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Mercedes-Benz Actros 1840

Panzertransporter

von Theo Peter (1:87 Albedo)

Mercedes-Benz Actros 1840 Panzertransporter der britischen Armee
Mercedes-Benz Actros 1840 Panzertransporter der britischen Armee

Zum Original:

Unter dem Begriff "Actors" versteht man eine Lastkraftwagensparte von Mercedes-Benz. Die Actros-Baureihe stellt die Nachfolger der Mercedes-Benz SK (=Schwere Klasse) dar. Im hier dargestellten Mercedes-Benz Actros 1840 ist ein V-Sechszylinder OM 501 Motor mit 11,95 Liter Hubraum und 394 PS verbaut. Nach sinkenden Absatzzahlen der SK-Baureihe entschloss man sich bei Mercedes-Benz, die SK-Baureihe durch eine neuere und modernere Version zu ersetzen. Da die Baureihe schnell auf den Markt gebracht werden sollte, wurden noch teilweise Baugruppen aus der schweren Klasse SK übernommen. Diese Baureihe wurde als Mercedes-Benz Actros MP1 (Generation 1) bezeichnet, die von 1996 bis 2002 gebaut wurden. Im Jahre 2003 wurde mit einem Facelift die MP2 Actros-Generation veröffentlicht. Die größte äußere Änderung stellte der Kühlergrill mit weniger Lamellen als beim Actros MP1 dar. Ebenso wurden zahlreiche Änderungen im Fahrerhaus vorgenommen. Im Jahre 2008 folgte anschließend das nächste Facelift, welches bei Mercedes-Benz als MP3 bezeichnet wurde.

Der LKW wird gleich von gepanzerten Fahrzeugen zum Zielort begleitet.
Der LKW wird gleich von gepanzerten Fahrzeugen zum Zielort begleitet.

Auch das Militär nutzt die neuen Actros-Modelle und deren Vorteile, um beispielsweise Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände in und innerhalb von Krisengebieten zu transportieren. Einige dieser Fahrzeuge werden komplett umgebaut und kugelsicher wieder aufgebaut, andere wiederum erhalten nur wenige Upgrades im Gegensatz zur zivilen Version und werden lediglich in Tarnfarben bemalt und wenn notwendig mit geländegängigen Reifen ausgestattet.

Blick auf den scratch gebauten Tieflader-Auflieger.
Blick auf den scratch gebauten Tieflader-Auflieger.

Zum Bau des Lasters:

Albedo, ein Hersteller, der meines Wissens heute nicht mehr existiert, wurde berühmt, indem sie realistische Lastkraftwagenmodelle produzierten. Vor allem Firmen und Unternehmen zählten zu den Kunden von Albedo, da diese die Fahrzeuge für Marketingzwecke nutzten. Im Gegensatz zu den üblichen Werbetrucks (beispielsweise diverser Bierhersteller) waren die Albedo-Trucks nicht aus Metall, sondern komplett aus Kunststoff gefertigt und extrem gut detailliert. So besitzen die Modelle filigrane Außenspiegel, eine Motorenatrappe, farbige Rück-, Blink- und Frontlichter, ein kippbares Führerhaus, eine extrem gut detaillierte Sattelplatte und abnehmbare Windabweisschürzen. Genau solch ein Truck fiel mir in die Hände, und schon war die Idee, daraus etwas zu basteln, geboren. Der oben angegebene Maßstab 1:87 ist eine Annahme. Aber im Vergleich mit anderen 1:87 Modellen müsste das schon zutreffen.

Die Auffahrrampen entstanden aus Styrodur und dünnem Draht.
Die Auffahrrampen entstanden aus Styrodur und dünnem Draht.

Als erstes wurde der Lastkraftwagen komplett demontiert. Dies gelang ohne Probleme, da alle Teile gesteckt und nicht geklebt waren. Ein weiterer "normaler" Werbetruck mit weniger gut detailliertem Metallführerhaus sorgte für zahlreiche zusätzliche Bauteile, indem auch dieser komplett demontiert wurde. So wurde als erstes eine dritte Achse (mit Zwillingsbereifung) an der Zugmaschine montiert. Die Kotflügel des "ehemaligen" Trucks wurden auf der neu angebrachten dritten Achse montiert. Der Innenraum erhielt ein Upgrade, indem ein Schaltknüppel (aus einem gezogenen Gussast), eine Handbremse (ebenfalls aus einem gezogenen Gussast), eine Landkarte (aus dem Farbdrucker), mehrere Haltegriffe, eine England-Flagge, ein neues Lenkrad (aus der Restekiste) und eine komplett neue Bemalung mit matten Revellfarben angebracht wurden. Der obere Windabweiser wurde nicht wieder montiert, da der LKW keinen Planen- oder Kofferaufbautrailer, sondern einen Tieflader ziehen sollte.

Blick auf den noch leeren Trailer und die an der Zugmaschinenrückseite angebrachte Leiter.
Blick auf den noch leeren Trailer und die an der Zugmaschinenrückseite angebrachte Leiter.

Das Dach schmückt nun eine Warnleuchtenleiste, welche aus einem schwarzen Gussast, der an beiden Enden gelb eingefärbt wurde, besteht. Der Kuhfänger ist Marke Eigenbau und wurde aus Draht, Plastikteilen (von einem alten Roden-Bausatz) und einem dünnen Plastikröhrchen gebastelt und am LKW montiert. Die Rückseite schmückt nun eine Leiter, die einem HobbyBoss Bausatz entnommen wurde. Durch die dritte Achse musste auch die Sattelplatte ca. 1cm nach hinten versetzt werden. In den entstandenen Leerraum zwischen Tieflader und Zugmaschine wurden zwei Drucklufttanks gebaut. Die Hydraulikschläuche wurden durch dünne Drähte dargestellt. Die beiden verchromten Presslufthörner auf dem Dach des Actros entstanden aus zwei abgezwickten Nähnadelköpfen.

Im Hintergrund machen sich Soldaten des British Royal Marine Commandos fertig für den Einsatz.
Im Hintergrund machen sich Soldaten des British Royal Marine Commandos fertig für den Einsatz.

Der Grundbestandteil des Trailers wurde analog zur Zugmaschine aus dem Anhänger des "ehemaligen Werbetrucks" gebaut. Der Auflieger wurde demontiert, in zwei Teile geschnitten, tiefergelegt und anschließend wieder neu montiert. Ebenso wurden die Achsen nach hinten versetzt. Den Tiefladerboden spendierte ein dünner Karton, während die Auffahrrampen aus Styrodur geschnitzt wurden.

Waffenfunktions- und Ausrüstungscheck der 1:72 Zvezda und Caesar Miniatures Figuren.
Waffenfunktions- und Ausrüstungscheck der 1:72 Zvezda und Caesar Miniatures Figuren.

Bemalt wurde das komplette Modell mit matten Revellfarben und dem Pinsel. Die Alterung erfolgte durch ein Washing mit stark verdünnten Revellfarben und dem Pinsel. Abschließend folgte eine Trockenbemalung mit matten Revellfarben und einem dicken Pinsel. Allerdings sollte der Lastkraftwagen nur leichte Gebrauchsspuren aufweisen, und so musste ich mich bei der Alterung doch sehr zurückhalten. Alle Seile und/oder Ketten entstanden aus Nähgarn oder gezogenen Gussästen. Die Abziehbilder stammen aus der Restekiste (Trumpeter und ICM) und aus dem Farbdrucker und stellen ein rein fiktives Fahrzeug der britischen Armee dar. Die Werkzeuge, Kanister, Feuerlöscher, Planen und Rucksäcke stammen aus der Restekiste und detaillieren das Fahrzeug zusätzlich.

Verteidigung ist alles - britische Selbstschussanlage.
Verteidigung ist alles - britische Selbstschussanlage.

Das Diorama:

Der Anschlag auf das World Trade Center gab den Ausschlag für den Einsatz "Enduring Freedom" in Afghanistan. Der Einsatz (der US geführten Intervention) begann am 7. Oktober 2001. Das Diorama zeigt die Vorbereitungen für einen Transporteinsatz der britischen Armee. Zuvor wurde die geplante Wegstrecke von US Soldaten und Soldaten des British Royal Marine Commandos auf Sprengfallen untersucht. Der Schwertransporter soll von zahlreichen gepanzerten Begleitfahrzeugen geschützt werden. In der zu sehenden Dioramaszene befindet sich der Lastkraftwagen noch in der sicheren Umgebung eines britischen Militärlagers.

Verlängerung der Zugmaschine von einer zwei- auf eine dreiachsige Maschine.
Verlängerung der Zugmaschine von einer zwei- auf eine dreiachsige Maschine.

Die Grundplatte des Dioramas stellt mal wieder eine dicke, ca. 20x30cm große Kartonplatte dar. Die Geländeunebenheiten wurden grob mit Styrodurplatten dargestellt. Ebenso wurden die späteren Treppenstufen direkt in die Styrodurplatte geschnitzt. Anschließend wurde das komplette Display mit einem dicken Pinsel und einer Weißleim-Wassermischung und Papiertaschentuchstreifen überzogen. Nachdem die erste Schicht Papiertaschentüchern getrocknet war, wurden einige Steine aus dem Garten auf die "Landschaft" geklebt. Anschließend wurden die Steine ebenfalls mit Papiertaschentuchstreifen überzogen. Das Ergebnis ist eine extrem harte Geländestruktur aus Papiertaschentüchern und Weißleim.

Scratchbau: selbst gebauter Kuhfänger und Trailer.
Scratchbau: selbst gebauter Kuhfänger und Trailer.

Die "hesco barriers (= mit Sand gefüllte Metallgitter)" entstanden aus in feines Netz (Fliegenschutzgitter) gewickelten Styrodurblöcken. Die kleineren Sandsäcke stammen von Italeri und Preiser. Begrünt wurde das Gelände mit wenigen Büschen aus echtem Moos und einigen wenigen grünen Flecken aus kurzfasrigem Streugras von NOCH. Die 1:72 Soldaten stammen von Caesar Miniaturs und Zvezda und sind alle von hervorragender Qualität. Bemalt wurden die Figuren mit matten Revellfarben und dem Pinsel. Die England-Armpatches stammen aus dem Farbdrucker und wurden mit Weißleim an den Figuren angebracht. Einige der Soldaten prüfen und säubern ihre Waffen und Ausrüstungsgegenstände, bevor der Konvoi das Lager verlässt. Der 1:72 20-Fuß-Überseecontainer stammt von Planet Express und ist aus Resin. Qualität, Abziehbilder, Passgenauigkeit und Detaillierung sind der Hammer.

Im Hintergrund ist der hervorragend detaillierte 20-Feet-Container von Planet Express zu sehen.
Im Hintergrund ist der hervorragend detaillierte 20-Feet-Container von Planet Express zu sehen.

Fazit:

Gedacht als kleines Zwischendurchprojekt mauserte sich der Umbau des Lasters doch zu einem gewaltigen Projekt. Eigentlich war der Dioramauntergrund für ein ganz anderes, noch zu bauendes Panzerdisplay gedacht. Der Bau und die Suche nach Originalfotos im Internet machten sehr viel Spaß. Mit dem Baubericht möchte ich auch andere Bastler animieren, auch mal bereits gebaute Objekte erneut auf den Basteltisch zu holen und einen Umbau zu versuchen. Der Umbau/Modifizierung von Modellen macht ebenso viel Spaß, wie der Bau neuer Objekte. Vor allem die nicht vorhandene Bauanleitung stellt den Bastler hier und dort vor die ein oder andere Denkaufgabe. Nun genug der Worte, lassen wir die Bilder sprechen! Ich hoffe es gefällt...

Durch den Kuhfänger wirkt die Actors-Zugmaschine noch wuchtiger!Leider verhindert die verdunkelte Frontscheibe einen Einblick in den extrem aufgewerteten Innenraum.Auch Stecknadelköpfe können als Presslufthörner und gezogene Gussäste als Blinkleuchtenleisten herhalten.Durch den zurückhaltenden Einsatz von Pigmenten wurde die leichte Staubschicht am Fahrzeug angebracht.Blick auf das komplette Diorama.Die Größe des Gespanns wird erst aus der Vogelperspektive sichtbar!Die Decals stammen aus der Restkiste.

Durch den Kuhfänger wirkt die Actors-Zugmaschine noch wuchtiger!

Durch den Kuhfänger wirkt die Actors-Zugmaschine noch wuchtiger! 

Theo Peter

Publiziert am 07. April 2016

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