Porsche turbo (993)von Matthias Reinshagen (1:24 Italeri)
Bis heute gibt es im Porsche-Programm turbo-Versionen, was für die ungebrochene Beliebtheit dieser leistungsstarken Sportwagen bei der Kundschaft spricht. Die Turbo-Baureihe 993 markiert die dritte Modellgeneration (1994-97) und müsste eigentlich Bi-Turbo heißen: Ausgestattet mit zwei Ladern liefert der Motor 408 PS. Mit ab Werk angebotenen Leistungssteigerungen waren sogar 430 bzw. 450 PS möglich. Der 993 war der letzte 911 mit Luftkühlung. Das macht gut gepflegte Exemplare heute zu gesuchten Liebhaberfahrzeugen.
Im Maßstab 1:24 haben Bausatzproduzenten die Porsche Turbo-Historie seit je her begleitet. Zu nennen sind hier die Kits von Fujimi (Serie «Enthusiast Model»), Tamiya und Revell. Der gezeigte Turbo stammt aus dem Sortiment von Italeri. Er wurde 1994 auf den Markt gebracht (ist also wie sein Vorbild ein Youngtimer). Wer den 993 Turbo bauen will, kommt an diesem Kit nicht vorbei – Alternativen gibt es nämlich nicht. Doch das ist eigentlich kein Grund zum Klagen. Die 96 Teile fügen sich gut zusammen, Nacharbeiten sind kaum erforderlich. Die Pneus sind mit Blick auf die Niederquerschnittsreifen des Originals etwas zu dick geraten. Ersatz durch Fujimi-Reifen aus der Restekiste könnte hier Abhilfe schaffen. Der aerodynamisch glatte Unterboden und die Details der Radaufhängung sind exakt wiedergegeben.
Bei der Farbgebung haben wir die Qual der Wahl. Grand-Prix-Weiß, Speedgelb und der Porsche-Immergeher Indischrot stehen auch dem Turbo en miniature. In dezentem Schiefergrau-Metallic macht das Auto ebenso eine gute Figur. Das gezeigte Modell wurde in der Werkslackierung Wimbledongrün-Metallic gehalten. Das Cockpit kontrastiert dazu in zeitlosem Schwarz. Damals war das Interieur für das Original auch in Grün erhältlich: Cockpitverkleidung, Leder und Teppiche identisch mit der leuchtenden Außenlackierung – schaut man sich Vorbildfotos an, drängt sich der Eindruck auf: Diese Kombination war nichts für schwache Nerven!
Resümee
Schon «out of the box» macht der Italeri-Turbo einen erfreulichen Eindruck. Mit ein paar Änderungen lässt sich die Wirkung gewiss noch steigern, Möglichkeiten zum Tuning gibt es ohne Ende. Zum Beispiel bietet es sich an, das Schiebedach aufzusägen, damit der Blick in ein aufgehübschtes Cockpit mit lederbezogenen Sitzen und Bodenteppichen fällt. Der Motor gibt bei geöffneter Haube nicht viel her, weil ihn die Platte mit den Ladeluftkühlern nach oben hin fast komplett abdeckt. Das Vorbild meint es hier nicht gut mit «Tunern». Aber Experten für Verkabelungen finden bestimmt die Gelegenheit, trotz der originalgetreu beengten Platzverhältnisse ein paar Strippen einzuziehen. Ästheten dürften das Auto für eine sattere Optik noch 2-3 Millimeter tiefer legen. Anfänger wie Fortgeschrittene werden an dem Kit ihre Freude haben. Italeri bietet den Kit aktuell unter der Artikelnummer 72013 als Komplett-Set mit Farben und Werkzeug an.
Matthias Reinshagen Publiziert am 03. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |