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Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

(Special Hobby - Nr. SH48227)

Special Hobby - Airspeed Oxford Mk.I

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH48227 - Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Februar 2023
Preis:ca. 50,80 €
Inhalt:
  • 4 Gussrahmen in grau
  • 1 klarer Spritzling
  • 27 Resinteile
  • 1 PE-Platine
  • Decals
  • Masken
  • Anleitung

Besprechung:

Special Hobby - Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

Zum Original

Die Airspeed Oxford wurde als leichtes Schul- und Transportflugzeug entwickelt, welches wiederum vom Transportflugzeug AS.6 Envoy abgeleitet wurde. Der Erstflug fand am 19. Juni 1937 statt und die darauffolgende Produktion dauerte bis 1945 an, wobei am Ende 4.411 Maschinen gebaut wurden. Es gab insgesamt fünf Versionen, wobei die Mk.I ohne Turm gebaut wurde, die MK.II mit Turm für die Schulung von Schützen, die Mk.III und IV waren bloß Prototypen zum Testen neuer bzw. anderer Motoren, die Mk.V wurde mit P&W R-95 Motoren ausgestattet. Entsprechend ihrer eigentlichen Aufgabe war die Oxford sehr einfach als Tiefdecker gebaut, wobei auch viele Bauteile aus Holz bestanden. Auf der von den Piloten auch als Ox-Box bezeichneten Maschine wurden Funker, Kanoniere, Navigatoren und Bombenschützen der Royal Air Force, aber auch des Commonwealth ausgebildet. Weiter diente sie auch für Seepatrouillen, Krankentransporten sowie als Verbindungs- und Transportmaschine, auch als Behelfsbomber wurde sie eingesetzt. Während und nach dem Krieg fand die Oxford auch ihren Weg in die Luftwaffen von Frankreich, Dänemark, Türkei, Israel, Tschechoslowakei, Schweden, Norwegen, Finnland und Italien, andere Maschinen wurden in Zivildiensten weiter genutzt, es wurde sogar eine Zivilvariante, die AS.65 Consul, nach dem Krieg gebaut.

Special Hobby - Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

Zum Bausatz

Special Hobby bringt uns immer wieder schöne und oft vernachlässigte Flugzeugtypen auf den Basteltisch, so auch die Airspeed Oxford im aktuell sehr beliebten Quarterscale. Die Erstauflage erschien 2011 in einer relativ ähnlichen Variante wie diese hier. Es folgten weitere Versionen des Flugzeugs im Dienste des Commonwealth, als Patrouillenflugzeug der Royal Navy und als Exportmaschine. Im Februar 2023 erschien dann die bisher jüngste Auflage als "Gunner Trainer".

Der Bausatz ist gut ausgestattet und bietet alles mögliche an Zubehör, so dass man hier ein Rundum-sorglos-Paket vorfindet. Insgesamt erwarten den Bauherrn vier Spritzlinge, ein Klarteilerahmen, eine PE-Platine, 27 Kunstharzteile, Abziehbilder und sogar ein Bogen mit Abdeckmasken. Zwar machen die Teile insgesamt einen soliden Eindruck und sind gut gegossen, doch im Detail merkt man diesen dann doch ihre Short run-Herkunft an. So sind unter anderem einige Resinteile etwas verwaschen und haben nicht eine so scharfe Struktur, wie man es von den modernen Bausätzen kennt. Auch an den Bauteilen findet man mitunter eher schwache Details z. B. am Motor, andere Stellen wie der Innenraum sehen wiederum sehr gut aus.

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Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

 

Dort beginnt der Bau auch. Wer die Anleitung kurz studiert, wird merken, dass ein Großteil der Bauschritte auf den Innenraum bezogen ist. Bereits in den ersten Bauschritten wird es aber schon kompliziert, denn die wirklich filigranen Pilotensitze werden aus mehreren Resinteilen zusammengesetzt, hinzu kommt sogar je eine Resinstange, welche bei Original zum Einstellen der Sitzhöhe diente. Auch die Gurte bestehen aus Dutzenden Teilen. Am Ende lohnt sich diese Arbeit aber, den alleine die beiden bzw. drei Sitzen, da auch der Bordfunker einen erhält, sehen sehr gut aus. Aufgrund der großen gut einsehbaren Scheibe sollten diese am Ende auf noch zu recht gut zu sehen. Hat man sich durch diese Arbeit durchgekämpft, werden die Ruderpedale, die Steuerhörner und die Konsole mit den Schubhebeln gebaut. Hierbei kommen immer wieder filigrane Resinteile und PE-Teile zum Einsatz, gerade an der Mittelkonsole kommen 9 kleine PE-Hebel ran. Das Resinteil selbst ist aber leider nicht so scharf gegossen, wie man es von anderen Bausätzen des Herstellers kennt, hier wäre es vielleicht besser gewesen, auf neue Abgussformen zurückzugreifen. Der restliche Innenraum macht eine gute Figur. So sind die Seitenwände der Rumpfhälften sehr schön strukturiert, sogar ein paar Taschen und Instrumente sind zu sehen. Ergänzt werden hier noch ein paar Ablagefächer aus PE-Teilen sowie ein Funktisch, wobei es hier kurios ist, dass die Beine des Tisches unterschiedlich lang sind, trotz dass es die selben Teile sein sollen. Auch der Waffenturm hat eine interessante Struktur. Mit einer guten Bemalung kann man hier dem ganzen noch die Krone aufsetzen.

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Klarer Minuspunkt ist der Waffenturm. Dieser besteht aus zwei in der Mitte geteilten Klarteilen, was an sich auch in Ordnung ist, da die Trennnaht entlang einer der Streben verläuft, was aber nicht in Ordnung ist, ist das untere Klarteil, wo sich ein riesiger Auswurfast befindet, der nur sehr schwer zu entfernen ist, dabei ist auch viel Material auf der Scheibe, was alles vorsichtig entfernt und anschließend aufpoliert werden muss, um das später nicht mehr zu sehen, dies bedeutet wirklich viel arbeit und die ständige Gefahr das Teil zu zerstören. Ansonsten besteht der Turm auch noch aus mehreren Plastikteilen, die die Rahmenkonstruktion und den Sitz bilden, und dem Vickers-K-Maschinengewehr, welches aus Resin und zwei kleinen Ätzteilen besteht. Die restlichen Klarteile sind absolut in Ordnung. Schön finde ich, dass für die Klarteile auch Klebemasken von Haus aus vorhanden sind.

Special Hobby - Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

Die Passung des Rumpfes ist in okay. Da bei Special Hobby oft keine Passstifte vorhanden sind, empfehlt es sich auf alle Fälle den Rumpf trockenzupassen und dann nur Stück für Stück zu kleben, um so Versatz oder größere Lücken zu vermeiden. An den Höhenflossen, welche typischerweise horizontal geteilt sind, befinden sich zwei erhöhte Auswerfermarken, welche entfernt werden müssen, damit beide Teile auch gut zusammenpassen. Kleine Lücken entstehen dennoch und müssen geschlossen werden. Ähnlich auch bei der Flügelgruppe, hier sind wieder sehr prominente Auswerfermarken, welche es zu entfernen gilt. Insgesamt bedarf es bei den Plastikteilen doch einiges zu versäubern, so befinden sich dicke Trennnähte und leichter Flash an der Motoren und anderen Kleinteilen.

Special Hobby - Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

Viele kleine Details sind durch Resinteile dargestellt, wie zum Beispiel die Abgasrohre. Leider sind einige kleinere Teile bereits im Klipperbeutel abgefallen, weshalb man vorsichtig beim Entpacken sein sollte. Insgesamt wartet zwar einiges an Arbeit auf den Modellbauer, aber dafür wird er aber mit einer sehr ansprechenden Trainingsmaschine belohnt, die auch nette Details aufweisen kann.

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Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

 

Bemalung und Abziehbilder

Die Decals machen wieder einen guten Eindruck. Wie bei britischen Maschinen üblich halten sich die Wartungshinweise in Grenzen und die meisten Markierungen beschränken sich auf die flugzeugspezifischen Bilder sowie die Instrumententafel im Cockpit. Die Abziehbilder ermöglichen den Bau von drei britischen und einer norwegischen farbenfrohen Maschine:

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  1. Die auf dem Cover gezeigte Oxford mit der Werksnummer P1931 gehörte zur 2. Service Flying Training School auf dem RAF-Fliegerhorst Brize Norton im Frühjahr 1940. Das Flugzeug war seit dem 21. Dezember 1939 im Dienst und wurde am 16. August 1940 bei einem Angriff der Luftwaffe auf den Flugplatz mit 34 anderen Oxfords zerstört.
  2. Die zweite Maschine ist komplett gelb mit weißen Motorabdeckungen. Sie gehörte zur 35. Service Flying Training School der Royal Canadian Air Force in North Battleford (Kanada) und wurde bei einem missglückten Startversuch aufgrund eines Motorausfalls am 15. März 1944 zerstört.
  3. Die dritte Maschine, welche wieder halb gelb und halb getarnt war, gehörte der 1. Flying Service Trainings School der Royal New Zealand Air Force in Wigram (Neuseeland) 1942 an. Sie war von 1940 bis 1947 im Einsatz und wurde anschließend als Transferflugzeug weiterverwendet.
  4. Die wohl interessanteste Maschine ist die letzte Variante der norwegischen Luftwaffe (Luftforsvaret) in Hellblau und Gelb. Sie wurde 1941 gebaut und war bis 1945 bei der RAF im Einsatz, anschließend wurde die Oxford an die Luftforsvaret verkauft, wo sie allerdings nicht genutzt, sondern eingelagert, bis sie 1950 verkauft wurde. Danach wurde sie zivil in Schweden und später in Finnland weiter verwendet. 1957 wurde das Flugzeug dann verschrottet.

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Die Anleitung

Die Anleitung beginnt wie immer mit einer Einleitung auf Englisch und Tschechisch, danach folgt die Teileübersicht, welche auch dringend notwendig ist, da die Gussrahmen nicht nummeriert sind. Danach beginnt der Bau auf 21 Schritten. Ich finde diese dieses Mal nicht so gelungen. Zum Teil sind die Anweisungen etwas unübersichtlich, außerdem hat man in der Anleitung die Teilenummern öfter vertauscht, auch die Detailbemalung ist nicht so schön farbig hinterlegt wie sonst üblich. Die vier Farbvorschläge kommen wieder mit einer kurzen Erläuterung daher und zum Abschluss macht Special Hobby noch Werbung in eigener Sache.

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Airspeed Oxford Mk.I "Gunner Trainer"

 

Darstellbare Maschinen:
  • Airspeed Oxford Mk. I  P1931, RAF, 2. Service Flying Training School, Brize Norton (England) 1940
  • Airspeed Oxford Mk. I 83/T1312, RCAF , 35.  Service Flying Training School, North Battleford (Kanada) 1944
  • Airspeed Oxford Mk.I  NZ1269, RNZAF 1. Service Flying Training School, Wigram (Neuseeland) 1942
  • Airspeed Oxford Mk. I V-AW/V3325, Königliche norwegische Luftwaffe, reingelagert als Reserve, Gardermon (Norwegen)  1948
Stärken:
  • detaillierter Innenraum
  • interessante Farbvorschläge
  • einzige Bausatzform der Oxford in 1:48
  • Masken für Klarteile liegen bei
Schwächen:
  • Anguss an Klarteil
  • keine Teilenummern oder Passhilfen
  • Plastikteile in Short Run Qualität -> Nacharbeiten nötig
  • Anleitung weist Mängel auf
Anwendung: Aufgrund der umfangreichen Nacharbeiten wirklich nur für erfahrene Modellbauer.

Fazit:

Die Ox-Box in 1:48 von Special Hobby braucht mit Sicherheit einiges an Erfahrung und viel Nacharbeit, dafür bekommt man aber auch ein seltenes und farbenfrohes Flugzeug mit einigen Details, welches auf alle Fälle bei jeder Ausstellung hervorsticht. Wer sich dessen bewusst ist und unbedingt eine Oxford haben möchte, kann hier zugreifen.

Weitere Infos:

Referenzen: Den Bausatz gibt es direkt hier beim Händler. Dort findet man auch Bilder eines wunderbar gebauten Modells des Flugzeugs.

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 09. Juli 2024

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