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DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

(Special Hobby - Nr. SH72538)

Special Hobby - DH.94 Moth Minor

Produktinfo

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH72538 - DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Mai 2026
Inhalt:
  • 2 Gußrahmen in grau
  • 1 klarer Rahmen
  • 1 Abziehbilderbogen
  • Anleitung

Besprechung

zum Vorbild:

Die de Havilland DH.94 Moth Minor war ein zweisitziges Leichtflugzeug, das Ende der 1930er-Jahre als Nachfolger der erfolgreichen Moth-Baureihe entwickelt wurde. Der Erstflug des als Schul- und Reiseflugzeug konzipierten Tiefdeckers fand 1937 statt. Angetrieben wurde die Moth Minor von einem de Havilland Gipsy Minor mit rund 90 PS, der ihr bei niedrigen Betriebskosten und gutmütigen Flugeigenschaften zu einem ausgezeichneten Ruf verhalf.

Ursprünglich richtete sich die DH.94 vor allem an Flugschulen, Aeroclubs und Privatpiloten. Sie eignete sich hervorragend für die Grundschulung sowie für den Sport- und Reiseflug und wurde insbesondere in Großbritannien als erschwingliches Freizeitflugzeug geschätzt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstanden knapp 150 Exemplare.

Mit Kriegsbeginn änderte sich ihr Einsatzgebiet deutlich. Zahlreiche zivile Maschinen wurden von der Royal Air Force requiriert und als Schul-, Verbindungs- und Kurierflugzeuge eingesetzt. Dank ihrer unkomplizierten Handhabung diente die Moth Minor vor allem der Ausbildung angehender Piloten in den ersten Flugstunden, während andere Exemplare für Nachrichtenflüge, Überführungen und leichte Transportaufgaben innerhalb Großbritanniens verwendet wurden. Auch einige Commonwealth-Staaten nutzten den Typ in ähnlichen Rollen.

Nach 1945 kehrte die Moth Minor überwiegend in das zivile Leben zurück. Viele ehemalige Militärmaschinen gelangten wieder in die Hände von Flugvereinen und Privatpiloten, wo sie noch über Jahrzehnte als Sport- und Reiseflugzeuge im Einsatz standen. Ihre robuste Konstruktion und das angenehme Flugverhalten machten sie zu einem beliebten Klassiker der britischen Allgemeinen Luftfahrt. Heute sind nur noch vergleichsweise wenige Exemplare erhalten, doch auf Oldtimer-Flugtagen erinnern sie bis heute an die letzte in größerer Serie gebaute Holz-Leichtflugzeugfamilie von de Havilland vor dem Krieg.

Special Hobby - DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

Moth Minor im Modellbau

Die Moth Minor ist ein eher unscheinbares Sport- und Kleinflugzeug der Zwischenkriegszeit, daher ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass bis letztes Jahr noch kaum etwas auf dem Modellbaumarkt zu finden war.

In 1:72 gab es 2004 einen Resinbausatz von Dujin, gefolgt 2006 von einem weiteren Resinbausatz aus dem Hause High Planes Models, welcher im vergangenen Jahrzehnt nochmals aufgelegt wurde. In 1:48 gibt es überhaupt erst seit 2023 einen ersten Resinbausatz von Red Roo Models, seit Juli dieses Jahres gibt es in diesem Maßstab noch einen, vermutlich besser verfügbaren Bausatz von Planet Models.

Damit ist die Bausatzform von Special Hobby, welche letztes Jahr im Oktober erstmals aufgelegt wurde, die erste Spritzgussform des Flugzeugtyps, womit der Hersteller eine weitere Lücke schließt. Mittlerweile wurde auch eine Coupé-Version mit geschlossenem Cockpit aufgelegt, sowie die jüngste Auflage aus dem Mai 2026, welche ich heute hier vorstelle.

Zum Bausatz:

Unsere Freunde aus Tschechien haben diesen Bausatz vor allem damit beworben, dass er einsteigerfreundlich sein soll und auch für Kinder und Jugendliche machbar ist. Angekündigt wurde der Bausatz bereits 2023 auf der Spielzeugmesse Nürnberg, es sollte aber noch zwei Jahre dauern, bis es so weit war.

Das sehr ansprechende und kreative Cover stammt aus der Feder von Standa Hájek und zeigt die „Sand Fly“ im Flug über Kairo bzw. den Pyramiden von Gizeh. Es handelt sich um die kleinste Verpackung des Herstellers und damit um einen Seitenöffner und nicht wie sonst um eine Schubschachtel. Auf der Rückseite sehen wir auch schon die fünf möglichen Bemalvorschläge

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DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

 

Die Plastikteile sind in einer Folie sicher verpackt. Die Abziehbilder sind noch einmal in einer extra Folie gesichert und auch die Klarteile sind in einer extra Tüte geschützt verpackt. Zwei graue Gussrahmen erwarten den Modellbauer. Die Anzahl der Teile ist sehr übersichtlich. Ich habe gerade einmal 35 Teile gezählt. Sie sind sauber gegossen und weisen eine sehr schöne und feine Oberfläche auf. Kleine Rillen an den abgerundeten Teilen des Rumpfs deuten darauf hin, dass man vermutlich eine neue Technik bei der Formherstellung genutzt hat, was mich nicht groß überraschen würde, denn öfters nutzt man solche kleinen Modelle als Testform. Das ist aber nur eine Vermutung, auch weil ich glaube, im firmeneigenen Blog darüber gelesen zu haben, dass man hier etwas ausprobieren wollte.

Leider kann es passieren, dass die Rumpfhälften sich in der Verpackung lösen, auch weil die Angüsse sehr dünn sind. Bei mir war zum Glück nur eine Rumpfhälfte sehr locker am Gussrahmen dran, hat sich aber nicht gelöst. Die Rumpfinnenseiten weisen sehr feine erhabene Details mit der Flugzeugzelle sowie Steuerknüppel auf. Das Cockpit des Flugzeugs ist generell ganz gut umgesetzt, viel ist aber nicht zu sehen, was auch dem Vorbild entspricht. Decals für die Gurte und die Instrumente liegen bei.

Die Passung ist sehr gut, man braucht keinen Spachtel, nur etwas Schleifpapier, um die Übergänge zu verblenden. Etwas aufpassen muss man beim Ausrichten der Seiten- und Höhenflossen, dass diese auch gerade sitzen. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Propeller. Dieser wurde im Slide-Mold-Verfahren erstellt, weshalb man eine recht ausgeprägte Formentrennnaht hat. Die Räder sind okay, aber die Reifen recht glatt und ohne Profil. Wer hier mehr will, findet von Special Hobby auch gedruckte Reifen. Der Auspuff sollte nach dem Anbringen aufgebohrt werden, um etwas mehr Detailtiefe zu erhalten. Die beiden Klarteile sind lediglich die kleinen Frontscheiben. Sie machen einen guten Eindruck und zeigen keine Einschlüsse oder Kratzer.

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DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

 

Bemalung und Abziehbilder:

Die Moth Minor besitzt kaum Wartungshinweise, sodass der verhältnismäßig große und umfangreiche Markierungsbogen nur die flugzeugspezifischen Bilder enthält. Versatz oder Farbabweichungen sind keine zu sehen. Qualitativ wieder auf hohem Niveau.

Special Hobby - DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

  1. Die 1939 gebaute DH.94 Moth Minor c/n 94030 wurde zunächst als G-AFPJ in Großbritannien zugelassen, gelangte aber bereits im selben Jahr nach Ägypten und wurde in Almaza bei Kairo von Lt. Reginald Kent betrieben. 1941 ging die Maschine an die Royal Aeronautical Federation of Egypt und erhielt die Zulassung SU-ACP. 1943 tauchte sie schließlich auf dem USAAF-Stützpunkt Almaza als "Sand Fly" mit der Kennung 42-94128 auf. Über ihren weiteren Verbleib nach 1943 ist bislang nichts Sicheres bekannt. 
  2. Die DH.94 Moth Minor G-AFTH (c/n 94040) wurde 1939 gebaut und noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs beim A&AEE in Boscombe Down für die RAF erprobt. Später wurde sie unter der militärischen Kennung HM585 von der RAF in Woodley übernommen und vor allem als Verbindungs- und Kurierflugzeug eingesetzt. Damit gehörte sie zu den Moth Minor, die während des Krieges für verschiedene Unterstützungsaufgaben genutzt wurden, anstatt als reguläres Schulflugzeug zu dienen. Ihre Karriere endete am 30. September 1943, als die Maschine bei der Landung auf dem Flugplatz St Merryn verunglückte und verloren ging. 
  3. Die 1939 gebaute DH.94 Moth Minor G-AFOZ (c/n 94055) wurde zunächst zivil beim Redhill Flying Club eingesetzt, bevor sie 1940 von der RAF als W7975 übernommen wurde. Nach ihrer Rückkehr in den zivilen Betrieb 1946 diente sie wieder als Sport- und Reiseflugzeug und nahm 1959 und 1960 am renommierten Kings Cup Air Race teil, wo sie die Startnummer 31 trug. Ihre lange Karriere endete schließlich 1975 mit einem Unfall auf dem Flugplatz Turnhouse bei Edinburgh..
  4. Die de Havilland DH.94 Moth Minor G-AFPN wurde 1939 gebaut und zunächst zivil eingesetzt, bevor sie 1940 von der Royal Air Force übernommen und als X9297 unter anderem bei der Ausbildung von Luftschützen verwendet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte die Maschine in den zivilen Betrieb zurück und wurde wieder für Sport- und Privatflüge eingesetzt. 1953 nahm sie erfolgreich an Flugwettbewerben teil und gewann den Grosvenor Cup in Southend. Der Farbvorschlag zeigt G-AFPN im Juni 1953 bei einer Veranstaltung der Royal Aeronautical Society auf dem Flugplatz White Waltham.
  5. Die DH.94 Moth Minor G-AFTH (c/n 94040) wurde zunächst von de Havilland als Werks- und Verbindungsflugzeug eingesetzt und 1939 beim A&AEE in Boscombe Down erprobt. Im Oktober 1942 wurde sie von der RAF übernommen und als HM585 weiterhin als Verbindungsflugzeug eingesetzt. Ihre Karriere endete jedoch bereits am 30. September 1943, als sie bei schlechtem Wetter bei Trevone in Cornwall eine Notlandung durchführen musste und dabei einen Heuhaufen traf. Die Maschine wurde bei dem Unfall zerstört. (dies ist praktisch die Maschine aus dem zweiten Vorschlag, nur in der späteren Farbgebung)

Special Hobby - DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

Anleitung

Die Anleitung ist in A5 gehalten und besteht aus 12 Seiten, wobei die letzten beiden der Werbung in eigener Sache dienen. Nach einem kurzen historischen Abriss folgt die Teileübersicht sowie die Farbangaben mit lediglich acht Farben. Es werden nur Farben von Gunze bzw. Mr. Color angegeben. In zwölf übersichtlichen Schritten entsteht dann das Flugzeug. Jeder der fünf Bemalvorschläge erhält eine eigene Seite mit kurzem historischem Einblick zur Maschine. Fehler sind mir keine aufgefallen, allerdings sollte das Projekt ein Selbstläufer sein.

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DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"

 

Darstellbare Maschinen:
  1. De Havilland DH.94 Moth Minor, 42-94128 „Sand Fly“, USAAF, (vom Base HQ eingesetzt) Almaza Air Base, Ägypten, 1943 
  2. De Havilland DH.94 Moth Minor, G-AFTH, de Havilland-Werksflugzeug bei A&AEE Boscombe Down für RAF getestet, Oktober 1939
  3. De Havilland DH.94 Moth Minor, G-AFOZ, zivile Nutzung, King's Cup Air Race, Baginton Airport, Großbritannien, 1959
  4. De Havilland DH.94 Moth Minor, G-AFPN, zivile Nutzung, Royal Aeronautical Society Garden Party, White Waltham, Juni 1953
  5. De Havilland DH.94 Moth Minor, G-AFTH / HM585, Royal Air Force, Verbindungsflug, Woodley, Großbritannien, 1942–1943
Stärken:
  • einzige Bausatzform des Flugzeugs in Spritzguss in diesem Maßstab
  • detailliertes Cockpit 
  • ausgezeichnete Passung
  • fünf interessante Bemalvorschläge (Zivil und Militär) 
Schwächen:
  • Rumpfhälften lösen sich schnell vom Gussast
Anwendung: Für Anfänger und Einsteiger geeignet. Auch hervorragend für einen schönes Bastelwochenende, jetzt im Herbst, mit den Kindern oder Enkeln. 

Fazit

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Special Hobby immer wieder Lücken findet und füllt. Dies ist das perfekte kleine Projekt für ein verregnetes Wochenende. Der Bausatz ist absolut auf Höhe der Zeit und uneingeschränkt zu empfehlen

Weitere Infos

Referenzen Hier gibt es eine große Auswahl an Historischen Fotos, auch von der Coupe-Version: https://aviadejavu.ru/Site/Crafts/Craft26443.htm

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 09. September 2026

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