|
Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Special Hobby > DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa" DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa"(Special Hobby - Nr. SH72538)
Produktinfo
Besprechungzum Vorbild:Die de Havilland DH.94 Moth Minor war ein zweisitziges Leichtflugzeug, das Ende der 1930er-Jahre als Nachfolger der erfolgreichen Moth-Baureihe entwickelt wurde. Der Erstflug des als Schul- und Reiseflugzeug konzipierten Tiefdeckers fand 1937 statt. Angetrieben wurde die Moth Minor von einem de Havilland Gipsy Minor mit rund 90 PS, der ihr bei niedrigen Betriebskosten und gutmütigen Flugeigenschaften zu einem ausgezeichneten Ruf verhalf. Ursprünglich richtete sich die DH.94 vor allem an Flugschulen, Aeroclubs und Privatpiloten. Sie eignete sich hervorragend für die Grundschulung sowie für den Sport- und Reiseflug und wurde insbesondere in Großbritannien als erschwingliches Freizeitflugzeug geschätzt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstanden knapp 150 Exemplare. Mit Kriegsbeginn änderte sich ihr Einsatzgebiet deutlich. Zahlreiche zivile Maschinen wurden von der Royal Air Force requiriert und als Schul-, Verbindungs- und Kurierflugzeuge eingesetzt. Dank ihrer unkomplizierten Handhabung diente die Moth Minor vor allem der Ausbildung angehender Piloten in den ersten Flugstunden, während andere Exemplare für Nachrichtenflüge, Überführungen und leichte Transportaufgaben innerhalb Großbritanniens verwendet wurden. Auch einige Commonwealth-Staaten nutzten den Typ in ähnlichen Rollen. Nach 1945 kehrte die Moth Minor überwiegend in das zivile Leben zurück. Viele ehemalige Militärmaschinen gelangten wieder in die Hände von Flugvereinen und Privatpiloten, wo sie noch über Jahrzehnte als Sport- und Reiseflugzeuge im Einsatz standen. Ihre robuste Konstruktion und das angenehme Flugverhalten machten sie zu einem beliebten Klassiker der britischen Allgemeinen Luftfahrt. Heute sind nur noch vergleichsweise wenige Exemplare erhalten, doch auf Oldtimer-Flugtagen erinnern sie bis heute an die letzte in größerer Serie gebaute Holz-Leichtflugzeugfamilie von de Havilland vor dem Krieg.
Moth Minor im ModellbauDie Moth Minor ist ein eher unscheinbares Sport- und Kleinflugzeug der Zwischenkriegszeit, daher ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass bis letztes Jahr noch kaum etwas auf dem Modellbaumarkt zu finden war. In 1:72 gab es 2004 einen Resinbausatz von Dujin, gefolgt 2006 von einem weiteren Resinbausatz aus dem Hause High Planes Models, welcher im vergangenen Jahrzehnt nochmals aufgelegt wurde. In 1:48 gibt es überhaupt erst seit 2023 einen ersten Resinbausatz von Red Roo Models, seit Juli dieses Jahres gibt es in diesem Maßstab noch einen, vermutlich besser verfügbaren Bausatz von Planet Models. Damit ist die Bausatzform von Special Hobby, welche letztes Jahr im Oktober erstmals aufgelegt wurde, die erste Spritzgussform des Flugzeugtyps, womit der Hersteller eine weitere Lücke schließt. Mittlerweile wurde auch eine Coupé-Version mit geschlossenem Cockpit aufgelegt, sowie die jüngste Auflage aus dem Mai 2026, welche ich heute hier vorstelle. Zum Bausatz:Unsere Freunde aus Tschechien haben diesen Bausatz vor allem damit beworben, dass er einsteigerfreundlich sein soll und auch für Kinder und Jugendliche machbar ist. Angekündigt wurde der Bausatz bereits 2023 auf der Spielzeugmesse Nürnberg, es sollte aber noch zwei Jahre dauern, bis es so weit war. Das sehr ansprechende und kreative Cover stammt aus der Feder von Standa Hájek und zeigt die „Sand Fly“ im Flug über Kairo bzw. den Pyramiden von Gizeh. Es handelt sich um die kleinste Verpackung des Herstellers und damit um einen Seitenöffner und nicht wie sonst um eine Schubschachtel. Auf der Rückseite sehen wir auch schon die fünf möglichen Bemalvorschläge
Die Plastikteile sind in einer Folie sicher verpackt. Die Abziehbilder sind noch einmal in einer extra Folie gesichert und auch die Klarteile sind in einer extra Tüte geschützt verpackt. Zwei graue Gussrahmen erwarten den Modellbauer. Die Anzahl der Teile ist sehr übersichtlich. Ich habe gerade einmal 35 Teile gezählt. Sie sind sauber gegossen und weisen eine sehr schöne und feine Oberfläche auf. Kleine Rillen an den abgerundeten Teilen des Rumpfs deuten darauf hin, dass man vermutlich eine neue Technik bei der Formherstellung genutzt hat, was mich nicht groß überraschen würde, denn öfters nutzt man solche kleinen Modelle als Testform. Das ist aber nur eine Vermutung, auch weil ich glaube, im firmeneigenen Blog darüber gelesen zu haben, dass man hier etwas ausprobieren wollte. Leider kann es passieren, dass die Rumpfhälften sich in der Verpackung lösen, auch weil die Angüsse sehr dünn sind. Bei mir war zum Glück nur eine Rumpfhälfte sehr locker am Gussrahmen dran, hat sich aber nicht gelöst. Die Rumpfinnenseiten weisen sehr feine erhabene Details mit der Flugzeugzelle sowie Steuerknüppel auf. Das Cockpit des Flugzeugs ist generell ganz gut umgesetzt, viel ist aber nicht zu sehen, was auch dem Vorbild entspricht. Decals für die Gurte und die Instrumente liegen bei. Die Passung ist sehr gut, man braucht keinen Spachtel, nur etwas Schleifpapier, um die Übergänge zu verblenden. Etwas aufpassen muss man beim Ausrichten der Seiten- und Höhenflossen, dass diese auch gerade sitzen. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Propeller. Dieser wurde im Slide-Mold-Verfahren erstellt, weshalb man eine recht ausgeprägte Formentrennnaht hat. Die Räder sind okay, aber die Reifen recht glatt und ohne Profil. Wer hier mehr will, findet von Special Hobby auch gedruckte Reifen. Der Auspuff sollte nach dem Anbringen aufgebohrt werden, um etwas mehr Detailtiefe zu erhalten. Die beiden Klarteile sind lediglich die kleinen Frontscheiben. Sie machen einen guten Eindruck und zeigen keine Einschlüsse oder Kratzer.
Bemalung und Abziehbilder:Die Moth Minor besitzt kaum Wartungshinweise, sodass der verhältnismäßig große und umfangreiche Markierungsbogen nur die flugzeugspezifischen Bilder enthält. Versatz oder Farbabweichungen sind keine zu sehen. Qualitativ wieder auf hohem Niveau.
AnleitungDie Anleitung ist in A5 gehalten und besteht aus 12 Seiten, wobei die letzten beiden der Werbung in eigener Sache dienen. Nach einem kurzen historischen Abriss folgt die Teileübersicht sowie die Farbangaben mit lediglich acht Farben. Es werden nur Farben von Gunze bzw. Mr. Color angegeben. In zwölf übersichtlichen Schritten entsteht dann das Flugzeug. Jeder der fünf Bemalvorschläge erhält eine eigene Seite mit kurzem historischem Einblick zur Maschine. Fehler sind mir keine aufgefallen, allerdings sollte das Projekt ein Selbstläufer sein.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Für Anfänger und Einsteiger geeignet. Auch hervorragend für einen schönes Bastelwochenende, jetzt im Herbst, mit den Kindern oder Enkeln. FazitIch finde es immer wieder erstaunlich, dass Special Hobby immer wieder Lücken findet und füllt. Dies ist das perfekte kleine Projekt für ein verregnetes Wochenende. Der Bausatz ist absolut auf Höhe der Zeit und uneingeschränkt zu empfehlen Weitere InfosReferenzen Hier gibt es eine große Auswahl an Historischen Fotos, auch von der Coupe-Version: https://aviadejavu.ru/Site/Crafts/Craft26443.htm
Anmerkungen: Hier gibt es den Bausatz beim Hersteller.: https://www.specialhobby.eu/dh-94-moth-minor-in-war-and-peace-over-europe-and-africa-1-72 Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 09. September 2026 Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Special Hobby > DH.94 Moth Minor "In war and peace over Europe and Africa" © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |