitator). Intern wurde nur von der „Analog“ gesprochen. Die MiG-21i („Analog“ A-144-1, Erzeugnis 21-11) entstand aus einer MiG-21S, der man eine maßstäbliche Verkleinerung des Flügels der Tu-144 anpasste. Am 18. April 1968 wurde der Erstflug von Testpilot O.V. Gudkow durchgeführt. Zunächst wurde nur das Steuerungssystem mit den Elevons dieser schwanzlosen MiG-21 getesten. Die Elevons verteilten sich über die gesamte Spannweite in vier Abschnitten. Nach dem notwendigen Feintuning hatte das Flugzeug hervorragende Flugeigenschaften. Bevor es zum Erstflug der Tu-144 am 31. Dezember 1968 kam, flogen die Testpiloten von Tupolew diese Maschine, um sich mit den Eigenheiten des Flügels vertraut zu machen. Der Flügel der A-144-1 hatte noch einen anderen Flügelzuschnitt und lief nach vorn zum Rumpf hin spitzer aus. Die Flügel-Vorderkante hatte eine Pfeilung von 78°, der Auslauf noch vorn wurde breiter, es entstand ein sogenanntes LERX, Leading Edge Root Extension. In dem Tunnel hinter dem Cockpit und auf der Oberseite des Seitenleitwerks waren spezielle Kameras angebaut. Eine Radaranlage gab es nicht. Das Flugzeug wurde an verschiedenen Stellen mit 290 kg Massenausgleich bedacht.

Bis Ende 1969 wurden 140 Flüge durchgeführt. Es wurden eine Höhe von 19.000 Meter und ein Geschwindigkeitsbereich von 212 km/h bis 2,06 M erflogen. Nach Abschluss des Testprogramms verunglückte im Juli 1970 der ersten Prototyp mit Testpilot V. Konstantinow. Damals übte er für ein Displayprogramm zur Paris Air Show 1971, wo zum ersten Mal ein sowjetisches Kampfflugzeug aus der MiG-21 Produktion gezeigt werden sollte. Um den Prototyp zu schonen, übte Konstantinow das Programm bis zur Perfektion auf einer normalen MiG-21. Nach einer solchen Übung stieg er vorschnell auf die „Analog“ um und begann eine Reihe der gleichen Kunstflugfiguren rechts oberhalb der Start- und Landebahn von Schukowsi zu fliegen. Nur hatte er für Sekunden vergessen, dass es Unterschiede in der Handhabung der MiG-21i zur Standard MiG-21 gab. Ein Fehler und die „Analog“ schlug direkt in der Mitte der Landebahn auf und explodierte. Konstantinow versuchte sich im letzten Moment zu katapultieren, aber die Höhe reichte nicht mehr, um den Rettungsschirm zu öffnen.

Rumpfteile und Bugfahrwerksschacht
Rumpfteile und Bugfahrwerksschacht

Das Modell:

Nachdem es schon die einen und anderen Versuche gegeben hat, mittels Resinteilen eine normale MiG-21 in eine „Analog“ umzubauen, gibt es nun mit Modelsvit einen Hersteller, der sich der Sache angenommen hat. Es gibt beide Prototypen in entsprechend, schönen Verpackungen. Stülpkarton ist das Zauberwort. Also ohne Stülpkarton ist ja der heutige Modellbau nicht mehr denkbar. Vor allem deshalb, weil heute ja mehr gesammelt und gekauft wird, als das tatsächlich gebaut wird. Das liegt aber auch daran, man muss einfach kaufen, weil heutige Hersteller, die was auf sich halten, nur noch limitierte Bausätze auf die Bastler loslassen. So auch dieser. Also ist es wichtig, dass es der Stülpkarton ist. Ein von mir initiierter Test hat ergeben, dass ein guter Stülper, jetzt nicht verwechseln mit Stülpner, der war Räuber im Erzgebirge, also der von Modelsvit ist ein guter Stülper, dass der mindestens eine Last von 30-40 Kilogramm aushält. Rechnet das jetzt mal bitte auf Modellbausätze um, die man darüber stapeln kann, dann wisst ihr, das ihr eure Kellerdecken alle anheben müsst.

Modelsvit - Analog A-144-2 (MiG-21i)

Nun muss aber der Bausatz von Modelsvit nicht ganz unten im Stapel liegen. Der ist es vielmehr Wert, auch gebaut zu werden.

Auf fünf grauen und einem transparenten Spritzlingen gibt es satte 92 Bauteile. Die Teile sind bis auf diverse unsaubere Paneellinien gut ausgeformt. Alle sind fein versenkt und die typischen Details werden gut wiedergegeben. Gut gemacht, die Radschächte und die Bremsklappen in geöffneter Stellung. Auch das Cockpit ist gut detailliert und besteht aus 18 Teilen. Bei einem geöffneten Cockpit, was die Haubenaufteilung zulässt, sollte man sich vielleicht auf einen Resinsitz als Zurüstteil zurückgreifen. Bei einem geschlossenen Cockpit ist das wohl nicht notwendig. Hier reichen ein paar Sitzgurte völlig. Die Passgenauigkeit lässt leider etwas zu wünschen übrig.

Modelsvit - Analog A-144-2 (MiG-21i)

Modelsvit - Analog A-144-2 (MiG-21i)

Alle Maße werden in 1:72 sehr gut eingehalten. Der kleine Decalbogen enthält alle Abziehbilder für den jeweiligen Prototyp. Wobei man bei der 144-2 zwischen der Deko der Erprobungsmaschine und der in Monino abgestellten Maschine unterscheiden sollte. Sehr übersichtliche Bauanleitung mit einem farbigen Beiblatt zur Farbgebung. Bei den Farben orientiert man sich bei Modelsvit an der Humbrol Farbtabelle. 

Decals
Decals

Bemalungsvariante 1
Bemalungsvariante 1

Bemalungsvariante 2, so wie sie heute in Monino steht.
Bemalungsvariante 2, so wie sie heute in Monino steht.

Darstellbare Maschinen:
  • Eine Maschine wärend der Flugtests
  • Eine Maschine, wie sie heute im russischen Air Force Museum Monino steht
Stärken:
  • Erstmals als Komplettbausatz in Spritzguss
  • Stimmige Abmessungen im Maßstab
  • Geöffnete Bremsklappen
  • Geteilte Cockpithaube
Schwächen:
  • Short-run
  • Teilweise ausgefaserte Paneellinien
  • Passgenauigkeit könnte besser sein
Anwendung:
  • Aufgrund des Herstellungsverfahrens etwas aufwendig im Anpassen der Teile 

Fazit:

Trotz Short-run, ein qualitativ guter Bausatz, der die altbekannte MiG-21 mal etwas anders aussehen lässt.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 26. November 2013

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