Junkers Ju 388 L-1 (Teil 1)(Mikro Mir - Nr. 72-034)
Produktinfo
Besprechung
Der Bausatz der Junkers Ju 388 L-1 von Mikro Mir kommt in einem großen, stabilen Karton. Dieser ist auch reichlich gefüllt. In einer wiederverschließbaren Plastikhülle befinden sich acht graue Spritzrahmen, ergänzt durch einen transparenten Spritzrahmen, Ätzmetallteilen, Decals, Masken, Bauanleitung und Bemalungsplan. Später hat man offensichtlich festgestellt, dass die transparente Abdeckung der Peilantenne auf dem Rumpfrücken am Spritzrahmen fehlt, denn diese liegt als Extrateil in der Verpackung und wird auch so in der Bauanleitung aufgeführt. Leider fehlt in dem Bausatz jedoch die darunter befindliche Antenne. Wohl auch erst nach dem Druck der Decals hat man bemerkt, dass die Markierung für das Seitenleitwerk nur für eine Seite ausreicht, denn auch hier gibt es einen kleinen Extrabogen mit Decals für die vollständige Markierung.
Die Bauteile machen auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Sie sind ordentlich gespritzt und ich konnte keine Sinkstellen finden. Allerdings gibt es vereinzelt Grat. Die Blechstöße sind fein versenkte Gravuren, die man zusätzlich mit Nietreihen versehen hat. Zu diesen Nietreihen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Während sie dem Einen zu präsent erscheinen, findet der Andere sie ansprechend und nach dem Farbauftrag wahrscheinlich dezenter. Aber, wie gesagt, diese angedeutete Vernietung befindet sich nur an den angedeuteten Blechstößen, die Bleche am Original waren jedoch auch zwischen den Stößen vernietet, diese Darstellung fehlt. Das Nietkonzept wurde nicht vollstädig umgesetzt. Ich habe den Eindruck, dass moderne Bausätze dadurch punkten wollen, dass sie sehr kleinteilig sind. Auch bei diesem Kit fällt mir das auf. Ich stelle mir die Frage, warum muss ein Pilotensitz unbedingt aus vier und ein Fahrwerk aus neun Einzelteilen bestehen. Dagegen ist beispielsweise der Fahrwerkschacht gar nicht struktuieriert. Alle Ruder liegen als Einzelteile vor, dadurch ergeben sich jeweils scharfe Hinterkanten.
Bei der Gestaltung des Rumpfes geht Mikro Mir den Weg, den auch Revell bei der Ju 88 im gleichen Maßstab gegangen ist. Weg vom klassischen linke und rechte Rumpfhälfte hin zu Teilen, die Blechstößen folgen und damit keine zusätzlichen Klebenähte verursachen. Bei der Ju 388 besteht der Rumpf aus Seitenteilen, Ober- und Unterteil. Die Bodenwanne wird extra angebaut. Allerdings besteht diese wieder aus links und rechts, das hätte man auch einteilig hinbekommen. Der separate Anbau der Rumpfwanne eröffnet die Möglichkeit, Prototypen der Ju 388 zu bauen, die nicht mit dieser Rumpfwanne ausgerüstet waren. Noch eine Bemerkung zur Rumpfwanne. Die L-1 war ein Aufklärungsflugzeug mit Kameras in genau dieser Wanne. Die Kamerafenster werden von Mikro Mir angedeutet, sind aber nicht transparent. Da muss der Modellbauer selbst Hand anlegen.
Gut gedacht ist die Einstiegsklappe am Spritzrahmen, die im geöffneen Zustand (dann bestehend aus vier Einzelteilen) verbaut werden kann. Ungünstig ist aber, dass die Einstiegsklappe bereits an dem Unterteil des Rumpfes vorhanden ist. Für die geöffnete Darstellung muss man also erst dieses Teil entfernen. Warum kann man nicht an dieser Stelle eine Öffnung lassen und der Modellbauer entscheidet sich, die Klappe geschlossen oder geöffnet anzubauen? Ebenso ungünstig empfinde ich, dass man für die Gestaltung der Abgasanlage auf der Oberseite hinter den Triebwerken das Material entfernen muss, um anschließend die entsprechenden Bauteile einzufügen. Wenn man Extrateile am Spritzrahmen hat, könnte man an den Tragflächen Öffnungen lassen. Oder man spritzt die Teile nicht extra, sondern gleich an die Tragfläche dran. Die Darstellung der Triebwerke ist sehr rudimentär. Hoffentlich ist davon hinter den Schaufelrädern nichts mehr erkennbar. Meiner Meinung nach hat es die Antenne aus den Teilen H54 und H55 bei deutschen Maschinen des Typs nicht gegeben. Diese Antenne konnte ich nur auf der 560049 als US-amerikanische Beutemaschine entdecken. Die Propellerblätter erscheinen im Vergleich mit Fotos etwas zu spitz.
Gut dagegen finde ich die Lösung, die Periskope aus transparenten Material zu fertigen. So erhalten sie nach dem Farbauftrag unter Aussparung der Sichtfenster ein realistischeres Aussehen. Sehr positiv möchte ich an dieser Stelle auch die Zugabe von Masken erwähnen, denn das selbständige Maskieren dieser Kanzel ist schon sehr aufwändig. Außerdem ist man nun auch nicht auf den Zubehörmarkt angwiesen. Der Bemalungsplan zeigt zwei Flugzeuge in der linken Seitenansicht sowie das Tarnschema auf der Oberseite. Die rechten Ansichten sind nicht vorhanden, hier geht man also davon aus, dass die rechte Seite nach dem Muser der linken Seite gestaltet wird. Die Position der Kennung auf der Unterseite wird nur am Beispiel des rechten Außenflügels gezeigt. Die Farbangaben sind in RLM-Farben vorhanden.
Spritzrahmen 2
Spritzrahmen 3
Spritzrahmen 4
Spritzrahmen 5
Spritzrahmen 6
Spritzrahmen 7
Spritzrahmen 8
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung:
Fazit
Weitere InfosReferenzen
Diese Besprechung stammt von Enrico Friedel-Treptow - 01. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |