Messerschmitt P.1103/IINie realisiertes Raketengleiter-Projektvon Thomas Brückelt (1:72 Brengun)
Von Brengun gibt es den eher unbekannten Entwurf der Messerschmitt P.1103/II vom 12. September 1944 (auch in 1:48). Noch im selben Monat wurde das Projekt 1103 verworfen, da man sich auf den Bau der Me 262 konzentrieren wollte. Angaben zu dem Entwurf erhält man von Brengun nicht. Auf das „II“ in der Bezeichnung hat man seitens Brengun verzichtet. Der Entwurf P.1103/I war als Tiefdecker konzipiert. Es sollte ein kleiner Objektschutzjäger werden, der mit einem Raketenmotor (Walter RI 202) versehen werden sollte. Der Pilot saß auf einer MK 108. Da wünscht man sich keinen Rohrkrepierer.
Mit ziemlicher Sicherheit hätte die P.1103 von einem Jäger in die Nähe feindlicher Bomberverbände geschleppt werden sollen. An der Nase ist eine Bugkupplung dargestellt. Die Landung erfolgte auf einer Kufe. Wäre das Flugzeug nach dem Stillstand zur Seite gekippt, hätte zuerst der Randbogen eines Höhenleitwerks den Boden berührt, was sicher nicht sonderlich gut für dessen Struktur gewesen wäre. Da hätte man sich sicher noch etwas einfallen lassen müssen (z.B. ein Kreuzleitwerk). Auf das Anbauen ausfahrbarer Stützen an den Tragflächen habe ich dann jedoch verzichtet und das Modell auf dem beiliegenden Transportwagen dargestellt. Dieser wäre wohl deutlich weiter vorne angebracht, dann so wie es Brengun vorgesehen hat, liegt er hinter dem Schwerpunkt. Ohne Munition und ohne Pilot würde das Flugzeug vielleicht gerade noch auf dem Sporn bleiben.
Der Bausatz ist sehr gut detailliert, besitzt eine gute Passgenauigkeit und ist auch schnell gebaut. Das Cockpit besteht aus mehreren Teilen. Steuerknüppel, Seitenruderpedale, ein Instrumentenbrett samt Visier sind dabei. Obwohl der Sitz darüber geklebt wird, ist auch der obere Bereich der MK 108 gut detailliert. Hinter den Sitz kommt noch der Munitionsbehälter, der über die Gurtzuführung mit der Maschinenkanone verbunden wird. Die Kabinenhaube ist glasklar gespritzt. Die Gurte auf dem Sitz wurden von mir ergänzt, diese stellte ich aus Alufolie her.
Am Heck befindet sich sowohl ein Schleifsporn als auch ein Spornrad. Ich habe das Spornrad entfernt, der Schleifsporn erschien mir wahrscheinlicher. Auf die Option wird in der Anleitung allerdings nicht eingegangen, hier wird nur das Spornrad dargestellt. Die Landekufe lässt sich auch ausgefahren darstellen. An der linken Tragfläche ergänzte ich noch ein Staurohr, das aus einem gezogenen Gießast entstand.
Es liegen sauber gedruckte Decals bei. Auf der Rückseite der Schachtel finden sich drei Lackiervorschläge. Ich habe meinem Modell einen eigenen Tarnanstrich verpasst, jedoch die Decals der gezeigten Maschine auf dem Deckelbild verwendet. Die Decals wollen mit äußerster Vorsicht behandelt werden, sonst reißen sie.
Lackiert habe ich Email-Farben von Revell und dem Pinsel. Die Tarnflecken auf der Rumpfoberseite tupfte ich mit einem Wattestäbchen auf und ließ sie mit etwas Verdünnung, die ich mit einem Pinsel auftrug, noch etwas verschwimmen. Matter Klarlack von Mr.Hobby aus der Spraydose versiegelt den kleinen What if-Jäger.
Thomas Brückelt, Publiziert am 03. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |