Boeing P-8A PoseidonDie Tücken des Auftragsmodellbaus - ein etwas anderer Beitragvon Jost Schreiber (1:72 BPK - Big Planes Kits)
Es war einmal ein Modellbauer...
..., der keine Flugzeugmodelle baute, aber fertig kaufte, oder sich bauen ließ. Eines Tages kontaktierte er mich und fragte, ob ich ihm eine P-8A bauen würde. Da ich keinen Auftragsmodellbau durchführe, verneinte ich seine Anfrage, nannte ihm aber jemanden, der das unter Umständen machen würde. Irgendwann bekam ich von ihm einen Link, der mich auf die Seite des Auftragsmodellbauers führte. Dort waren Bilder eines Modells der Marine-P-8A zusehen. Was ich sah, verschlug mir ehrlich gesagt die Sprache. Ein in jeder Hinsicht grottenschlecht gebautes Modell, was man so keinem anbieten konnte. Und dann nicht gerade günstig. Ich kontaktierte den Auftraggeber und sagte, er möge von der Auftragsvergabe zurücktreten, wenn dies ein Modell in solch dürftiger Qualität ergeben würde, hatte er doch schon den Modellbausatz gekauft und eine Anzahlung für die Arbeit daran erbracht. Er schrieb zurück, dass es sich bei der auf den Bildern zu sehenden P-8A um diejenige handele, die er in Auftrag gegeben habe. Okay... Er einigte sich mit dem Erbauer und es blieb lediglich bei der Anzahlung. Nun aber kam etwas Ehrgeiz in mir auf, und ich bot dem Auftraggeber an, zu versuchen, zu retten, was noch zu retten ist. So kam jetzt das schlechte Modell in einer guten Verpackung zu mir. Nach Öffnen der Verpackung wurden meine Befürchtungen dann nochmal getoppt.
Das ausgepackte Ursprungsmodell
Deutliche Arbeitsspuren am Ursprungsmodell trüben die Freude... Die Tücken des AuftragmodellbausIch fing an, das Modell vorsichtig zu zerlegen, wo es ging. Aber früh erkannte ich, dass es unmöglich war, den Flieger so zu retten, dass es noch einigermaßen aussieht. Ich konfrontierte den Auftraggeber mit dieser Tatsache. Da ich aber zugesagt hatte, das Modell zu retten, wollte ich ihn aber auch nicht hängen lassen, denn er hätte kein Modell gehabt, denn ich hätte es nicht mehr zusammen bekommen. Also bot ich ihm an, einen Neubau durchzuführen. Er willigte ein und so machte ich mich an die Arbeit.
Da es mittlerweile mein viertes Modell der P-8 war, ging der Bau zügig ab. Als das Modell fertig war, wurde es noch gut verpackt und auf die Reise geschickt. Ein bisschen Bangen, aber 2 Tage später packte der Auftraggeber die P-8 aus und war hellauf begeistert. Nur eine kleine Antenne auf dem Rumpf hatte sich gelöst. So waren wir beide zufrieden.
Details des neugebauten Modells
Jost Schreiber Publiziert am 02. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |