Messerschmitt Me 262 V3von Rainer Kijak (1:72 verschiedene Hersteller)
Nachdem ich zuletzt die Me 262 V1 hier präsentieren konnte, stelle ich heute das Modell der Me 262 V3 vor, um eine gewisse Reihenfolge einzuhalten. Ich hatte noch einen Bausatz und habe hier den Oberflügel mit dem noch übrigen Unterflügelteil aus dem Vacubausatz verbunden, dies ging nicht ohne Spachtel- und Schleifarbeit von sich. Die Jumo 004 Triebwerke nahm ich von der He 280 aus dem Fundus. Da die Maschine immer noch mit einem Spornrad versehen war, musste auch hier wieder Hand angelegt werden und ein Spornrad gefunden werden. Es besteht natürlich ein Unterschied zu den späteren Serienmaschinen. So liegt schon das Hauptfahrwerk weiter vorne und es gibt ein Spornrad und die inneren Flügelteile haben vorne einen geraden Verlauf.
Lackiert habe ich das Modell in dem Standardsichtschutz RLM 74-75-76 und einigen Flecken in 71 und 02. Die Rumpfspitze ist in RLM 70, um eine Propellerhaube vorzutäuschen. Der Bau zog sich in die Länge, da vieles neu angefertigt werden musste, doch am Ende ist mir das Modell doch noch gut gelungen, wie ich meine.
Nach dem Testflug der V1 mit dem BMW 003, bei dem das Flugzeug nach Ausfall der beiden Triebwerke fast abstürzte und nur noch durch dem Jumo 210 auf Höhe gehalten und gelandet werden konnte, war an eine Fortsetzung der Flugerprobung vorerst nicht zu denken. Mittlerweile waren aber bei Junkers die Turbinen-Luftstrahl-Triebwerkentwicklung nach zahlreichen Versuchen so weit fortgeschritten, dass die ersten Triebwerke an Messerschmitt geliefert werden konnten. Das Triebwerk gab einen Standschub von 840kp bei 8700 U/min.
Die beiden Aggregate wurden in die Zelle der V3 eingebaut und man verzichtete hier auf den Einbau des Jumo 210 und bereitete den Start des ersten strahlgestützten Fluges der Me 262 vor. Diese fand am 18. Juli 1942 in Leipheim statt und dauerte 12 Minuten. Die V3 hatte dabei ein Startgewicht von 5000 kg und Fritz Wendel musste bis zum Abheben mit einigen Schwierigkeiten wegen des herkömmlichen Spornradfahrwerkes kämpfen. Er führte noch weiter sechs Flüge mit der V3 durch, bis sie dann am 11.8.1942 kurz nach dem Start zu Bruch ging und völlig zerstört wurde. Der am Steuerknüppel sitzende Dipl.-Ing Beauvais, einer der erfahrensten Piloten der E-Stelle Rechlin blieb zum Glück unverletzt.
Rainer Kijak Publiziert am 31. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |