´85 GMC Jimmy 4x4 "High Roller"(Revell - Nr. 14577)
Produktinfo
BesprechungWer Chevrolet Blazer sagt, muss auch GMC Jimmy sagen, so lautet ein Gesetz der US-Automobilindustrie. Scherz beiseite, das Modell war von jeher eine gemeinschaftliche Entwicklung der genannten Konzerne, wobei der GMC immer als der etwas luxuriösere der beiden gelten kann. Technisch betrachtet waren sie identisch, den Unterschied bildete die jeweilige Ausstattung und ein leicht geändertes Styling. Gebaut wurde der Jimmy, genauer gesagt der Full Size Jimmy von 1973 bis 1991. Der Name "Jimmy" soll wohl so ähnlich entstanden sein wie "Jeep" (aus General Purpose), als ein länglich ausgesproches GM (General Motors). Ob das wirklich stimmt, naja ;).
Wie ich schon bei der Besprechung des Stranger Things Blazer K5 vermutet habe, wird es weitere Modelle auf dieser Grundlage geben. Mit dem GMC Jimmy ist nun das erste verfügbar. Wie beim Original sind die Unterschiede zwischen den beiden eher marginal. Blättert man die beiden Bauanleitungen durch, muss man lange danach suchen. Bis Baustufe 42 ist alles 1:1 identisch, auch was die Bauteile angeht. Lediglich an der Vorderachse hat man nun die Wahl zwischen einem oder zwei Stoßdämpfern pro Seite. So verwundert es nicht, dass auch die Bauteile weitestgehend identisch sind. Es gibt einige zusätzliche Teile wie z.B. andere Seitenfenster, den Dachbügel mit Zusatzscheinwerfern, andere Räder sowie einen neuen Rahmen für die Achsteile.
Der Aufbau des Fahrzeugs ist, was den Aufbau angeht, unspektakulär und folgt dem typischen Muster, Motor, Fahrgestell/rahmen, Innenraum, Karosserie. Letztere ist einteilig mit separater Motorhaube. Der Motor, ein aus 26 Einzelteilen bestehenden 5,7 Liter-V8 lässt keine Wünsche offen. Die fehlenden Zündkabel sind schnell selbst hergestellt, ein paar nützliche Decals werten das Aggregat weiter auf. Der Motorraum ist ebenfalls sehr schön detailliert, hier kommen nochmal 16 Bauteile zum Einsatz. Die diversen Behälter und Nebenaggregate sind eigenständige Bauteile. Die Motorhaube wird später nur aufgelegt und kann bei Bedarf abgenommen werden.
Weiter geht´s mit den Achsen, wie schon erwähnt, kann man sich an der Vorderachse für ein oder zwei Paar Stoßdämpfer entscheiden. Die Räder können drehbar angebaut werden, wer zusätzlich noch einen Lenkeinschlag darstellen möchte, muss improvisieren. Der Leiterrahmen wird aus mehreren Teilen aufgebaut und zusammen mit Fahrwerk und Motor als eigenständige Baugruppe fertiggestellt. Im Innenraum hat sich Revell besonders viel Mühe gegeben, ein ordentliches Ergebnis abzuliefern. Keine "Decal-Details", wie sonst oft üblich, sondern sauber geprägte Details wie z.B. Türgriffe, Lüftungsschlitze oder Fensterkurbeln. Ohne Decals geht´s natürlich nicht, viele davon für´s Armaturenbrett. Schade, Jim Hoppers Hut ist nicht mehr dabei, wäre er doch ein hübsches Accessoire für die Sitze gewesen.
Bei den Chromteilen hat man sich auf das Wesentliche beschränkt: Spiegel, Türgriffe Stoßstangen und ein paar Teile für die Räder. Ich bin zwar kein Freund von solchen Teilen, hier jedoch gibt es nix zu meckern. Keine störenden Grate oder Fischhaut (wie sonst üblich) und auch die Angüsse sind erstens klein und zweitens halbwegs günstig platziert. Die Klarsichtteile machen einen sehr guten Eindruck, schön dünn, glasklar und schlierenfrei. Wie üblich gibt es keine Fenster für die Türen, alle anderen sind jedoch vorhanden. Sämtliche Leuchtengläser, auch die der Scheinwerferbatterie auf dem Dach sind ebenfalls als Klarsichtteile ausgeführt. Nett, die Polizeileuchte aus dem Stranger Things-Modell ist noch da :). Bleiben noch die Gummireifen, hier haben wir jetzt gegenüber vorher richtig fette, grobstollige Geländereifen. Die Felgen sind ebenfalls neu und ganz klassisch 80´er Jahre Design.
Bei den Revell USA-Bausätzen scheint nun, was die Bauanleitung angeht, die Zeitenwende eingeläutet worden zu sein. Dies ist das erste Mal, dass eine farbige Anleitung beigelegt worden ist. Inhaltlich hat man sich den europäischen Anleitungen angepasst, so gibt es neben der Revell USA-typischen Bauteileliste auch eine Übersicht über die Teilerahmen (mit geschwärzten Teilen, die nicht benötigt werden). Die Bemalungshinweise sind jetzt auch farblich hervorgehoben, so wie man es hierzulande schon länger kennt. Die Baustufen wurden aufgelockert, vorbei sind die Zeiten, wo zum Teil zweistellige Bauteilezahlen pro Baustufe gebraucht wurden. Was es nicht gibt, ist eine Bemalungsanleitung für das ganze Fahrzeug; die entsprechenden Hinweise, welche Decals wo hin gehören, wurden in die einzelnen Schritte integriert. Der Decalbogen ist für so ein aufwändiges Modell recht klein ausgefallen, teilweise liegt das aber an den nur spärlich vorhandenen Zierstreifen und Nummernschildern. Dafür gibt es aber reichlich kleine Schildchen und Embleme, die dem fertigen Modell den letzten Detailkick verschaffen. Eine Sache, die mich bei den Revell USA-Bögen immer wieder stört, ist das sichtbare Druckraster. Bei Metallfarben ist das besonders ausgeprägt, man sieht es aber auch auf den größeren Flächen.
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Der Skill Level 4 ist gerechtfertigt. Allerdings sind für mich keine unüberwindbare Hürden für Anfänger erkennbar. FazitEin hervorragend umgesetztes Modell mit vielen schönen Details. Einzig die "American Style"-Decals können mich nicht so wirklich überzeugen. Weitere InfosAnmerkungen: Den Bausatz gibt es direkt bei Revell im Onlineshop oder im einschlägigen Fachhandel zu kaufen. Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 12. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |