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Artillerie-Komplex AK-130

von Nenad Kostic (1:35 Takom)

Technische Fakten zur AK-130

Das "Artillerie-Komplex AK-130" ist ein Marinegeschütz vom Kaliber 130 mm. Es wurde in der Sowjetunion entwickelt und steht bis heute im Dienst der russischen Marine.

Artillerie-Komplex AK-130

Das Konstruktionsbüro KB Arsenal in St. Petersburg begann imJahr 1967 mit der Entwicklung eines einläufigen 130-mm-Geschützes. Die erste Version trug die Bezeichnung A-217 bzw. SIF-92. Bei dieser Version trat vor allem das Problem auf, dass die gewünschte Kadenz von etwa 60 Schuss pro Minute nicht erreicht werden konnte. Man entschied sich daraufhin, das Geschütz mit zwei Läufen auszustatten. Aus dieser Version ging schließlich das Serienmodell mit der Bezeichnung AU-A-218 bzw. SIF-94 hervor. Das Geschütz durchlief eine lange Reihe von Tests.

Erstmals wurde es 1980 auf dem erstgebauten Zerstörer der Sowremenny-Klasse, der Sowremenny (auf deutsch ‚Der Moderne‘), installiert. Fünf Jahre später, 1985, wurde das Geschütz offiziell unter der Bezeichnung AK-130 in den Dienst der sowjetischen Marine aufgenommen.

Artillerie-Komplex AK-130

Das Artillerie-Komplex AK-130 verfügt über zwei Läufe des Kalibers 130 mm. Es ist ein vollautomatisches Mehrzweckgeschütz, welches für die Installation auf Schiffen von mittlerer bis großer Verdrängung gedacht ist. Das Geschütz kann sowohl gegen Seeziele, Landziele als auch gegen Flugzeuge und anfliegende Marschflugkörper eingesetzt werden. Es erreicht eine Kadenz von 10 bis 40 Schuss pro Minute je Lauf und eine maximale ballistische Reichweite von etwa 23 Kilometern. Die Läufe sind flüssigkeitsgekühlt. Das Geschütz kann wahlweise auch manuell bedient werden, wobei der Schütze selbst rein optisch zielen muss.

Artillerie-Komplex AK-130

Die Feuerleitung erfolgt durch das Feuerleitradar MR-184 (NATO-Code: Kite-Screech). Dieses verfügt über eine Reichweite von 75 Kilometer, die Bedienung erfolgt durch vier Mann. Das Radar ist in der Lage, sowohl See-, Luft- als auch Landziele zu erfassen.

Die russische Marine setzt die Kanone bei den Schiffs-Projekten 956, 1144, 1164 und anderen ein.

Artillerie-Komplex AK-130

Das Modell

In der Modellbauwelt ist TAKOM meistens dafür bekannt, als Erster exklusive Modelle auf den Markt zu bringen, welche noch nie von einem anderen Hersteller entwickelt wurden. Jedoch ist TAKOM auch dafür bekannt, gravierende Fehler bei der Recherche zu machen und diese dann auch so in Plastik umzusetzen. Habe deren T-55A während meinem Bau schon bei Armorama bemängelt. Dort war der größte Mangel die beigefügten RmsH-Ketten, welcher nur bei T-55AM/AMV und T-72 Panzern Verwendung fanden, aber nicht bei den T-55/ T-55A Baureihen mit den OmsH-Ketten. Also eher etwas für die Rubrik Märchen der Gebrüder Grimm als seriöse Recherche eines Produktes.

Artillerie-Komplex AK-130

Fehler #1

Der Maßstab ist als 1:35 angegeben. Wer beim Bau recherchiert, dem wird sehr schnell klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Nimmt man hochwertige Soldaten in 1:35 aus Resin und stellt diese dazu, dann hat man plötzlich den Eindruck das Geschütz wäre riesig wie ein Haus. Der Eindruck täuscht, denn verfügbares Bildmaterial deutet darauf hin, dass normale Matrosen mit einer Körpergröße von 1,80 – 1,83 m genau um einen Kopf größer sind als die umlaufende äußere Schutzwand. Eigentlich befinden sich Oberkante der Schultern und der Wand fast in einer Linie. Also kann man hier nicht von einem Maßstab 1:35 reden, sondern eher von 1:28 bis 1:30.

Artillerie-Komplex AK-130

Fehler #2

Der Teufel liegt im Detail und so auch der umlaufende Handlauf. Statt diesen als „durchgehend“ auszuführen hat man in einem Segment plötzlich eine Unterbrechung von ca. 5cm. Wieso auch nicht, denn sparen ist angesagt und was im CAD-Programm vergessen wurde wird wohl später stimmen und so verkauft ?

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Fehler #3

Die Farbrecherche ist auch nicht das Gelbe vom Ei was uns TAKOM hier immer präsentiert. Über 95% aller eingesetzten AK-130 Geschützturme sind im russischen Marine-Hellgrau lackiert, das dem Farbton Light Ghost Grey am nächsten kommt. So hat man dann heutzutage die Wahl entweder das Light Ghost Grey oder das Russian AF Grey Protective Coat von Vallejo zu wählen. Wer mit Revell arbeitet der mischt ganz einfach Hellgrau 371 mit Grau 374 im Verhältnis 1:1.

Das in der Bemalungsanleitung präsentierte Mittel- bis Dunkelgrau für die zweite Ausführung wurde bisher nur bei einem Schiff zu Versuchszwecken angewendet. Wer bei den Fakten bleiben will, wählt den hellen Farbton.

Artillerie-Komplex AK-130

Der Bau

Gebaut wurde „out of the box“. Lediglich der Handlauf wurde an der schon erwähnten Fehlstelle ergänzt und geschlossen, sowie diverse Schweißnähte mittels langgezogener Plastikstreifen ergänzt. Für dieses Modell gibt es auch ein Set von Geschützrohren aus gedrehtem Aluminium für ca. 16 Euro aus China, was in meinen Augen eher überflüssig ist und vergleichbar mit der Erfindung vom lauwarmen Wasser gleichkäme. Die Detaillierung der Geschützrohre ist exzellent und bedarf keiner weiteren Zurüstsätze.

Artillerie-Komplex AK-130

Vor dem Grundieren/ Lackieren wurde der Bausatz zuerst in eine Lauge aus warmem Wasser und Spülmaschinenpulver gelegt, mit einer Zahnbürste gesäubert und anschließend mit einem günstigen Fett- und Schmutzreiniger (2 Euro/750ml Sprühflasche) behandelt und zu guter Letzt mit Wasser gründlich gespült.

Artillerie-Komplex AK-130

Grundiert wurden mit Mattschwarz aus der großen Dose von NIGRIN Autozubehör. Lackiert wurde mit Vallejo Light Ghost Grey Primer. Danach wurde die umlaufende weiße Linie lackiert, abgeklebt und ein Warn-Rot im unteren Bereich angebracht. Die Grundplatte wurde mit einer Mischung aus Kaminrot und Rot lackiert (5:1). Anschließend mit Klarlack versiegelt und dann mittels Revell „Rost“ und einer Eigenmischung von Stahlgrau die gesamten Lackbeschädigungen nachgeahmt.

Artillerie-Komplex AK-130

Da das Geschütz schon seit 1985 in Gebrauch ist wollte ich unbedingt eine stark verwitterte AK-130 präsentieren, ohne den Eindruck erwecken zu müssen diese wäre kurz vor der Übergabe an den Schrotthändler.

Artillerie-Komplex AK-130

Nenad Kostic

Publiziert am 29. August 2026

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