Messerschmitt Bf1090G-10 Erla
(Revell - Nr. 03752)

Produktinfo
| Hersteller: | Revell |
| Sparte: | Flugzeuge Militär WK2 |
| Katalog Nummer: | 03752 - Messerschmitt Bf1090G-10 Erla |
| Maßstab: | 1:32 |
| Kategorie: | Bausätze (Plastik) |
| Erschienen: | März 2026 |
| Preis: | 34,99Eur UVP |
| Inhalt: | - 12 Gussrahmen aus hellgrauem Polystyrolkunststoff, davon zwei in doppelter Ausführung
- 2 Gussrahmen mit Klarsichttteilen
- 1 Decalbogen
- Farbige Bauanleitung
- Klappdeckel-Karton.
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Besprechung

Das zusammengebaute und lackierte Modell und der Verpackungskarton (Collage und Modell: Revell).
Zum Original
Die Bf 109 G-10 war kein komplett neues Flugzeug, sondern eine Art "Notprogramm" in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs, um die Leistung der G-Serie an die überlegenen alliierten Jäger anzupassen. Die Bf109G-10 ‘Erla’ war schnell, kompakt, durchdacht. Sie kombinierte oft Rümpfe der G-Serie mit dem leistungsstarken DB 605 D Motor. Die Bezeichnung "Erla" bezieht sich auf die Erla Maschinenwerke in Leipzig. Charakteristisch für diese Produktion war die asymmetrische, stromlinienförmige Motorverkleidung, die nötig wurde, um die Leitungen und Aggregate des größeren Motors unterzubringen. Im vorliegenden Kit von Revell lässt sich auch Major Erich Hartmanns Maschine bauen - das Flugzeug des Piloten, der mit 352 Luftsiegen Geschichte schrieb.
(nach einem Text von Revell/revell.de)

Das zusammengebaute und lackierte Modell (Foto: Revell).

Die Rückseite der Verpackungsbox (Grafik: Revell).
Ein alter Bekannter
Der hier vorliegende Bausatz wurde von Revell erstmals im Jahr 2014 aufgelegt.
In der damaligen Modellbesprechung auf MV von Norman Gruß wurde bereits auf ein paar Besonderheiten des Kits hingewiesen, auf die ich im Folgenden noch einmal genauer eingehen möchte.

Die Verpackungsbox (Grafik: Revell).
Einige Besonderheiten des Kits
Dieser Revell-Bausatz der "Hundertneun" gilt unter Modellbauern als preiswerte Alternative mit guter Detaillierung und Passgenauigkeit. Ich finde neben der sauberen Ausführung der Bauteile insbesondere die Vielzahl an modularen Klappen- und Ruderstellungen erwähnenswert, die ein Hasegawa-Bausatz mangels Modularität der Bauteile (fest angegossene Quer-/ Seiten-/ und Höhenruder!) gar nicht bietet.
Der Revell-Kit weist jedoch einige zumindest erwähnenswerte Mankos in der Detailtreue auf. Einige der Besonderheiten und Kritikpunkte sind beispielsweise:
- Fehlerhafte MG-Durchführungen: Einer der bekanntesten und wohl meistdiskutierten Fehler ist der Abstand der Schusskanäle der Maschinengewehre (gun troughs) auf der Motorhaube. Revell hat hier vermutlich den engeren Abstand der MG 17 (Vorgängermodelle) statt des korrekten Abstands für die MG 131 verwendet. Dies lasse die Nase etwas „gequetscht“ wirken, obwohl erfahren "Hundertneun"-Experten wie Brett Green in seinem damaligen Review den fehlerhaften Abstand mit einer Abweichung von etwa "einem bis zwei Millimeter" beschrieb. Daher könnte dies vielleicht für die meisten Bastler zu vernachlässigen sein.
- Kühler und Auspuff: Der Ölkühler unter dem Kinn (Teil Nr. 67) wird oft als zu flach kritisiert. Hier ist etwas Scratchbau (Auffüttern der Seitenwände) oder der Aftermarket mit einem Austauschteil zu bemühen. Zudem sind die Öffnungen der Auspuffstutzen (A37/A39) massiv gegossen und nicht hohl, was Nacharbeit (Ausfräsen) erfordert. Aber auch dies ist kein Hexenwerk - sondern eben Modellbau!
- Fahrwerk: Die Konstruktion des Hauptfahrwerks wird als fragil beschrieben, da die Federbeine aus mehreren Teilen bestehen, was die Stabilität beeinträchtige. Hier ist das Einlassen von Metallsehnen/Draht in die Fahrwerksbeine während des Baus (Baustufen 52ff.) empfehlenswert.
- Propeller: Das Profil der VDM-Propellerblätter gilt als nicht ganz stimmig im Vergleich zum Original, kann aber durch Zurechtschleifen behoben werden, um eine nicht so ausladende, sondern etwas schlankere Form zu erzielen. Gut finde ich, dass vier Propellerblätter beiligen (Spritzling H), so dass man auf ein Ersatzteil zugreifen könnte, wenn man sich beim Bearbeiten "verschliffen" hat ;-)
- Propeller: Die Trennlinie (Verbindungsstelle) zwischen der Spinnerbasis und der Spinnnerhaube ist beim Original keine Panellinie und sollte verspachtelt werden.
- Fehler in der Anleitung:
- Es fehlen Hinweise, welche der beiliegenden Bauteil-Variantenfür welche Markierungsoption korrekt sind, beispielsweise die Montage zweier verschiedener Seitenruder in Baustufen 38 und 39 (Spritzlinge M bzw. N) oder die Erlauhauben Bauteile 58 bzw. 59 in Baustufe 67.
- Kleinere Bauschritte, wie das Bohren von Löchern für den Zusatztank, sind teilweise nicht explizit vermerkt.
- Oberflächendetails: Während die Panellinien sauber versenkt sind, fehlen viele Nietendetails, was das Modell für „Nietenzähler“ ohne Nachbearbeitung zu glatt wirken lässt. Für diejenigen, die das ändern möchten, wäre also das Befahren der Modelloberflächen mit einem Nietrad angesagt!

Die Spritzlinge des Bausatzes im Überblick. (Foto: Revell)

Nach dem Lüften des Deckels der praktischen Klappbox erhält man einen übersichtlichen Blick auf den Inhalt des Kits.
Der Inhalt des Kits

Die Bauanleitung

Die beiden Decalvarianten
Bei der Werknummer 491446, Maj. Erich Hartmann, JG 52, April 1945, wird laut Anleitung eine Lackierung aus RLM 75 Grüngrau und RLM 83 Dunkelgrün über RLM 76 Hellblau empfohlen, was nach Angaben mehrer "Experten" im Netz auch authentisch zu sein scheint. Die gewählten Farbtöne für die zweite darstellbare Maschine, W.Nr. 152016, JG 300, Prag-Kbely, Mai 1945, scheinen ebenfalls passend zu sein.
Und hey! Wieder einmal wurden die Revellfarbtönen mit RLM-Farbbezeichnungen in der Lackierungsübersicht angegeben. Das hilft ungemein, bei Bedarf seine Farbreferenzen zu Rate ziehen, um eine möglichst authentische Lackierung auch mit "Nicht-Revellfarben" vorzunehmen.

Sehr gut: in der Anleitung sind auch RLM-Farbtöne für die Lackierung vermerkt.

Sehr gut: in der Anleitung sind auch RLM-Farbtöne für die Lackierung vermerkt.

Weitere Einzelheiten des Kits

Weitere Detailfotos der Decals und des gebauten und lackierten Modells

Darstellbare Maschinen:
- Bf 109 G-10 Erla, Werk-Nr. 491446, Maj. Erich Hartmann, Jagdgeschwader 52, April 1945
- Bf 109 G-10 Erla, Werk-Nr. 152016, Jagdgeschwader 300, Mai 1945
Stärken: - Ansprechende Cockpit-Details
- Sämtliche Steuerflächen und Landeklappen im ausgeschwenkten oder eingeklappten Zustand darstellbar
- Hauptfahrwerk im ein- oder ausgefahrenen Zustand mit unterschiedlichen Bauteilen darstellbar
- Hochwertige Decals
- Zahlreiche ungenutzte Bauteile, wie Räder, Ruder und Lufthutzen, für die "Hundertneun"-Ersatzteilkiste
- Übersichtliche farbige Bauanleitung
- Praktischer Klappdeckel-Karton als Verpackung
- Fairer Preis.
Schwächen: - Formschwächen insbesondere bei Luftkühler und Zusatztank
- Unklare Verwendungshinweise für einige enthaltene Bauteile.
Anwendung: Laut Revell "geeignet ab 13 Jahren / Schwierigkeitsgrad: Level 5".
Fazit
Eine willkommene Wiederauflage, die uns - trotz aktuell höherem Listen-Verkaufspreis als zur Zeit der Erstausgabe - eine immer noch preiswerte Variante dieses ikonischen Flugzeugs im Großmaßstab bietet. Empfehlenswert!
Weitere Infos
Anmerkungen: Das Modell ist auf der
Website von Revell zu finden und dort auch - Verfügbarkeit vorausgesetzt - käuflich zu erwerben.
Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 07. April 2026