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Airbus A400M ATLAS

Das Arbeitspferd der Bundeswehr

von Jost Schreiber (1:72 Revell)

Der A400M ist das Rückgrat des modernen, strategischen und taktischen Lufttransports der Bundeswehr. Mit seiner enormen Reichweite und Ladekapazität transportiert er bis zu 37 Tonnen Fracht – darunter sogar Hubschrauber oder Schützenpanzer – und dient zudem als fliegende Tankstelle für andere Luftfahrzeuge. Nach vielen Kinderkrankheiten ist der A400M heute ein zuverlässiges Flugzeug.

Alle Maschinen sind beim LTG 62 in Wunstorf stationiert. Im April 2026 erhielt der Verband seine 53. und damit letzte der bestellen Maschinen. Die Kennungen der Flugzeuge sind 54+01 bis 54+50. Die letzten drei Maschinen erhielten die Nummern 54+61, 62 und 63 als sogenannte Traditions-Kennungen in Erinnerung und Würdigung der drei LTG´s 61,62 und 63.

Airbus A400M ATLAS

Das Modell

Das Modell von Revell im Maßstab 1:72 ist ein riesengroßes Teil, das schon etwas Platz in Anspruch nimmt und beim Bau eine gewisse Planung braucht. Auch ist der Bausatz eine gute Grundlage für ein tolles Modell. Der eigentliche Bau geht ohne Probleme und bei meinem Bausatz passte alles sehr gut. Auch die Passung Rumpf/Tragflächen funktionierte sehr gut. Dadurch konnte ich, wie immer beim Bau solcher großen Modelle, den Rumpf und die Wings wieder separat fertigstellen und am Ende ohne große Passprobleme und Spachtelarbeit zusammenkleben.

Der Rumpf mit Fahrwerk

Wenn man das Modell so aus der Kiste baut, erscheint es am Ende etwas nackt. Deswegen habe ich zahlreiche Änderungen durchgeführt und neue Teile eingebaut. Besonders im Bugbereich kann man viel tun, um dann auch die schönen Decals zur Geltung kommen zu lassen. Wie immer bin ich in die im Netz zahlreichen vorhandenen Fotos hineingekrochen und so viele kleine Details angebracht. Auf den Bildern kann man sehen, was alles gemacht werden kann. Am Ende hat sich die Arbeit gelohnt. Mittlerweile hat die Luftwaffe ihren ersten A400M mit dem DIRCM-System erhalten, welches äußerlich an beiden vorderen Rumpfseiten und am Heck unten zusehen ist. Nach und nach sollen das System 23 Maschinen erhalten. Vielleicht auch mehr. Das Fahrwerk ist für mich weitestgehend ok. Hier bin ich nicht der Bauanleitung gefolgt. Allerdings sind die Achsen zu schwach und würden dem schweren Modell nicht standhalten. Diese sollten durch Metallstifte ersetzt werden. Dazu habe ich alle Achsen abgetrennt. Danach wurden genau mittig Löcher mit einen Durchmesser von 0,8 mm gebohrt. Nun konnte ich einfach Stifte aus 0,8 mm Messingstange mit Sekundenkleber einkleben. Die Länge spielte im Moment keine Rolle. Später dann beim Anbringen der Räder habe ich sie auf Länge gekürzt und in dem Achsloch an den Rädern mit 0,8 mm kurz angebohrt. Nachfolgend einige Bilder mit den Änderungen am Rumpf.

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Die Tragflächen

Der Bau der Tragflächen bring keine Probleme. Allerdings fehlen unter den Tragflächen viele Lumps und Bumps. Warum die nicht dabei sind, weiß ich nicht. Bei Revells Modell im Maßstab 1:144 sind diese vorhanden. Nun gut, wieder selber Hand anlegen. Dazu habe ich mir Rohlinge hergestellt und dann klassisch in Resin gegossen. Auch die Wing Tips entsprechen nicht dem Original und müssen geändert werden. Die britische Firma LACI hat ausgefahrene Landeklappen in ihrem Programm, die ich an meinem Modell eingebaut habe. Alles ohne Probleme. Allerdings überzeugt mich der 3D-Druck diese Firma noch nicht so richtig, denn die Oberflächen waren etwas sehr rau, uneben und mit einigen Löchern versehen. Besonders schlecht waren einige der Track Fairings. Die aus dem Bausatz sind da deutlich besser.

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Die Triebwerke

Die Triebwerke sind von Haus aus schon recht schön detailliert. Aber zusätzlich können an jedem Triebwerk Lufthutzen, Leitbleche und Abweiser an Öffnungen angebracht werden. Triebwerk 1 habe ich ebenfalls von LACI verwendet, welches man im geöffneten Zustand darstellen kann. Aber auch hier wieder die Oberflächen-Mankos. Es war eine einzige Abklebe Orgie, da so einige metallische Bereiche vorhanden sind. Die Triebwerke wurden alle fertiggestellt und später eingebaut. Die Passgenauigkeit Triebwerk/Tragflächen war sehr gut. Die Propeller können in zwei Stellungen dargestellt werden. Ich habe mich für eine Flugstellung entschieden. Ein Grund war, dass die Propellerteile für die Segelstellung ziemlich schnell brachen. Auch hier eine wahre Abklebe Party. Aber alles lohnt sich.

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Die Lackierung

Bei der Farbgebung scheiden sich ein wenig die Geister. Einige sprechen von RAL7005 Mausgrau, einige von FS36173 Air Mobility Gray. Revell gibt in der Beschreibung ein Mix aus 77 (Staubgrau 80%) und 5 (weiß 20%) an. Ich habe leider noch keinen A400M in Natura von Nahem gesehen. Auf Fotos ist es schwer, eine Farbe festzulegen, den die Lichtverhältnisse lassen die Maschinen immer anders aussehen. Was tun? Ich habe mich dazu entschieden, einen Farbmix aus Tamiya Farben nahe an RAL 7000 Fehgrau zu erstellen. Dazu habe ich Tamiya XF-66 mit XF-2 Weiß aufgehellt. Für mich war das ein guter Kompromiss, mit dem ich allem in allen zufrieden bin. Nachdem die drei großen Teile Rumpf, Tragflächen und Leitwerk lackiert waren, wurde alles mit Decals versehen. Der Decalbogen ist sehr reichhaltig und ist von Cartograf gedruckt. Daher könnte man erwarten, dass es keine Probleme mit den Decals gibt. Hier leider weit gefehlt. Fast alle Walkway-Decals brachen an mehreren Stellen nach dem Einweichen. Es wäre eine Sisyphusarbeit geworden, die Teile alle zusammen zusetzten. Daher habe ich die Walkways komplett neu erstellt und zusammen mit einigen extra, neu erstellten Decals gedruckt.

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Der Zusammenbau

Nachdem alle Decals dran waren, wurde zuerst das Leitwerk aufgesetzt. Dann kamen die Tragflächen auf den Rumpf. Die Propeller bildeten den Abschluss eines schönen Modells. Anfänglich hatte ich das Kennzeichen 54+30 (vom Decalbogen) auf der Maschine. Da ich aber nichts finden konnte, ob diese Maschine auch in dem DIRCM-Pool ist, habe ich die Nummer nachträglich in 54+35 (erste Maschine mit DIRCM) geändert.

Bilder vom fertigen Modell

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Zum Schluss noch eine Anmerkung: Ursprünglich wollte ich dem Modell die Wing RefuelingPods Cobham 908E verpassen. Leider gibt es diese nicht als Modell. 2019 wurden sie mal von der russischen Firma MLH/Bring it vertrieben. Das waren tolle Dinger, aber verständlicherweise nicht mehr zu bekommen. Daraufhin versuchte ich, jemanden zu finden, der mir an Hand von meinen erstellten Maßen welche in 3D drucken könnte. Ich hatte auch zwei Versprechen, aber bedauerlicherweise ist dann daraus nichts geworden. Es kamen danach keine Rückmeldungen mehr. Ich habe jetzt angefangen, diese klassisch aus Resin zu machen. Ist aber viel Arbeit. Anbauen werde ich auf alle Fälle welche. Vorhandene Teile wie z. B. den Pod D704 zu modifizieren, ist keine Alternative, wie es auch schon Leute gemacht haben. Selber in den 3D-Druck werde ich nicht mehr einsteigen.

Jost Schreiber

Publiziert am 01. August 2026

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