Die falsche Haltestellevon Lukas Kanczik (1:72 verschiedene Hersteller)
Der Sockel......besteht, wie schon bei mir üblich, aus massivem Echtholz. Für diesen Sockel nutzte ich Apfelholz als Material. Den Holzrohling habe ich mit diversen Bohr- und Schleifmitteln nach meinen Vorstellungen bearbeitet. Abschließend habe ich den Holzsockel mit Holzöl eingerieben.
Eis-/Schnee-Effekte
Bei der Schneedarstellung griff ich auf zwei Produkte zurück, einmal Pulverschnee von der Firma NOCH mit der Nummer 08750 und gewöhnliches Kaiser-Natron. Beide Produkte habe ich getrennt mit Leim und etwas Wasser angerührt. Zusätzlich habe ich mir noch eine weitere Schale mit Kaisernatron und etwas Pigmente angerührt. Bei der Dosierung der Pigmente empfehle ich, sich bei der Menge heranzutasten. Danach habe ich vorsichtig erst die NOCH-Pampe und anschließend die Kaiser-Natron-Pampe („Nass in Nass“) aufgetragen. Bei der Schneematschdarstellung habe ich auf die eingefärbte Natronpampe zurückgegriffen. Beim Trocknen des Natrons entsteht meiner Meinung nach eine schöne Eis-/Schneestruktur. Nach dem Durchtrocknen der Schneepampe sollte man gegebenenfalls mit weißen Farben noch drüber gehen, bis das Ergebnis passt.
Das Trafohaus...
...ist von dem Hersteller RT- Diorama und besteht aus Gießkeramik sowie aus 3D-gedruckten Resinteilen. Bei der Durchsicht der Gießteile musste ich leider feststellen, dass doch an manchen Stellen einige Lufteinschlüsse zu sehen waren. Betroffene Ziegelsteine habe ich teils weggebrochen oder mit Fliesenkleber kaschiert. Die Lampe vorne am Eingang habe ich weggelassen, das Dach habe ich noch ein bisschen verfeinert. Die großen Herausforderungen bei diesem Bausatz waren das Entfernen der sehr filigranen Resinteile von der Stützkonstruktion. Allein beim Gedanken an die Isolatoren und die elektrischen Leitungen wird mir wieder anders … aber mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl ist diese Hürde lösbar.
Aber auch das ganze „Handling“ beim Bemalen des Trafohauses bereitete mir Kopfzerbrechen. Meine Lösung der Befestigung war sehr instabil und das doch hohe Gewicht beim Bearbeiten des Trafohauses störte. Beim nächsten Mal brauche ich definitiv etwas als stabiles Griffstück.
Leider ist die Gießkeramik nicht so saugend wie herkömmlicher Gips. Das sollte man sollte man vorab beachten, wenn man gewisse Maltechniken anwenden möchte. Auch eine vernünftige Grundierung wäre hier nicht verkehrt.
Die Eisenbahnstrecke
Der Rohbau der Eisenbahnstrecke besteht aus Styrodur und wurde von mir mit dem Heizdraht in Form gebracht. Somit entstand eine schöne Erhöhung zur Straße. Danach grundierte ich das Ganze mit dunkelbrauner Farbe. Als die bestellten Eisenbahnschienen von dem ukrainischen Hersteller Military UM Technics mit der Artikelnummer UM 607 bei mir eintrafen, musste ich schnell feststellen, dass die Bahnschwellen viel zu rudimentär aussahen. Also ersetzte ich die Schwellen durch Balsaholz. Dadurch wirkte es schon viel realistischer und erleichterte mir später das Bemalen und das Altern. Als nächstes klebte ich die Schienen mit den neuen Schwellen auf das grundierte Styrodur und nach dem Durchtrocknen kam der Gleisschotter hinzu. Bemalt habe ich den Schotter mit Vallejo-Farben, wobei ich zu verschiedenen Braun- und Grautönen griff und die einzelnen Steine bemalte.
Der Baum
Das Grundgerüst des Baumes besteht aus Kupferdraht und an ausgewählten Stellen stabilisierte ich den Draht mit Lötzinn. Nachdem ich die Grundform des Baumes zurechtgebogen hatte, trug ich in mehreren Arbeitsgängen eine Leim-/Erdmasse auf die Kupferdrahtkonstruktion. An Stellen, wo man das Kernholz vom Baum sehen kann, arbeitete ich noch Stücke aus Balsaholz in das Kupfergeflecht ein. Nichts sieht realistischer aus wie echtes Holz. Mit Patafix und Malerkrepp klebte ich die Balsaholzstellen ab.
Daraufhin nahm ich ausgesuchte Stücke Meerschaum zur Hand und arbeitete sie in die Kupferdrahtkrone ein. Die Übergänge zwischen Kupferdraht und den Meerschaumstücken kaschierte ich mit einem Leim-/Erdgemisch. Als nächstes modellierte ich mit der Modelliermasse von DAS den Stamm und strukturierte mit spitzen Gegenständen die Rinde. Der erste Farbanstrich am Baum erfolgte dann mit diversen Acrylfarben aus dem Baumarkt. Danach lackierte ich die Baumkrone mit Hilfe der Airbrush und griff dabei zu verschiedenen Brauntönen von Vallejo. Später nahm ich das Patafix sowie das Malerkrepp ab und bemalte die Balsaholzelemente mit Acrylfarben sowie auch verdünnten Ölfarben.
Einzelne Blätter, die noch hartnäckig an den Ästen hängen, habe ich mit dem Blattstanzer von Green Stuff World realisiert und dann anschließend mit Vallejofarben bemalt. Mit verschiedenen Streumaterialien und Farben realisierte ich am Baum noch eine Wetterseite. Dabei kamen diverse dunkle Grüntöne zum Einsatz.
Der Zaun...
...ist Marke Eigenbau und besteht aus Balsaholz und Resten von Lasercut-Teilen. Um den Zaun interessanter zu gestalten, habe ich die Holzlatten bewusst variiert. Außerdem bekam der Holzzaun noch ein paar Plakate von TB Style Design spendiert und am Holztor selbst hängt noch eine geknackte Gliederkette aus meinem Fundus als weiteren Eyecatcher.
Der Marder II
Der hier gebaute Marder ist ein Plastikbausatz der Firma Special Armour (Nr. SA 72020) und wurde von mir noch stellenweise verfeinert. Das Kanonenrohr ersetzte ich durch ein gedrehtes Alurohr. Außerdem bekam er noch oben an den seitlichen Stellen der Kampfraumpanzerung selbstgebaute Ösen aus Draht. Nähgarn nutzte ich hier als Befestigungsseile für die Abdeckplane. Die Abdeckplane wiederum ist ein Papiertaschentuch, das ich in eine Leim-/Wassermischung getaucht und in Form gebracht habe. Die seitlichen Befestigungen für das Werkzeug bestehen aus dicker Alufolie. Zum Schluss brachte ich am Heck des Fahrzeuges Griffstücke aus Kupferdraht an.
Lackiert habe ich wieder mit der Airbrush und bei den Alterungseffekten griff ich dann zum Pinsel. Den provisorischen Winteranstrich vom Mader erzeugte ich mit dem Tamiya Weathering Master Set B. Vor dem Auftragen der Wintertarnung klebte ich einige Kennungen am Fahrzeug ab und trug dann den Anstrich auf. Wichtig dabei ist, dass man mal mehr und mal weniger von der weißen Paste aufträgt. Somit sieht das Ganze viel stimmiger aus.
Die Figuren
Die für die Szene eingesetzten Figuren sind alle aus gegossenem Resin vom deutschen Hersteller Munich-Kits. Die Detaillierung der Figuren ist wunderbar wiedergegeben und es gibt keine Lufteinschlüsse. Nur einen Soldaten habe ich leicht verändert dargestellt, nämlich den MP40-Schützen. Von der Größe und Machart der Figuren passen sie wunderbar zum Trafohaus. Da wären Figuren von White Stork oder Dynamo Models eher ungeeignet oder man müsste sie geschickt positionieren.
Lackiert habe ich die Figuren mit der Airbrush. Zunächst nahm ich Schwarz und besprühte sie dann aus einer Richtung (von oben/schräg) mit Weiß. Anschließend wechselte ich das Arbeitsgerät und trug mit dem Pinsel lasierend die entsprechenden Acrylfarben auf. Anschließend malte ich mit dem Pinsel die jeweiligen Tarnmuster. Danach erfolgte ein Pinwash mit verdünnter Ölfarbe. Später nutzte ich zum Mattieren der Figuren noch ein Matt Varnish von Vallejo. Die letzten Schritte bestanden noch aus einem dezenten Trockenbürsten mit Buff. Beim Mantel oder den Schuhen trug ich noch etwas von der Schneepampe und den dunklen Erdpigmenten auf.
Die Szene...
...soll Soldaten zeigen, die ihren liegengebliebenen Marder mit Treibstoff versorgen, während andere Soldaten den Bereich um das Trafohaus erkunden.
Lukas Kanczik Publiziert am 19. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |