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Voyager

von Wolfram Witschel (1:72 Amodel)

Voyager

Das Vorbild

Der „Voyager“ wurde von Burt Rutan als Rekordflugzeug für extreme Reichweiten entwickelt. Mit ihm gelang die erste Weltumrundung ohne Auftanken und Zwischenlanden. Das Flugzeug besteht hauptsächlich aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff als Sandwichstruktur mit Wabenkern. Mit dieser Bauweise wurden fast alle Teile der Zelle als Treibstofftank ausgebildet. Insgesamt konnten so 3.180 kg Treibstoff mitgeführt werden.

Die Piloten Jeana Yeager und Dick Rutan, der Bruder des Konstrukteurs, starteten am 14. Dezember 1986 von der Edwards Air Force Base mit diesem Flugzeug zu ihrem Rekordflug. Sie flogen in neun Tagen, drei Minuten und 44 Sekunden eine Strecke von 42.120 Kilometern. Sie landeten mit fast leeren Treibstofftanks und ohne Winglets, die hatte man schon beim Start eingebüßt.

Voyager

Das Modell

Dieser Bausatz ist qualitativ nicht besonders toll, aber welcher Hersteller traut sich sonst an einen so ausgefallenen Typ? Die Einzelteile sind unsauber und mit reichlich Grat versehen, die Flügel verzogen und bucklig. Die Cockpithaube ist schlierig und mußte neu gefertigt werden.

So wie im nächsten Bild zu sehen, habe ich diese Maschine vor vielen Jahren mangels brauchbarer Unterlagen mit wenigen Änderungen aus der Schachtel gebaut.

Voyager

Nachdem ich den “Global Flyer” aus gleichem Hause fertiggestellt hatte, kam die Idee auf, dass man ja eigentlich beide nebeneinander präsentieren könnte. Inzwischen verfügte ich auch über deutlich mehr und bessere Bilder vom Vorbild.

Obwohl mir ein Modellbaufreund vorsorglich einen Bausatz zur Verfügung gestellt hatte, wollte ich es erst einmal mit einem Umbau des vorhandenen Modells versuchen. Es ließ sich auch ohne allzugroße Beschädigungen in seine Hauptbaugruppen zerlegen. Ursprünglich hatte ich eigentlich nur an ein paar Detailänderungen gedacht, doch je mehr ich mich in meine Unterlagen vertiefte, desto größer wurde der Änderungsbedarf. Das betrifft hauptsächlich den Rumpf. Länge und Höhe passen, aber der Rest!!! Die Unterseite ist zu stark und die Oberseite zu wenig gewölbt. Die Breite ist nach meinen Berechnungen ca. 5 mm zu groß, Bug und Heck müssen deutlich spitzer auslaufen. Die Lufteinläufe unter dem Bug sehen völlig anders aus. Die Verkleidung hinter dem Spinner läuft weit in die Oberseite hinein. Die Kühlluftöffnungen liegen nicht schräg, haben eine Spoilerkante und werden jeweils von einem stromlinienförmigen Höcker begrenzt. Etwas dahinter, nach Backbord versetzt, findet sich eine weitere Lufthutze. Das Auspuffrohr auf der Steuerbordseite gehört um 3 mm nach hinten versetzt. Der Bugradschacht wandert um 4 mm nach hinten. Das ganze Dilemma setzt sich am Heck fort. Der Lufteinlauf auf der Unterseite wandert 4 mm nach vorn, wird 10 mm lang und 6 mm breit. Die Beule unter der hinteren Motorverkleidung wird deutlich größer. An der Steuerbordseite sitzt eine weitere Lufthutze. Die Auspuffrohre gehören nicht auf die Unterseite, sondern enden auf der Oberseite unter Verkleidungen, welche in Längsrichtung um 3 mm versetzt sind. Am Ende war der Rumpf fast ein Neubau. Ich habe den Bausatzrumpf in insgesamt 17 Teile zersägt und aus diesem Puzzle mit Evergreen-Profilen, Resten aus anderen Bausätzen und Spachtel einen neuen Rumpf geschnitzt. Ich denke, dass die Unterschiede auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen sind.

Voyager

Meine alte tiefgezogene Cockpithaube habe ich, ergänzt um einen Sonnenschutz, wiederverwendet. Am Rest des Modells sind die Änderungen nicht so umfangreich. Die Hauptfahrwerksschächte wurden um 4 mm nach hinten versetzt. Die Innenflügel wurden, bedingt durch den schmaleren Rumpf, um jeweils 2,5 mm verlängert. Die Entenflügel geben diese 2,5 mm ohne Änderung her. Hier wurden aber die von Amodel vergessenen Höhenruder graviert. Auf der linken Seite wurde außerdem der Hilfsflügel ergänzt. Der “Voyager” besaß anfangs auf beiden Seiten solch einen Flügel, wann der rechte entfernt wurde, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Die Seitenleitwerke wurden auf eine Höhe von 35 mm gekürzt, die Oberkante wird 4,5 mm breit. Am linken Seitenleitwerk wurde das gravierte Ruder verspachtelt und der “Stachel” ergänzt. Die im Bausatz vorhandenen Propeller mit runden Blattspitzen wurden nur am Anfang verwendet. Da meine Bilder fast alle eine spätere Version zeigen, habe ich neue Propeller gebastelt. Die Blattenden sind gerade, der Durchmesser beträgt 34 mm und der Heckpropeller besitzt keinen Spinner mehr. Den Spinner für den Bugpropeller habe ich mir aus Aluminium gedreht. Entgegen der Bauanleitung sind alle Fahrwerksklappen einteilig, dabei sind die Bugradklappe rechts und die Hauptfahrwerksklappen jeweils innen angeschlagen.

Voyager

Voyager

Lackierung

Die Lackierung erfolgte hauptsächlich mit Weiß, auf der Unterseite kam noch auf den Tragflächen, Rudern und Klappen ein fleckiger Auftrag von verschiedenen Braun- und Grautönen hinzu.

Voyager

Decals

Die Abziehbilder wurden nach Fotos mit PC und Laserdrucker erstellt.

Voyager

Wolfram Witschel,
http://www.bastelwolf.de

Publiziert am 10. February 2022

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