CAC CA-9 Wirraway "In training and combat"(Special Hobby - Nr. SH72473)Produktinfo:
Besprechung:Zum VorbildDie CAC CA-9 Wirraway war ein australisches Mehrzweckflugzeug der Commonwealth Aircraft Corporation (CAC) und basierte auf der North American NA-16, einem Vorgänger der berühmten T-6 Texan. Nachdem Australien die Lizenz zur Fertigung der NA-16 erhalten hatte, passte man das Design an die spezifischen Anforderungen des Landes an. Ziel war es, angesichts des gestiegenen Bedrohungspotenzials durch Japan unabhängiger von britischen Importmodellen zu werden und eine eigene Flugzeugproduktion aufzubauen. Am 27. März 1939 hob die erste Wirraway ab, und kurz darauf begann die Serienproduktion. Insgesamt verließen etwa 755 Flugzeuge in verschiedenen Varianten die Werkshallen. Ursprünglich als Trainingsflugzeug für die Ausbildung von Piloten, Navigatoren und Schützen konzipiert, wurde die Wirraway bald auch als leichtes Kampfflugzeug eingesetzt. In dieser Rolle diente sie unter anderem als Aufklärer und Erdkampfflugzeug in Konflikten wie z.B. in Neuguinea. Sogar der Abschuss einer japanischen Zero ist dokumentiert. Dennoch galt die Wirraway bald als veraltet, da ihr 600 PS starker Pratt & Whitney R-1340-Sternmotor und einer Höchstgeschwindigkeit von 346 km/h oft nicht mit moderneren gegnerischen Flugzeugen mithalten konnte. Aus der Entwicklung der Wirraway ging später jedoch die leistungsfähigere CAC Boomerang hervor. Die hier zu bauende Version, die CA-9, war die letzte große Serie der Wirraway. Sie zeichnete sich durch eine verbesserte Steuerung, verfeinerte Strukturen und leicht optimierte Avionik aus, was zu einer geringfügig besseren Flugleistung führte. Zum BausatzDie CAC Wirraway ist ein eher unbekanntes Flugzeug, und entsprechend gibt es nur wenige Bausätze dazu. Doch ein Hersteller aus Tschechien ließ uns auch hier nicht im Stich: Bereits 1996 brachte er unter dem damaligen MPM-Label eine Wirraway im Maßstab 1:72 in die Händlerregale. Danach wurde es lange still, bis Special Hobby 2008 eine Serie von Wirraway-Bausätzen im Quarterscale auflegte. 2010 folgte dann die Ablösung des MPM-Bausatzes in 1:72 durch eine neue Bausatzform von Special Hobby. Anschließend erschienen 2015 eine weitere Auflage mit der CAC CA-3/4 und zuletzt 2023 dieser hier mit der CA-9. Der Bausatz kommt in einem für Special Hobby eher untypisch kleinen Schüttkarton daher. Auf der Vorderseite ist eine Crew zu sehen, die gerade einen Trainingsflug mit der knallgelben Wirraway der 86. Squadron über Nordaustralien absolviert. Die Rückseite zeigt beide Bemalungsvarianten des Flugzeugs. In einer Folie verpackt finden sich die beiden sauber gegossenen Spritzlinge, die Klarteile, die Anleitung, Abziehbilder und Resinteile.
Der Bau beginnt mit dem Cockpit, wobei hier bereits die meisten Teile des zweiten Gussrahmens verbaut werden. Die Bauteile sind sehr kleinteilig und filigran. Allerdings sind einige Teile am Rand nicht ganz scharf gegossen, wie zum Beispiel die diversen Instrumententafeln, und sie weisen deutlich ausgeprägte Trennnähte auf. Die Gitterrahmen sind sehr gut wiedergegeben, jedoch muss man beim Austrennen und Versäubern vorsichtig sein, da sie sich leicht verformen oder brechen können. Seitenruderpedale, Steuerknüppel und Instrumententafeln sind gut gestaltet und haben feine Oberflächen. Leider liegen keine Abziehbilder für die Anzeigen bei. Was ich außerdem schmerzlich vermisse, sind Gurte für die Piloten – diese müssen also selbst gefertigt werden. Der Zusammenbau des gesamten Interieurs ist nicht ganz ohne und erfordert schon etwas Geduld, da die Teile sehr klein sind und einiges an Nacharbeit erfordern. Hat man das jedoch geschafft, erhält man einen sehr schön gestalteten Innenraum. Beide Rumpfhälften haben sehr schön versenkte Strukturen und können sich wirklich sehen lassen. Leichten Grat findet man am Fahrwerksschacht, der jedoch entfernt werden sollte. Das Innenleben passt insgesamt gut hinein, allerdings gibt es keine Passhilfen oder Markierungen im Rumpf, die anzeigen, wo genau das Cockpit eingesetzt werden muss. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die Position grob abzuschätzen. Die Abdeckung der MGs direkt vor dem Cockpit ist als separates Teil ausgeführt. Hier sollte man allerdings aufpassen, da viel überschüssiges Material an dem Teil vorhanden ist, was nicht sofort auffällt – erst bei einer Anprobe wird es deutlich. Ich habe das überschüssige Material mit einer Resinsäge entfernt. Anschließend ist Spachteln notwendig, da die Passgenauigkeit bei diesem Bausatz – selbst für Special Hobby – alles andere als optimal ist. Außerdem sollte man beim Verkleben vorsichtig sein, da das Plastik relativ stark auf den Kleber reagiert. Besonders an kleineren Stellen bildet sich schnell eine Klebewulst.
Die Flügelgruppe besteht aus vier Teilen: Die untere Hälfte ist als ein Teil gegossen, die beiden Oberseiten sind separat. Als viertes Teil liegt der Fahrwerksschacht bei. Die Teile sind sauber gegossen und weisen alle entsprechende Strukturen auf, sollten jedoch an den Kanten versäubert werden, da diese leicht ausgefranst sind. Positiv hervorzuheben ist, dass in den Tragflächen Aussparungen für Landscheinwerfer vorhanden sind, die als Klarteile eingesetzt werden müssen. Die Cockpitverglasung weist leider leichte Kratzer auf und wirkt etwas milchig. Am fertigen Modell dürfte dies jedoch kaum auffallen. Der Pratt & Whitney R-1340 Motor liegt als Resinteil bei und ist sehr fein gegossen – er sollte ein echter Hingucker werden. Auch die Aufhängung des Motors und die Motorabdeckung bestehen aus Resin. Die Abgasrohre sind bereits aufgebohrt dargestellt. Ein Problem bei der Motorabdeckung ist, dass die Angusspunkte leicht abbrechen können, was leider nur schwer zu beheben ist.
Bemalung und AbziehbilderDie Abziehbilder sind sauber gedruckt, und die australischen Hoheitszeichen sind gut und symmetrisch wiedergegeben. Neben den weiß-blauen Hoheitszeichen gibt es noch einige spezifische Einheitsmarkierungen und taktische Nummern. Was mir jedoch fehlt, sind wenigstens ein paar Abziehbilder für die Instrumente oder die Gurte. Es können zwei Maschinen gebaut werden:
Die Bauanleitung......beginnt wieder mit einer Einleitung zum Vorbild in Englisch und Tschechisch, gefolgt von einem Teileplan und Farbangaben, wie immer von Mr. Hobby bzw. Gunze. Es folgen die sechs Bauschritte, die zwar vollgepackt sind, aber dennoch verständlich bleiben, sowie die Bemalung. Zum Schluss gibt es wie gewohnt etwas Werbung in eigener Sache. Schön finde ich, dass der Hersteller auf Aftermarketprodukte aus dem eigenen Haus hinweist – konkret handelt es sich um ein Maskenset und Resinräder.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Durch die eher mäßige Qualität eher für erfahrene Modellbauer geeignet. Fazit:Meiner Meinung nach ist der Bausatz schlechter als andere Modelle aus dem Hause Special Hobby. Trotzdem lässt sich mit etwas Mühe ein schönes Flugzeug bauen. Daher würde ich den Bausatz mit 'befriedigend' bewerten. Weitere Infos:Anmerkungen: Link zum Hersteller: https://www.specialhobby.eu/cac-ca-9-wirraway-in-training-and-combat Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 27. Februar 2025 © 2001-2025 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |