Grumman EF-111A Ravenein Umbau auf ARII-Basisvon Matthias Pohl (1:144 ARII)
Ich hatte noch einen der raren ARII-Kits der F-111 in meinem „Vorrat“, nachdem ich mir für meine US Navy-Sammlung die F-111 B (Link zu meinem Modell) vorgenommen hatte. Beim Umbau zur EF-111A „Raven“ griff ich auf den Umbausatz von OzMods aus Australien zurück. Dieser umfasst neben dem charakteristischen Leitwerk auch die „Canoe“-Radomverkleidung. Der im Original etwa 4,9 Meter lange Kasten beherbergt die leistungsstarken Störantennen des AN/ALQ-99E Tactical Jamming Systems. Zusätzlich verbaute ich einen neuen Fahrwerkschacht, neue Triebwerksauslässe und ein neues Cockpit, ebenfalls von OzMods.
Bei den Schiebebildchen hatte ich mir aus einem Kit von Triple Nuts die dort beigefügten Decals geklont. Sie stellen eine EF-111A Raven aus der Zeit nach dem ersten Golfkrieg dar, konkret geht es um den Zeitraum der Operationen "Southern Watch" von 1995 (Luftraumüberwachung südlich des 32.Breitengrades). Diese EF-111A Raven (AF 66-0033) war unter dem Spitznamen "No Fear - No Gear" bekannt. Wie kam der Jet zu diesem ungewöhnlichen Spitznamen? Das Flugzeug trug ursprünglich die Aufschrift "No Fear". Nachdem es zu einem Landeunfall gekommen war, bei dem das Fahrwerk beschädigt wurde, fügte die Crew die Ergänzung "No Gear" hinzu. Die künstlerische Gestaltung am Bug des Flugzeugs (Nose Art) wurde von Senior Airman Vanessa Snedeker angebracht. Diese „Spark Vark“ gehörte zur 429th Electronic Combat Squadron (ECS), 27th Fighter Wing.
Die Bausätze von ARII im 144er-Maßstab zeichnen sich durch eine feine Gravur der Oberflächen aus, an anderer Stelle bleiben die Modelle jedoch ziemlich „spartanisch“. Daher war mir der Einbau eines „echten“ Fahrwerksschachtes und ein „wirkliches“ Cockpit wichtig. Ansonsten waren die wenigen Teile des Bausatzes schnell verbaut.
Interessant wurde es hingegen bei der Lackierung. Diese spezielle Farbgebung der „Raven“ hat sicher schon viele Diskussionen ausgelöst. Aus meinem Vallejo-Sortiment habe ich unterschiedliche Farbtöne gemischt bzw. aufgehellt. Dabei versuchte ich mich – so gut als möglich – an Originalfotos zu orientieren, was sich (wieder einmal) als sehr schwierig erwies. Lichtverhältnisse, Verwitterung der Anstriche, Aufnahmemedium… Aber urteilt selbst. Auf gröbere Verschmutzungen habe ich hier jedoch verzichtet.
Die beiden Behälter unter den Tragflächen könnten zusätzliche ECM-Pods sein, dazu fehlen mir jedoch konkretere Angaben. Ich sah sie bei einer Raven und wollte die Unterflügelstationen meines Modells nicht leer lassen.
Unterm Strich betrachtet: ich bin sehr froh, diese „Raven“ gebaut zu haben! Während meiner Studentenzeit habe ich sie mal im Standard-Maßstab 1:72 gebaut, dieser Flieger hatte mich mit seinem mächtigen Leitwerk schon immer fasziniert! Nun hier also die „Bonsai-Version“ in 1:144, die mit Sicherheit selten zu sehen sein dürfte!
Matthias Pohl, Publiziert am 14. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |