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McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

501 Tactical Recon Squadron "Last Recon Phantom 2020", JASDF

von Gabriel Basurco (1:144 Platz)

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Meine erste Phantom entstand aus einem Wilhelmshavener Modellbaubogen und landete nach einem kurzen Leben in einem niederrheinischen Mülleimer, das war vor 45 Jahren, schade dass ich kein Bild mehr von ihr habe! Für den zweiten Anlauf habe ich vor einiger Zeit eine Academy-Phantom erstanden und hätte gerne eine Maschine vom Aufklärungsgeschwader in Leck gebaut. Der Academy-Kit ist aber so bescheiden, dass mir sofort die Lust verging, der verschimmelt jetzt im Schrank…

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Rettung kam aus Japan, in Form des Bausatzes von Platz, auf ibäi vertrieben von einem Anbieter namens „mana-toys“, da gab es den Kit für 17 Euro + Briefporto 8 Euro, aber die Preise sind aktuell schon höher. Der Kit kam an sich unversehrt an, leider fehlte die Cockpithaube, die jedoch vom Verkäufer auf Nachfrage umgehend nachgesendet wurde, super verpackt, ich war begeistert!

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Nach dem Hoch kam gleich der erste kleine Dämpfer: ich hatte die Version RF-4EJ erwischt, die speziell japanische spätere Aufklärerversion, für eine Luftwaffenmaschine hätte ich eine RF-4E gebraucht. Diese Version bekommt man von Platz aber auch, weil auch in Japan lange im Dienst. Nun war es zu spät, also würde es eine japanische Maschine werden, auch nicht schlimm. Die attraktive Sonderlackierung „Last Recon Phantom 2020“ zeigt weinrote Banderolen an Bug und Rumpf. Ich fand allerdings die Farbe der gelieferten Decals gar nicht schön, statt Weinrot war es ein sattes Braun. Ich habe ich darauf verzichtet, der Kit erlaubt auch den Bau einer bestimmten Maschine ohne Banderolen, die gezeigte 77-6397.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Wunderbare Fotos fand ich auf aviation-media.com, die auch gleich die Inspiration lieferten für die geöffneten Cockpithauben, denn der Kit enthält zwei Pilotenfiguren – wie nett von Platz!

Die Geschichte des Geschwaders TRS 501 ist auf der erwähnten Website nachzulesen. Die besondere Version entstand durch die Umrüstung von vorhandenen 4EJ Maschinen zu Aufklärern, die Kameras wurden in gesonderte Pods eingebaut, siehe die Fotos.

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Der Bau ging weitgehend problemlos. Ich habe den Cockpitboden 1 mm hochgesetzt. Die snap-tight-Verbindungen waren sehr angenehm. Ein erhebliches Problem war aber der Anschluss der Lufteinlässe an den rumpfseitigen ich nenn´s jetzt Strömungsteiler, englisch splitter-platter. Die Platte war in der Vertikalen viel kürzer als die Lufteinlässe, es blieben monströse Spalten übrig. Dabei fand ich den Spritzguß eigentlich so toll, dermaßen dünn und scharfkantig! In meiner Not habe ich den brachialen Weg gewählt und die Lufteinlässe vertikal per Fingerdruck so zusammengestaucht, dass sie passten. Das funktionierte weil der Kunststoff so schön zäh ist und eben nicht bricht. Wer genau hinschaut erkennt aber auch, dass meine Phantom etwas Hamsterbacken bekommen hat... Ich weiß nicht, wie es wirklich korrekt wäre, vielleicht müsste man die Platte selbst bauen, eine Herausforderung angesichts der Oberflächendetails.

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McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

 

Es gab noch einige andere kleine Baustellen, den Kamerapod verfeinern, Schleudersitze, den Piloten noch Unterarme und Hände anfertigen (für Füße und Unterschenkel reichte mein Elan nicht). Sehr schwierig das Bugfahrwerk, das Teil zerbrach bei kleinsten Belastungen, musste mit Kunststoff geschient werden, was die Optik nicht verbessert - so als hätten sich beim Spritzguss verschiedene Partien des Bauteils nicht richtig verbunden?! Lackiert wurde mit selbstgemischten Revell Enamels.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Die letzte große Hürde waren die Decals, an sich sehr schön gedruckt von Cartograph, abgesehen vom erwähnten Missgriff mit dem Farbton. Unnötiger Fehler auch, die roten Warnbalken nicht weiß zu unterlegen, so schimmert der Untergrund voll durch. Mein großes persönliches Problem mit dem Decalsatz ist aber, dass es ein großes zusammenhängendes Decal für die Flugzeugnase gibt, mit allem Pipapo, jedes noch so kleine Stencil für diesen Bereich ist dargestellt. Aber eben nur für diesen Bereich – am übrigen Flugzeug würden die Stencils komplett fehlen.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Das konnte ich doch nicht ertragen und nahm mir vor, aus der Restekiste alles an Stencils zu mobilisieren was geht. Vor allem Stencils für die Bewaffnung aus dem Revellkit der Tomcat D lieferten Rohmaterial, kleingehäckselt und so plaziert, wie es die Bauanleitung der Phantom von Zoukei Mura anschaulich zeigt. Eine Sisiphusarbeit, die ich nur dank Lupenbrille einigermaßen geschafft habe. Wie gern hätte ich einen Decalsatz von MYK-design gehabt! Die neueren Decalsätze zu den Phantoms von Platz haben übrigens vollständige Stencils. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass der Bausatz insgesamt sehr zu empfehlen ist, tolle Wiedergabe der Form, feine versenkte Gravuren, man sollte die Kinken nicht überbetonen.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Als ich dachte, ich wäre endlich fertig bemerkte ich, dass das Formationsfluglicht vom linken Flügel weg war, abgefallen und vom Teppichmonster verschlungen, auch das dann noch aus selbstgeschnitten Streifen nachgebildet.

Ich muss zugeben, am Ende war ich ziemlich ermattet, hat auch Wochen gedauert, und wer mein Phantömchen mit den Vorbildern vergleicht findet einiges, was man eigentlich noch hätte machen sollen.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Die Fotos haben zum Schluss nochmal Spaß gemacht. Vor ein paar Tagen hatte ich Gelegenheit, auf dem Flugfeld in Hamburg-Fuhlsbüttel ein paar Aufnahmen zu machen, wohlgemerkt auf Bodenniveau und nicht von der Terrasse aus, weil wir aus dem Flieger über Treppe aufs Rollfeld entlassen wurden. Die Fotos sollten Hintergrund werden für die Phantom. Für die Motivfotos habe ich dann darauf geachtet, dass die Perspektive stimmt, erstens, dass das Kameraauge ca. 11 mm über der Grundebene liegt was der Augenhöhe eines Modellmännchens entspricht und somit im richtigen Höhenverhältnis zum Modell steht. Und zweitens, dass die Horizontlinie des Hintergrundbildes auch auf Augen-(kamera)höhe liegt. Die Orientierung am Modell war in diesem Fall die Tragflächenebene, die eben 11 mm über Grund liegt. Beim Motivfoto von oben habe ich dementsprechend die Horizontlinie des Hintergrundbildes nach oben verschoben.

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Ich wollte das noch ergänzend schreiben zu der sehr guten Beitragsserie über Modellfotografie von neulich.

Ich hoffe, die Bilder gefallen, fröhliches Basteln!

McDonnell-Douglas RF-4EJ Phantom II

Gabriel Basurco

Publiziert am 11. May 2022

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