Grumman F-14A Tomcatvon Frank Meißner (1:72 Airfix)
Die Grumman F-14 Tomcat war ein trägergestütztes allwetterfähiges Flugzeug mit variabler Flügelgeometrie. Sie wurde für die US Navy und die USAF entwickelt, um die manövrierfähigeren MiGs wirkungsvoller bekämpfen zu können. 1974 ersetzte die F-14 die McDonnell Douglas F-4 auf der USS Enterprise.
Der Name “Tomcat” (Kater) leitet sich von der Person des Vice Admirals Thomas F. Conolly ab. Die Navy benötigte ein Flugzeug, das die Trägerverbände gegen weitreichende Antischiffsraketen verteidigen konnte. Diese konnten von U-Booten oder Bombern der Sowjetunion abgeschossen werden. Das Versuchsflugzeug F-111A wurde entwickelt, um ein wirksames Mittel gegen diese Bedrohung zu haben. Conolly flog dieses Versuchsflugzeug, um herauszufinden, ob es geeignet war. Sein Urteil war, dass es für die Aufgaben ungenügend ist und dass eine Alternative her musste. Dies mündete in das Programm VFX (Naval Fighter Experimental program). Der Spitzname für dieses Programm war “Tom´s Cat”, was dann später zu “Tomcat” wurde. So wurde die Reihe der Wildkatzennamen für die US Navy Flugzeuge fortgesetzt: Wildcat, Hellcat, Bearcat...
Die wesentlichen Eigenschaften des neuen Flugzeuges sollten sein:
Das Pratt & Whitney TF30-P-412A Triebwerk wurde bereits im Versuchsträger F-111A eingesetzt und für den Typ F-14A übernommen. Damit war die F-14A aber immer noch nicht leistungsfähig genug. Daher wurde das Triebwerk ab der F-14B duch das F110-GE-400 von GE ersetzt.
Die air-to-air missile AIM-54 Phoenix ist eine Entwicklung der Hughes Aircraft Company. Später wurde die Rakete auch von der Raytheon Corp. produziert. Die 500kg Rakete war mit einem konventionellem Sprengkopf ausgestattet. Neu war, dass bis zu 24 Ziele gleichzeitig verarbeitet werden konnten. Auch konnten 6 Raketen gleichzeitig abgefeuert werden. Dabei war die AIM-54 allwettertauglich und gut gegen jamming geschützt. Die F-14 konnte 6 dieser Raketen tragen. Da das Gewicht aber mit vollem Tank dann zu hoch war, bestand die übliche Kampfbeladung aus 2 Phoenix-, 2 Sparrow- und 2 Sidewinder Raketen. Die AIM-54 wird beim Abschuss durch Treibladungen vom Flugzeug getrennt. Danach übernimmt der Feststoffantrieb. Die Rakete steigt auf 24.000 bis 30.000 Meter, um den aerodynamischen Widerstand zu verringern. Dies ermöglicht eine höhere Reichweite. Während des Fluges wird die AIM-54 mit Daten versorgt. Erst ca. 18 km vom Ziel entfernt setzt die eigene Zielverfolgung ein. Die Reichweite betrug 3,7 bis 190 km. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei fast Mach 5. Im USA-Irak-Krieg wurde die AIM-54 eingesetzt. Jedoch sind damit keine Abschüsse gelungen. Anders sieht es im Iran-Irak Krieg aus. Die Iranische Luftwaffe hat vor dem Umsturz ebenfalls F-14 und AIM-54 erhalten, die dann in diesem Konflikt eingesetzt wurden. Hier wurden angeblich 78 Irakische Flugzeuge abgeschossen. 2004 kam dann die Ausmusterung.
Mein Modell ist das 1:72 Airfix Modell. Meines Wissens ist es das erste der F-14 in 1:72, erschienen vor rund 50 Jahren. Für mich muss der Modellbau diverse Kriterien erfüllen: er muss Spaß machen, ich muss mir damit die Zeit vertreiben können, er muss Kreativität ermöglichen und es muss übersichtlich sein. Der letzte Punkt bedeutet, dass ich mich nicht ewig mit dem Bau eines Modells beschäftigen will und dass ich die Abwechslung mag. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man auch nette und interessante Menschen kennenlernt. Diesen Zweck erfüllen die einfachen Modelle der 70er und 80er. Natürlich sind die Details weniger ausgeprägt als bei neueren Kits. Aber damit kann ich leben.
Auf dem Point Mugu Missile Park in Oxnard, also ganz in meiner Nähe, konnte ich ausgestellte Phoenix, Sparrow und Tomcat in 1:1 fotografieren:
Frank Meißner Publiziert am 13. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |