Kampftrupp der polnischen Heimatarmee(rado Miniatures - Nr. 35018)
Produktinfo
BesprechungDer Bausatz
Kürzlich ist mir beim Stöbern ein nicht alltägliches, etwas exotisch anmutendes Figurenduo untergekommen, das auf den zweiten Blick sogar für ein geplantes Diorama ideal geeignet scheint. Der kleinen Karsichtfaltbox aus Kunststoff (68 x 75 x 35 mm) kann man so Einiges entnehmen, wenn man erst mal die „gordische“ Verschlusstechnik überlistet hat. In zwei Plastiktütchen befinden sich insgesamt 14 Teile für zwei Figuren, die Angehörige der polnischen Heimatarmee verkörpern. Figuren zu diesem Thema waren bislang eher selten zu sehen, wenn man von Figuren von Toro mal absieht. Insofern füllte der Hersteller Rado Miniatures, hinter dem sich der Skulpteur Radek Pituch verbirgt, für den historisch interessierten Modellbauer eine wichtige Lücke (Link zu Wikipedia, Stand 9.3.2026).
Die Figuren
Bei den beiden Figuren handelt es sich um einen Truppführer (Größe: ca. 51mm) und einen Schützen (Größe: ca. 54 mm) der polnischen Heimatarmee, die übrigens auch einzeln erhältlich sind (Nr. 35016/ 35017). Charakteristisch ist ihre Uniformierung, die neben polnischen Kleidungsstücken auch erbeutete deutsche Bekleidung und Ausrüstung umfasste. Entsprechend der Haager Landkriegskonvention sind sie einheitlich gekennzeichnet (Armbinden in den polnischen Nationalfarben) und tragen ihre Waffen offen. Der Schütze ist mit einem Karabiner K98 ausgerüstet, der Truppführer hat eine MP 40 oder britische Sten umgehängt - hier kann man wählen. Zusätzlich trägt er eine lederne Meldertasche aus deutschen Beständen.
Auffällig sind die voluminös ausgestellt erscheinenden Hosen; diese entsprechen aber durchaus dem Vorbild, wie historische Photographien zeigen. Im ersten Moment mag man den Faltenwurf etwas anzweifeln, aber der Vergleich mit dem historischen Vorbild zeigt die Richtigkeit auf. Hier wird es bei der Bemalung darauf ankommen eine plastische Wirkung durch Licht und Schatten zu erzeugen. Knobelbecher und unter der Hose getragene Schnürstiefel stehen ebenso für ein nicht einheitliches Erscheinungsbild wie die Kopfbedeckungen, Stahlhelm und Schiffchen mit Symbol der Armia Krajowa.
Sehr gut sind insgesamt Körpersprache, Gestik und Mimik umgesetzt. Zwei Figuren in einer eher ruhigeren Szenerie – keine Kampfposen – nichts Aufgeregtes, nichts Aufregendes. Eine Szene in der diskutiert wird, könnte man sich gut vorstellen. Ganz herausragend ist jeweils der Gesichtsausdruck getroffen, nicht verwunderlich, da Rado auch immer wieder Miniaturen von Köpfen anbietet. Das Wermutströpfchen: Bei meinem Exemplar ist das Mündungsteil der Sten abgebrochen – trotz guter Verpackung – insgesamt aber nichts, was einem den Blutdruck hochtreiben müsste: Sichern – kleben – fertig!
Darstellbare Maschinen: Darstellbare Einheiten: Angehörige der Polnischen Heimatarmee, Warschauer Aufstand 1944 Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Für erfahrene Modellbauer mit Interesse an der Geschichte des 20. Jahrhunderts (und alle, die Resin nicht scheuen). Die Bemalung ist sehr herausfordernd. FazitFür den seit 2017 am Zurüstmarkt aktiven Hersteller mit deutschem Schwerpunkt eine Reminiszenz an die heimatliche Geschichte, die in den letzten Jahren zunehmend auf Interesse im Modellbau stößt. Reihen wie „First to Fight“ oder „Wreszien 1939“ in 1:72, aber auch Angebote von IBG und Mirage Hobby zeugen von diesem Interesse. Absolut empfehlenswert - Hinweis: Noch erhältlich, aber teilweise nur noch wenige Exemplare im Handel. Weitere InfosReferenzen https://radominiaturesworld.com/ (9.3.2026) Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 28. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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