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Photographen

(Royal Model - Nr. 508)

Royal Model - Photographen

Produktinfo

Hersteller:Royal Model
Sparte:Figuren
Katalog Nummer:508 - Photographen
Maßstab:1:35
Kategorie:Figuren
Erschienen:2009
Preis:ca. 26 €
Inhalt:
  • 1 kleine Faltschachtel (80 x 100 x 13 mm) 
  • mit 16 Teilen für 2 Figuren aus Resin, grau

Besprechung

Reporter im Modell

Wer ein Diorama plant wird in vielen Fällen von der reizvollen Möglichkeit Figuren miteinander interagieren zu lassen Gebrauch machen. In besonderer Weise sind hierfür Photographen geeignet, zeigen sie doch quasi für den Betrachter des Dioramas die Situation, wie der Blick auf eine Szenerie selbst zum Gegenstand der Abbildung (im Modell) werden kann. Eine sehr reizvolle Gelegenheit, die man nutzen kann, um den Betrachter über die interessierte Betrachtung eines Dioramas hinaus zum Nachdenken (nhdt. Reflektieren) über das Dargestellte anzuregen. Dazu braucht es passende Figuren. Ich erinnere mich z.B. an Soldaten mit Photokamera, die Erinnerungsphotos „knipsen“ (ICM 35261). Ein Presseoffizier photographiert ein erbeutetes Fahrzeug (Dragon). Aber auch zivile Aufnahmen kann man in einem Diorama entstehen lassen. Man denke nur an Sportveranstaltungen, Unfälle oder Katastrophen – öffentliches Interesse heißt wohl das Zauberwort. Ich erinnere mich aber auch an ein Diorama zum Thema: Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr, bei dem der stehende Photograph des Sets von Royal (Nr. 508) im Einsatz war.

Royal Model - Photographen

Figur 1

Photograph in kauernder Position, zivil (z.B. Sportveranstaltung) wie militärisch einsetzbar, hinter einer Deckung (Holzstapel o.ä.). Hose mit Seitentasche, langärmeliger Blouson, darüber eine Fischerweste mit gefüllten Taschen. Einen Beutel umgehängt. Die Kamera am Auge, im Querformat photographierend.

Figur 2

Die stehende Figur. Im ähnlichen Dress wie die bereits beschriebene Figur. Markant die Fischerweste; ihm ließe sich wohl am besten die umfangreiche Phototasche zuordnen. Er hält die Kamera für eine Hochformataufnahme vors Auge.

Royal Model - Photographen

Umsetzung der Figuren:

Die Figuren sind insgesamt gut herausgearbeitet. Wobei die ärmellosen Fischerwesten mit ihren Taschen einen sehr guten Eindruck machen. Auch der Faltenwurf der Hosen weiß zu gefallen. Dagegen fallen mir die Schuhe etwas zu klobig aus. Bei den verwendeten Kameras – wohl mit Motorantrieb – fällt jeweils deutlich der asymmetrische Sitz des Objektivs auf, das man ggf. selbst „verglasen“ kann. Auch die Frisuren mit dem markanten Sidecut sind m.E. erst in jüngerer Zeit verbreitet, als die sonst verwendeten Attribute eine zeitliche Einordnung nahelegen (Analoge Kameras, Phototasche, Anglerwesten). Mit einer so gearteten Anglerweste war übrigens der deutsche Kriegsreporter Horst Faas unterwegs, mit Glatze und häufig Stahlhelm. Einen zweiten Kriegsreporter dessen Aufnahmen aus Vietnam um die Welt gingen, habe ich mir ebenso als Referenz ausgesucht: Eddie Adams, der meist auf Photos recht ähnliche Kleidung wie die US-Soldaten trug. Den Boonie Hat mit hochgeschlagener Krempe wie im 2.Weltkrieg beim Daisy May Hat häufig zu sehen. Die Haare waren in Tagen des Vietnam-Krieges eher länger als kürzer. Erstaunt war ich über die Kameras, mit denen die Profis gearbeitet haben. Nicht nur Spiegelreflex-, sondern auch Kleinbildkameras kamen zum Einsatz. Ob diese Details den Einsatz für ein Diorama eher einschränken oder ein zeitlich größerer Einsatzzeitraum möglich ist, hängt deshalb nicht zuletzt vom Modellbauer selbst ab, wie er eben mit solchen Details umgehen möchte. Eine Kopfbedeckung oder gar der Austausch des Kopfes können hilfreich sein, um eigene Vorstellungen bezüglich des Zeitkolorits zu realisieren.

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Photographen

 

Der Versäuberungsaufwand an den Figuren ist nicht zu unterschätzen, da nicht nur die produktionsbedingten Gussklötze zu entfernen sind, sondern auch die recht scharfe Ausformung der Kleidung bei meinem Modell jede Menge Flash und Überstände aufweist. Als Bemalungsvorlage kann man das Deckelbild der kleinen Schachtel verwenden, in der die Resinteile im Kunststofftütchen verpackt sind. Oder man wählt die Farben nach Gutdünken oder nach Photovorlage aus dem Netz. Eine Zusammenbauanleitung ist bei den wenigen Teilen entbehrlich, zumal die Teile mit der Nummer der Figur auf dem Gussblock meistens markiert sind.  

Darstellbare Maschinen:

(oder Figuren in diesem Fall)

  • m.E. liegt der passende Zeitraum zwischen Ende der 60er bis Anfang 90er Jahre
  • v.a. Spiegelreflexkameras mit Motor – nicht digital, Phototasche statt Photorucksack
Stärken:
  • scharfe Details der Kleidung wie sie bei gut modellierten Resinfiguren möglich sind
  • gut getroffene Posen für Reporter in Ausübung ihres Berufes 
  • thematisches Potenzial zur Gestaltung einer Vignette oder eines größeren Dioramas
  • sowohl militärisch wie zivil (z.B. Sportreporter) einsetzbar
Schwächen:
  • hoher Versäuberungsaufwand gegenüber anderen Resinfiguren bei relativ vielen Teilen (u.a. sind 16 Teile von den Angussblöcken zu trennen)
  • eine kleine Auflage im Zusammenhang mit der spezifischen Produktion – defacto Einzelanfertigung – ergeben einen höheren Preis als beim Spritzgussverfahren.
  • an den Figuren überzeugen mich Frisuren, Schuhe und Kameras nicht völlig
Anwendung: Der Zusammenbau sollte trotz ordentlich Trenn- und Versäuberungsaufwand keine größeren Probleme bereiten. Die Herausforderung besteht dann nach dem Zusammenbau noch in der Bemalung. Als Einsteiger würde ich eher zu einem günstigeren Spritzgussmodell oder einer moderneren Figur greifen (Royal # 960, „War Reporter“ für aktuelle Kriege/Konflikte, Reporterin mit Stahlhelm, liegend); die Figur besteht nur noch aus 4 Teilen plus 2 Kamerateilen.

Fazit

Für alle, die im Zeitraum zwischen 1968 und den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Szenerie mit Photographen planen, ein Muss: z.B. Vietnam, Rhodesien oder 2. Golfkrieg (Invasion in Kuwait). Obwohl mir manches an den Figuren nicht so gefällt, werde ich sie für ein Diorama - verortet im Südlibanon - einsetzen: Ein T54 der SLA (fertiggestellt) trifft auf eine Schafherde (die Schafe sind leider noch nicht vorzeigbar; sie sehen aus wie in der Längsachse durchgesägt und wieder zusammengeklebt … Prinzip Hoffnung …). Wer die Figuren später einsetzt (z.B. Irak, Afghanistan) wird auch mit Kompromissen leben müssen.

Weitere Infos

Anmerkungen: Link zum Herstell: www.royalmodel.com

Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 17. März 2026

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