Du bist hier: Home > Galerie > Flugzeuge Militär WK2 > Bristol Beaufighter Mk. X

Bristol Beaufighter Mk. X

LZ293, Coastal Command der Royal Air Force, 1944

von Matthias Reinshagen (1:72 Airfix)

Bristol Beaufighter Mk. X

Mit dem «Rockbeau» auf U-Boot-Jagd

Die Beaufighter-Flotte, sie wächst und wächst. Wenn ich mich hier im Modelliversium umschaue, ist das offenbar kein Einzelfall: Was harmlos mit einer Maschine begonnen hat, wächst sich allmählich zu einer veritablen Serie aus. Dazu trägt auch die Zubehörindustrie bei. Sie liefert gutes Material, um zahlreiche Versionen desselben Typs zu bauen. Wenn dann auf dem Decalbogen farbige Abbildungen locken, wächst die Lust auf Zuwachs in der Vitrine.

Bristol Beaufighter Mk. X

Im Falle der Beaufighter ist diese Kleinserienproduktion auch einfach machbar. Die Vintage-Kits dieses Musters sind in der Regel gut erhältlich. Wenn man dazu einen freigiebigen Clubkollegen mit einem reich bestückten «Hangar» an antiquarischen Bausätzen hat, macht dies das Vorhaben noch einfacher. Die Airfix-Beaus sind einfach zu bauen und ermöglichen auch Bastlern mit weniger Erfahrung ein schönes Ergebnis bei einem vertretbaren Aufwand.

Bristol Beaufighter Mk. X

Der hier vorgestellte Beaufighter wurde mit den Decals aus dem Bogen Nr. X72227 von Xtradecals/Hannants realisiert. Dargestellt ist das Flugzeug mit der Kennung LZ293 des Coastal Command der Royal Air Force aus dem letzten Kriegsjahr 1944. Wir haben hier einen sogenannten «Rockbeau» vor uns, also einen mit Raketen bestückten Beaufighter. Diese 8 ungesteuerten RP-3-Raketen wurden an schienenartigen Abschussvorrichtungen an der Flügelunterseite befestigt. Verschiedene Sprengköpfe kamen bei den Luft-Boden-Raketen zum Einsatz. Die Version, die gegen deutsche U-Boote verwendet wurde, besaß massive Gusseisenköpfe und war als „Rocket Spear“ bekannt. Das mutet archaisch an, war aber höchst wirksam. Diese Raketen durchschlugen nämlich den Druckkörper des U-Boots vollständig und machte es somit tauchunfähig.

Bristol Beaufighter Mk. X

Die dreifarbige Bemalung dieser Maschine ist insofern interessant, da man den bekannten Farbtönen Sea Grey und Dark Slate Grey zwar eine Tarnwirkung zuschreiben kann, doch Weiss nicht – ausser in einer schneereichen Umgebung wie zeitweise an der Ostfront. Es handelt sich aber keinesfalls um eine RAF-Wintertarnung. Der weisse Anstrich sollte vielmehr die anfliegenden Maschinen über der See aus der Sicht von vorne und von unten mit dem Hintergrund des hellen Himmels verschwimmen lassen. In der Draufsicht von oben hingegen vertraute man auf die bewährte Zweiton-Grau-Bemalung. Die vergleichsweise leisen schiebergesteuerten Motoren der Beaufighter ergänzten diese optischen Effekte um eine akustische «Tarnung».

Bristol Beaufighter Mk. X

Über den Bau des Airfix-Oldies sollen nicht viel Worte verloren werden – Vintage-Modellbau, wie er sein soll. Wer solche Kits in die Hand nimmt, der weiss, was zu tun ist. Aber auch, was er im Vergleich mit modernen Bausätzen eben nicht erwarten darf. Es wurden hier bereits Modelle aus den Beau-Kits von Frog und 

Matchbox vorgestellt. Airfix spielt in derselben Liga. Das Deckelbild weist den Kit als Exemplar aus der Mitte der Sechzigerjahre aus. Die Passform der grausilbern eingefärbten Spritzlinge geht in Ordnung. Als Optionen für die Bewaffnung liegen die erwähnten Raketen bei, zudem ein Torpedo. Die beiden Transparentteile für die Verglasung des Cockpits und des hinteren MG-Stands sind einwandfrei, ein leichter Lupeneffekt gehört zeitbedingt dazu.

Bristol Beaufighter Mk. X

Die Bemalung erfolgte mit dem Pinsel und Revell-Aqua-Color-Farben über einer hellgrauen Grundierung aus der Spraydose von Mister Hobby. Die entsprechenden Farbtöne wurden aus dem Sortiment der Revell-blauen Würfel gemischt. Dabei wurde die Alterung durch eine bewusst hellere Tönung der grauen Partien gewählt, um den Fade-Out-Effekt durch die salzige Umgebung wiederzugeben, der die RAF-Maschinen über dem Meer ausgesetzt waren. Die braunrote Linie entlang der Verbindung von Flügelwurzeln und Rumpf stellt vorbildgerecht die nachträglich aufgetragenen Grundierung als Korrosionsschutz dar. Eine dezente Alterung aus stark verdünnten Revell-Enamel-Farben rundete das Outfit ab.

Bristol Beaufighter Mk. X

Cockpitdetails sucht man vergeblich. Wer dem mitgelieferten Piloten und seinen Kompagnon im rückwärtigen Kabinett eine realistische Umfeld bieten will, muss selbst schnitzen und feilen oder zum Zubehör greifen. 1997 brachte Airfix dann als Ablösung des ewigen Oldtimers einen 1:72 Beaufighter-Kit aus komplett neuen Formen auf den Markt. Der ist gewiss die bessere Wahl für alle, denen «Vintage» kein Versprechen ist, sondern ein Reizwort.

Bristol Beaufighter Mk. X

Mit realistischen Ansprüchen lässt sich mit dem Oldie auch heute noch gut leben. Wichtig ist: die Luftschrauben sind beweglich. Mit jeder Umdrehung der kräftig angeblasenen Propeller wächst die Freude am selbst produzierten Flugzeug und die freudige Nostalgie: Ja, das ist Bauen wie früher!

Bristol Beaufighter Mk. X

Und wiederum heisst es: Fortsetzung folgt. Der nächste Airfix-Beau wartet schon…

Bristol Beaufighter Mk. X

Matthias Reinshagen

Publiziert am 08. Oktober 2026

Du bist hier: Home > Galerie > Flugzeuge Militär WK2 > Bristol Beaufighter Mk. X

© 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links