Letov S-328von Martin Pohl (1:72 KP)
Bei der Letov Š-28 handelt es sich um einen einmotorigen zweisitzigen Doppeldecker, der als Aufklärungsflugzeug entwickelt wurde. Der Erstflug der Maschine fand im Juli 1929 statt. Der Typ wurde in den Letov-Werken in Letnany bei Prag in der Tschechoslowakei hergestellt. Das Fahrwerk war starr und verfügte über einen Hecksporn. Der Rumpf war eine Metallkonstruktion. Die Tragflächen waren verspannt und mit je einem N-Stiel auf beiden Seiten verstrebt. Der Motor trieb eine zweiflügelige hölzerne Luftschraube an.
Den finnischen Wünschen entsprechend, die Maschine auch als leichten Bomber einsetzen zu können, wurde die Š-28 abgeändert und mit einem neuen Motor, dem Bristol Pegasus II M2 mit 427 kW Leistung, ausgestattet. Am 19. Juni 1933 erfolgte der Erstflug des Prototyps Š-328F. Da die Finnen Mitte 1933 jedoch mitteilten, dass sie den Vertrag mit Letov nur einhalten würden, wenn es zum Abschluss eines Liefervertrages über finnisches Schießpulver an die ?SR käme, verweigerte das MNO, das daran keinerlei Interesse hatte, schließlich die Exportgenehmigung.
Das stellte für Letov eine finanzielle Katastrophe dar, weshalb man sich an das MNO wandte und diesem die Š-328 als Mehrzweckflugzeug (Beobachtungs-, Bomben- und schweres Jagdflugzeug) anbot. Nach einer längeren Testphase der beiden Prototypen bestellte das MNO Ende 1934 die erste Serie über 62 Maschinen (auszuliefern bis zum 31. Mai 1935) und ließ sich insgesamt 412 Stück dieses Typs in sieben Losen liefern.
Neben den genannten Einsatzmöglichkeiten versuchte man sich auch in eher ungewöhnlichen Einsatzspektren: so wurden die Werknummern 49 bis 62 im Jahre 1935 für Nachtflüge ausgerüstet und sollten als „schwere Nachtjäger“ zum Einsatz kommen, was sich in der Bezeichnung Š-328.n niederschlug. Hinzu kam die mit Short-Schwimmern ausgestattete Version Š-328.v (W.Nr. 18 bis 21), die später jedoch wieder auf die Radversion umgerüstet wurden und beim Schlepp von Flakzielen zum Einsatz kamen. Die Š-328 blieben bis Ende 1944 im aktiven Dienst. Es handelte sich dabei um elf Š-328, die während des Slowakischen Nationalaufstandes Einsätze für die „Kombinierte Staffel“ flogen.
Das Jahr 2025 fing modellbauerisch für mich mit einem Gruppenbau in einem englischen Forum in Gedenken an einen verstorbenen Modellbaukollegen an. Er baute fast ausschließlich Hubschrauber und den einzigen, den ich im Lager hatte war ein Mil Mi-8 von KP. Dieser Bau machte richtig Spaß und so kramte ich meine alten Bausätze heraus und 2025 wurde zum Jahr des alten Plastiks.
Dazu passt natürlich auch der Letov Š-328 in 1/72 von KP; laut Scalemates stammt der Bausatz von 1972, was man in 2025 schon als etwas älter bezeichnen darf. Wenn man sich darauf einstellt und auch einlässt, machen diese alten 3D-Puzzles richtig Spaß. Natürlich müssen alle Teile gesäubert werden, weil die Formen nicht mehr richtig abdichten (Fischhäute) oder auch schon versetzt sind. Dieser Versatz führt bei so manchem kleinen Teil zum einem lustigen Ratespiel, wie es denn „eigentlich“ hätte aussehen sollen. Auch die angespritzen Passungshilfen sind zum Teil verzogen oder eben nicht vorhanden. Letztlich bohrt man viele kleine Löcher, in die man dünnen Draht verklebt, damit etwas mehr Festigkeit bei den Verbindungen entsteht und, natürlich, muss man manche Teile selbst herstellen.
Hat man diese Hürde genommen, folgt der für mich immer am meisten geschätzte Teil, das Bemalen. Die Farbangaben des Bausatzes sind sehr vage, man findet Bezeichnungen wie „Blau“, „Dunkelgrün“ und ähnliches. Die Suche im Internet befördert dann meist noch andere Bausätze, auch deutlich modernere, hervor, über die man zu etwas deutlicheren Farbangaben kommt. Da ich das letztlich aber nicht so eng sehe – es muss optisch passen, habe ich ein „Hellblau“ und ein „Dunkelgrün“ gemischt. Damit wurde der Vogel dann entsprechend eingesprüht. Nach der üblichen Prozedur der Nassschiebebilder – Klarlack + Decals + Klarlack – kam dann das ebenfalls übliche Washing mit Ölfarbe und schlussendlich ein matter Schutzüberzug.
Ich finde, ein Wasserflugzeug sollte auch im Wasser sein, ergo musste eine Base mit Wasser her. Nach der Geländegestaltung, über und unter Wasser, und dem Bau des Stegs wurde das ganze mit Plastikstreifen eingefasst. Die Kanten wurden mit klarem UV härtendem Resin „abgedichtet“ und danach wurde leicht grün-bräunlich gefärbtes Resin eingegossen. Der Flieger wurde vorher auf der Base mit klaren Plastik fixiert. Die Figuren stammen von Preiser.
Ich kann mich abschließend nur wiederholen, es macht Spaß, diese alten Bausätze, die so mancher als Kind gebaut hat – mich eingeschlossen – heute nochmal zu bauen.
Danke für´s reinschauen!
Martin Pohl Publiziert am 16. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |