Tragflächen-Schnellboot TS 1von Michael Kayser (1:72 Eigenbau)
In Deutschland beschäftigte sich Hans Schertel zu Burtenbach bereits 1919 mit der Entwicklung von Tragflächenbooten zum Transport von Personen. Ab 1937 arbeitete Freiherr von Schertel mit der Firma Gebrüder Sachsenberg AG in Rosslau zusammen. Bereits 1938 ging aus dieser Zusammenarbeit das erste Schertel-Sachsenberg-Tragflügelboot hervor. Das in Wiesbaden gebaute 9,5 m lange und 2,8 t schwere Passagierboot wurde von einem 150 PS-Otto-Motor angetrieben und erreichte eine Geschwindigkeit von 40 kn. Das Boot war bis 1945 im Einsatz.
TS 1 bis TS 6Im Sommer 1940 erhielt die Sachsenberg-Werft dann einen Auftrag für 36 kleine Tragflächenboote von 3,8 t Verdrängung, die zur Überwachung der norwegischen Fjorde zum Einsatz kommen sollten. Der Auftrag wurde dann jedoch auf sechs Boote reduziert. Die Boote TS 1 bis TS 5 wurden auf Grund der Bauweise als Stahl-V-Spant-Stufengleitboote etwas schwerer als gedacht und verdrängten 4,9 t leer bzw. 6,3 t beladen. Sie waren 11,96 m lang und 2,7 m breit. Ihr Tiefgang war 1,7 m, bei Schwebefahrt 0,85 m. Der Antrieb erfolgte über einen 380-PS-Lorrain-Dietrich-Ottomotor, der dem Boot eine Geschwindigkeit von 40 kn (ca. 74 km/h) verlieh. Das Boot war mit einem 15 mm-Luftwaffen-MG in Drehkranzlafette mit Plexiglas-Kuppel und später mit zwei 86 mm-Granatwerfern bewaffnet und mit vier Mann besetzt. Es wurden zwei Torpedos vom Typ F 5b (45 cm) in zwei Heckrohren und/oder zehn Wasserbomben mitgeführt. TS 6 war wegen konstruktiver Änderungen bei Kriegsende noch nicht fertig, wurde von den Russen erbeutet, fertiggestellt und zur Wolga verlegt. Soviel zur geschichtlichen Entwicklung.
Das Modell
Wie so oft habe ich die Anregung für das Modell aus dem Buch über die Kleinkampfmittel der Marine von Harald Fock, aus dem auch die Zeichnung stammt. Das Modell habe ich aus Pappe, Zeichenkarton, Holz und 0,5 mm Kunststoffplatten (nur der Aufbau) gebaut. Ich habe eine frühe Ausführung des TS 1 gebaut und auf die Ablaufschiene für die WaBos verzichtet. Um das gesamte Boot einschließlich der Tragflächen zu zeigen, habe ich das Boot in einer kleinen Werft auf´s „Trockene“ verlegt. Der Hintergrund ist Teil eines Märklin-Papierbausatzes. Mit ein paar Änderungen geht das Gebäude als Werkstatt durch. Die Figuren sind von diversen Herstellern und teilweise umgebaut.
Quellen:Buch von Harald Fock "Marine Kleinkampfmittel", ISBN 3-930656-34-5 sowie div. Internetfunde, z.B.: http://www.foerderverein-museums-schnellboot.de/s-boote/kriegsmarine/versuchsboote-km.htm
Michael Kayser Publiziert am 13. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |