Lockheed L-1049G Super Constellation(Revell - Nr. 03745)
Produktinfo
BesprechungDas OriginalDie Super-Connie wurde von 1951 bis 1958 als Nachfolger der L-749 Constellation in 259 zivilen und 320 militärischen Exemplaren von Lockheed gebaut. Militärisch hieß sie dann xC-121 in unterschiedlichen Einsatzvarianten von Transporter über "Air Force One" bis elektronische Frühwarn- und Aufklärungsflugzeugen. Von diesen 579 Exemplaren sind bei Wikipedia 119 verunfallte Super-Connies aufgelistet, das sind fast alles Totalausfälle mit vielen toten und verletzten Absturzopfern. Es geht der Mythos der Super-Connie als bestes dreimotoriges Verkehrsflugzeug seiner Zeit, da Ausfälle einzelner Turbo Compound Motoren während der Flüge keine Seltenheit waren. Das muß einer der Gründe gewesen sein den Dackelbauch Cargobehälter zu entwickeln, in dem Ersatzmotoren zur Ausfallmaschine fern der Heimatbasis transportiert werden konnten. Einsatz bei der LufthansaLaut Wikipedia hatte die Lufthansa eine Flotte von acht Maschinen des Typs L-1049G und war damit der viertgrößte Betreiber nach TWA, Air France und Eastern Airlines. Eingesetzt wurde die Super-Connie in der Hauptsache auf den Atlantikrouten der Lufthansa nach Nord- und Südamerika. Die 1954 neu gegründete Lufthansa verlor "nur" eine Maschine bei ihrem ersten Flugunfall, Lufthansa-Flug 502 im Landeanflug der Zwischenlandung Rio de Janeiro - Galeao, von den 39 Menschen an Bord überlebten nur drei. Wegen der Verhandlungen über die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen ließ Konrad Adenauer 1955 zwei neue Super Constellations (D-ALIN und D-ALEM) der LH für seine Reise nach Moskau anmieten.
Der Bausatz... ist die 2026er Wiederauflage der Erstauflagen aus dem Jahr 2006. Neu von Revell ist der Modellbau-freundliche Klappdeckelkarton. Jetzt gibt es endlich eine Lagermöglichkeit zwischen den Bauperioden. Der Bausatz ist nach Länge und Spannweite exakt 1:144 und in Form sowie Details vorbildgetreu. Nur das Cockpitdach müßte flacher sein. Der Bausatz wurde zum 100 Jährigen der Lufthansa wieder aus dem Formenarchiv geholt. Das Alter und die zweite Wiederauflage zeigt sich durch etwas Spritzgußflash an mindestens einer Ecke jedes Spritzrahmens, da schließt die Form nicht mehr sauber oder ist etwas "aufgebogen". Beim Bau gilt es also die Paßform zu kontrollieren und eventuell an der Klebenaht die Teile etwas zu verdünnen. Es sind keine Formschäden mit Gußfehlern vorhanden. Jedoch gibt es Sinker an Stellen mit großer Materialstärke z.B. in den Höhenflossen - zum Glück ist das leicht aufzuspachteln. Gut finde ich die enthaltenen Rumpfbugvarianten: Halbkugelförmig mit Scheinwerfer als Klarsichtteil und die kegelförmige Radarbug als graues Spritzgußteil. Für die Lufthansa Maschinen wird letzteres nicht verwendet, doch für Modellbauers Variationen ein gutes Surplusteil. Die Details auf Rumpf- und Tragflächen sind scharf ausgeprägt und reichlich, deutlich besser als beim nur acht Jahre älteren Minicraft Bausatz. Btw: Beide Bausätze waren bei Ersterscheinen fast gleich teuer und etwa 10 Euro unter dem heutigen UVP. Die vertieften Panellines sind mir für Maßstab 1:144 noch zu dominant, die sollten auf keinen Fall bei diesem strahlend eleganten Airliner auch nur irgendwie betont werden, dann entfällt ein Verspachteln für feine Nachgravur. Die L-1049G des Bausatzes läßt sich mit und ohne Tiptanks bauen. Mit Vertauen in die eigenen Fähigkeiten die Fensterklarsichtteile mit den Rumpfwänden planschleifen um eine glatte Rumpfhülle zu erreichen. Aus dem Bausatz ist mit etwas Mühe eine L-749 zu schnitzen: Nach Vorbildfotos den Rumpf verkürzen, runde statt rechteckige Kabinenfenster, die 40 cm in der Spannweite würde ich vernachlässigen, ebenso Detailänderungen an den Triebwerksverkleidungen. Im Vergleich ist der F-RSIN plastic Bausatz Shortrun, weniger detailliert, benötigt mehr Säuberungsarbeit der Einzelteile vor dem Zusammenbau und beinhaltet den Cargodackelbauch als Bauteil. Er ist für ca. 50% Mehrpreis auch noch verfügbar ... Anspruchsvoller ein Umbau zum Nachfolger L-1649 Starliner mit verlängertem Rumpf und und vergrößerter Spannweite sowie dadurch teils geänderter Geometrie. Die Qualität des Bausatzes lädt auch dazu ein, Lufthansa Fans können damit die aktuelle Traditionsmaschine darstellen.
Der MarkierungsbogenDas Decalsheet ist neu gedruckt und beinhaltet die Lufthansa Livery mit vier verschiedenen Kennungen. Den Kranich an den Seitenflossen gibt es 6x in gelb unterlegt sowie 4x nur als blaue Elipse und Kranich. Ob die in einer Variante auf Metalluntergrund mal geflogen sind ist muß ich noch recherchieren. Die blau-gelben Rumpfstreifen reichen bis an die Bug"halbkugel" und legen sich hoffentlich auch am vorderen Abwärtsbogen auf den Rumpf. Sie stellen eine spätere Form ohne rumpfmittigen Blitzzacken dar. Die halbkugelförmige Nase aus transparentem PS muß im gleichen Farbton des Decalstreifens lackiert werden! Abschließend sind eine Vielzahl von Stencils bis Herstellerlogos auf den Propeller vorhanden. Der Farbdruck ist recht dick und hoffentlich legt sich der Decalfilm sauber an die ordentlich strukturierte, gewölbten Oberflächen an, ohne für den Maßstab aufzutragen. Da die Decals neu sind lassen sie sich sicherlich besser verarbeiten als im 2019 Baubericht von Johannes Wipauer. Es war wohl etwas mühsam, doch seine Fotos zeigen ein schönes Bauergebnis der D-ALIN. Weitere toll gebaute Super-Connies gibt es hier als LH von Andreas Gordes oder als Flying Dutchman von Marco Coldewey. Die schwarzen Enteisungskanten an Tragflächen, Höhen- und Seitenflossen sind (glücklicherweise) nicht als Decals enthalten und müssen sauber abgeklebt mit Airbrush lackiert werden.
Die Bauanleitung... ist wie jetzt üblich bei Revell ein kleines Buch von 16 Seite auf geglättetem Papier und in glänzenden Farben gedruckt. Diese Wiederauflage enthält nur zwei Seiten Farbprofile von linker und rechter Rumpfseite sowie Aufsicht und Unterseite mit der Livery der vier Lufthansa Maschinen. In 28 Bauschritten fällt die Super-Connie ohne Paßschwierigkeiten zusammen, es gibt wenig Verwechslungsmöglichkeiten bei den Baugruppen, Antennen wie Positionsleuchten werden in der Anleitung eindeutig positioniert. Es wäre auch kleiner auf weniger Papier gegangen.
Darstellbare Maschinen: D-ALIN, D-ALID, D-ALEP oder D-ALEM Lockheed L-1049G Super Constellation, Deutsche Lufthansa AG ab 1955 Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Ein Level 4-Bausatz mit einer Alterempfehlung ab 12 Jahren. FazitDieser 144er Revellbausatz bleibt der beste Spritzgußbausatz dieses formschönen, eleganten Propliners - bei einem nicht mehr so moderaten Preis als noch vor 10 Jahren. Trotz Revell Anspruchslevel 4 ist er ein schönes oob Einsteigermodell für den Modellbauer Nachwuchs mit einer Menge Modellbauspaß. Supern braucht man den Bausatz nicht wirklich, nur ein ordentlicher Bau und eine glänzend saubere Bemalung, wie die anderen Bauberichte zeigen. Weitere InfosDiese Besprechung stammt von Klaus Rick - 14. April 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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