Bloch MB 210(Azur - FRROM - Nr. FR0056)
Produktinfo
BesprechungDas OriginalDie Bloch 210 wurde 1932 Aufgrund einer Ausschreibung zu einem Torpedobomber für die französische Marine entwickelt. Für diese Zeit war das Flugzeug eine recht fortschrittliche Konstruktion. Ganz aus Metall gefertigt verfügte es über ein Einziehfahrwerk und Verstellpropeller. Weitere Merkmale des Vorgängermodells, der Bloch 200, waren ebenfalls erkennbar. Jedoch hatte die französische Marine keine Verwendung für ein Landflugzeug und forderte den Umbau zu einem Wasserflugzeug. Der Erstflug der neuen Maschine erfolgte im Januar 1936. Jedoch erwiesen sich die Leistungen als unzureichend weswegen es zu keiner Serienfertigung kam. Wegen der zunehmenden Spannungen mit Deutschland wurde aber die französische Luftwaffe auf die Bloch 210 aufmerksam die Ihre Bomberverbände modernisieren wollten. Es wurde eine weiterer Prototyp bestellt der im Dezember 1935 den Erstflug hatte. Mit stärkeren Motoren wurde ein Auftrag über 270 Stück vergeben. Am Bau der Maschinen waren auch andere französische Flugzeugfirmen beteiligt. Es wurden auch Bloch 210 an Rumänien und die Spanische Republik geliefert. Zu Beginn des 2. Weltkrieges waren 12 von 33 frenzösische Bomberstaffeln mit der Bloch 210 ausgerüstet. Zahlreiche Maschinen gingen aber wegen menschlichem Versagen und den unzuverlässigen Motoren verloren. Sie erhielt den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Fliegender Sarg". Die tatsächlichen Verluste im Kampfeinsatz waren eher gering da die inzwischen veraltete Bloch 210 überwiegend bei Trainingseinheiten eingesetzt und aufgebraucht wurden. Von den etwa 300 gebauten Bloch 210 ist keine der Nachwelt erhalten geblieben.
Der BausatzEine Bloch 210 gab es ab dem Jahr 1967 erstmals von Heller in 1:72. Es folgten diverse Wiederauflagen, u.a. auch von Smer. Der komplett neuen Bausatz von Azur/FRROM gibt es seit 2024 in drei Versionen (Early, At War und Late). Die Details der Oberflächen geben die Metallstrukturen des Flugzeuges sehr gut wieder. Für die Tragflächen sind Paßzapfen vorhanden. Ein Träger, der quer durch den Rumpf geschoben wird, hilft die großen Bauteile der Flügel zu stabilisieren. Die Rumpfteile liegen auf innen liegenden Streben auf. Die Wände der Inneneinrichtung helfen dabei dem Rumpf zu stabilisieren. Wer möchte kann den hinteren Rumpfbereich noch mit zusätzlichen Streben verstärken. Die Inneneinrichtung des Bombers ist erstaunlich detailreich reproduziert. Leider wird davon später nur noch wenig sichtbar bleiben. Die Tür am Rumpf kann nur geschlossen dargestellt werden. Außer der MG-Bewaffnung enthalten die Abwehrstände keine Einrichtung. Hier bleibt noch viel Raum für eigene Verbesserungen. Die Reifen sind profillos und unbelastet dargestellt. Jedoch ist eine Beschriftung der Reifen erkennbar. Das Fahrwerk muß vorab in die beiden Motorgondeln eingebaut werden. Wegen der Bruchgefahr muß hier in den späteren Baustufen entsprechend vorsichtig hantiert werden. Die Sternmotoren sind nur als die Zylinderringe dargestellt. Wer hier etwas mehr Detailtiefe haben möchte kann z.B. die Zündkabel selbst hinzufügen. Auch die beweglichen Ruderflächen dürfen selbst ausgeschnitten werden. Die Abwurfwaffen können optional unter dem Rumpf angebracht werden. An dieser Stelle frage ich mich ob dieser Bomber nicht auch intern Abwurfwaffen tragen konnte? Die Bauteile im Rumpfinnern sehen für mich wie Bombenmagazine aus. Warum gibt es also nicht die Bauoption mit geöffneten Bombenschächten? Für das Seitenleitwerk liegt ein alternatives 3D-gedrucktes Bauteil bei. Dieses wird für die Versionen A und B benötigt. Das Bauteil D14 ist eine Leiter um den Cockpitbereich auf der Unterseite des Rumpfes zu betreten. Je nach dem ob man die Option mit der Leiter nutzen möchte kann man die Teile F11 oder F10, F14 und F16 benutzen. Als knifflig sehe ich es an das die Ringantenne aus den Ätzteilen selbst zu biegen und zu verkleben ist. Den Antennenmast vor dem Cockpit für Bauoption B soll man selbst anfertigen. Die Klarteile sind dünn und schlierenfrei hergestellt.
Die ÄtzteilplatineDie Ätzteilplatine enthält 29 Bauteile. Die beiden großen Teile Nr. 1 und 2 sind die Stabilisierungshilfen für die beiden großen Abwurfwaffen. Die restlichen Teile sind für den Cockpitbereich und den äußeren Rumpf/Tragflächen/Leitwerk bestimmt und werten die Details des Modells deutlich auf, auch wenn sie nur zweidimensional dargestellt sind.
Der MarkierungsbogenDie Details des Markierungsbogen sind glänzend und augenscheinlich in guter Qualität gedruckt. In wie weit die weißen Flächen auch Farbdeckend sind kann ich an dieser Stelle nicht bewerten. Das Instrumentenbrett ist als Nassschiebebild dargestellt. Da die Hoheitsabzeichen teilweise über die erhabenen Details des Rumpfes und der Tragflächen platziert werden müssen empfiehlt sich die Verwendung eines Weichmachers.
Die BauanleitungDer Bauplan ist im Format A5 farbig gedruckt und verteilt sich auf 15 Seiten und 45 Baustufen. Die Größe der Zeichnungen ist leicht verständlich. Die Farbangaben sind nach Gunze-Farben aufgeschlüsselt. Wer die Varianten A oder B bauen möchte soll das 3D-gedruckte Bauteil verwenden. Es gibt weitere Optionen die aber keiner der drei Varianten zugeordnet sind.
Mit der Art.Nr. M72056 gibt es von Special Hobby inzwischen auch einen Maskierungssatz für die Klarteile und die Radfelgen des Modells. Dieser ist sehr willkommen da der Bomber über eine größere Menge verglaster Flächen verfügte. Der Satz kann z.B. hier bestellt werden.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Nicht für Modellbauanfänger geeignet FazitNach über 50 Jahren kann der Bausatz der Bloch 210 von Heller endlich in den Ruhestand gehen. Die Bausatzentwickler von FRROM haben, gerade im Rumpfinneren, viele Details berücksichtigt. Doch andere Details, die vielleicht wichtigerer gewesen wären, sind nicht berücksichtigt oder nicht zu Ende konstruiert worden. Grundsätzlich wäre es besser gewesen an einigen Stellen die Details zu reduzieren und dafür dann andere Stellen zu berücksichtigen. Sitzgurte als Ätzteile oder Decals wären auch ganz wünschenswert gewesen. Trotz der oben genannten Schwächen ist der Bausatz eine sehr willkommene Ablösung und deshalb empfehlenswert! Weitere InfosReferenzen Eine mögliche Bezugsquelle für den Bausatz gibt es hier auf der Webseite von Special Hobby. Die Bauanleitung kann hier heruntergeladen werden. Diese Besprechung stammt von Bernd Heller - 01. April 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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